Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Handel blickt zufrieden auf Jahr zurück
Marburg Handel blickt zufrieden auf Jahr zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:58 10.01.2020
„Marburg b(u)y Night“ am letzten Freitag im November markiert traditionell den Beginn des Weihnachtsgeschäfts in Marburg – und sorgt unter anderem für eine volle Oberstadt.  Quelle: Tobias Hirsch
Marburg

Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes auf Basis der Zahlen bis einschließlich November lagen die Erlöse im Gesamtjahr real (preisbereinigt) um etwa 2,9 Prozent und nominal um etwa 3,4 Prozent höher als 2018.
Im Oktober hatte der Einzelhandel nach zuvor kräftigen monatlichen Umsatzzuwächsen an Schwung verloren. Zum beginnenden Weihnachtsgeschäft zeigten sich Deutschlands Verbraucher jedoch wieder in Kauflaune, wie die jüngsten Zahlen der Wiesbadener Statistiker vom Montag (6. Januar) zeigen: Im November lagen die Erlöse real um 2,8 Prozent und nominal um 3,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

Der private Konsum war in den vergangenen Monaten die verlässlichste Stütze für die deutsche Konjunktur. Die historisch gute Lage auf dem Arbeitsmarkt und tendenziell steigende Einkommen beflügeln die Investitionsneigung. Zudem bekommen Sparer kaum noch Zinsen.

Nach der jüngsten Prognose des Handelsverbandes HDE dürfen die Händler in Deutschland in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von 3,2 Prozent auf 543,7 Milliarden Euro rechnen. Ein Großteil davon fällt traditionell aufs Weihnachtsgeschäft – und das liegt bundesweit laut Schätzungen des HDE bei erstmals mehr als 100 Milliarden Euro, was eine Steigerung von gut 3 Prozent zum Vorjahr bedeutet.

Und wie sieht der Marburger Handel das Weihnachtsgeschäft?

Ulrich Mücke, Prokurist des Kaufhauses Ahrens, bestätigt die Wichtigkeit des Weihnachtsgeschäfts: „Der Abschluss des Jahres ist die wichtigste Zeit – denn dann gilt es, die Ernte einzufahren. Ahrens ist mit 2019 zufrieden“, bringt es Mücke auf den Punkt. Das sei insbesondere bemerkenswert, „weil die Kundenfrequenz durch die Bautätigkeiten an der Weidenhäuser Brücke und der Marburg Mall deutlich zurückgegangen war.“

Weihnachtsgeschäft beginnt schon November

Die Frequenz hätte sich nach und nach wieder stabilisiert. „Vor diesen Rahmenbedingun­gen sind wir mit 2019 wirklich zufrieden. Das reine Weihnachtsgeschäft selbst blieb allerdings leicht hinter unseren Erwartungen zurück“, sagt Mücke. Denn es habe quasi eine Verschiebung in den November stattgefunden – etwa mit der „Black Week“, „das hat einige Weihnachtseinkäufe nach vorne gespült, den November muss man mittlerweile mit zum Weihnachtsgeschäft zählen“.

Auffällig sei gewesen, dass hochwertige Textilien, ­trendige Rucksäcke und Laufschuhe stark nachgefragt worden seien – „und bei Schmuck stand Gold ganz stark im Fokus“.

Bernd Brinkmann, Inhaber des Kaufhauses Teka, sieht ebenfalls eine „stabile Entwicklung“ des Gesamtjahres 2019 – „der Dezember ist in der Entwicklung nicht der beste Monat gewesen, er hat sich auf dem Vorjahresniveau entwickelt“, sagt Brinkmann. Das sei bei einem bundesweit vermeldeten Minus in der Textilwirtschaft von zwei Prozent „eine stabile Entwicklung. Wir haben keine Euphorie, aber eine stabile Kontinuität“, so der Kaufhaus-Chef.

Auch Brinkmann betont, dass „wir durch die Verkehrsführung und die Sperrung der Weidenhäuser Brücke eine sehr große Belastung“ gehabt hätten. Trotz dieser Umstände „ist eine Stabilisierung auf Vorjahresniveau eine positive Entwicklung“. Denn: Zwar habe der Verkehr mitunter zu Problemen geführt – doch sei die Eröffnung der neuen Uni-Bibliothek „auf jeden Fall eine Bereicherung“ für die Nordstadt gewesen, „dadurch hat es bestimmt eine Kompensation für die Verkehrsbelastungen gegeben“, ist sich Brinkmann sicher.

Weihnachtsmarkt bringt Händlern gute Frequenz

Christian Großmann, Vorsitzender des Werbekreises rund um die Elisabethkirche, hat von den Händlern der Nordstadt ähnliche Signale erhalten. „Das Weihnachtsgeschäft war unaufgeregt mit guten Kunden­frequenzen“, hieß es, und „ohne erkennbares Verkehrschaos“, das sei durchaus positiv. Das Wetter hätte besser sein können, „denn das stetige Grau ist nichts, was Kunden motiviert“, sagt Großmann. Dennoch sei auch der Weihnachtsmarkt an der E-Kirche „trotz des Wetters toll gut besucht“ gewesen. „Dadurch haben auch wir eine gute Frequenz bekommen – insgesamt ist das Geschäft also gut gelaufen“, habe er auch von den Händlerkollegen gespiegelt bekommen.

Die Situation in der Oberstadt war ebenfalls positiv. So sagt beispielsweise Robert Szabo, Inhaber von „Wein & Käse“: „Sowohl für mich als auch bei meinen Kollegen hier im Umfeld lief es wirklich gut.“ Das habe er auch aus zahlreichen Gesprächen herausgehört. Kunden seien stellenweise „sehr gezielt gekommen, weil sie wussten, was sie wollten“. Und: Die Kunden seien nicht nur aus dem Landkreis, sondern auch aus umliegenden Städten nach Marburg gekommen, „die Leute haben das als Event-Einkaufen wahrgenommen, davon hat auch die Gastronomie profitiert“, schildert Szabo.

von Andreas Schmidt und unserer Agentur