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Marburg Marburger Chöre wollen wieder singen
Marburg Marburger Chöre wollen wieder singen
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18:00 03.06.2021
Vier der sieben Organisatorinnen und Organisatoren des Marburger Chöre-Kultur-Hauses: Lotte Breuer (oben von links), Richard Wiese und Ellen Hoffmann-Reif sowie Horst Theis (Mitte).
Vier der sieben Organisatorinnen und Organisatoren des Marburger Chöre-Kultur-Hauses: Lotte Breuer (oben von links), Richard Wiese und Ellen Hoffmann-Reif sowie Horst Theis (Mitte). Quelle: Privatfoto
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Marburg

Marburger Chöre hoffen auf einen baldigen Neustart und wollen wieder singen. Dies teilten die Vertreterinnen und Vertreter von derzeit 15 Marburger Chören und Ensembles mit, die das bereits im Winter von der Stadt als Chöre-Kultur-Haus angemietete ehemalige evangelische Gemeindehaus Ost in der Georg-Voigt-Straße gemeinsam für Proben nutzen wollen. Träger des Hauses ist die Musikschule Marburg. Der Mietvertrag läuft eigentlich im Juni aus – alle Beteiligten hoffen, dass er verlängert wird, und haben eine Crowdfunding-Initiative gestartet, um das Haus zunächst bis Ende 2021 weiter anmieten zu können.

Bislang waren Proben in dem Haus nicht möglich, die Inzidenzzahlen waren zu hoch. Inzwischen gehen sie deutlich zurück, Chöre und Musikensembles sehen einen Silberstreif am Horizont. In einem Schreiben an Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) und Landrätin Kirsten Fründt (SPD) appellieren zwölf Chorleiterinnen und -leiter gemeinsam mit dem Arbeitskreis „Chöre und Corona“ an die Verantwortlichen, „für alle hiesigen Chöre einfach zu befolgende Regeln für den Einstieg in die Probenarbeit zu veröffentlichen“. Sie gehen davon aus, dass sie nach den kürzlich durch die Landesregierung beschlossenen Öffnungsschritten bald auch in Marburg wieder proben und dann auch auftreten können.

Sie fordern „klare Öffnungsschritte beim Chorsingen“, die „allen Marburger Chören als Richtschnur gelten können“. Dies gilt auch für die vielen Chöre im Landkreis, die den Neustart genauso sehnlich erwarten. Laut Landesverordnung könnten bei örtlich stabiler Inzidenz unter 100 wieder Chorproben in Innenräumen stattfinden, mit den üblichen AHA-Regeln, Hygienekonzept und zusätzlichen Abständen für Singende, so die Chorleiter. Die Landesverordnung sagt derzeit, dass pro Sängerin oder Sänger etwa sechs Quadratmeter nutzbar sein müssen – drei Meter Abstand nach vorne und wahrscheinlich zwei Meter zur Seite; die offiziellen Auslegungshinweise seien aber noch ungenau und weiter zu klären.

Auch Chorverbände, Kirchenmusiker und Landesmusikräte gehen davon aus, dass in Risikostufe 2 (14 Tage unter Inzidenz 100 oder fünf Tage unter 50) wieder in Innenräumen gesungen werden kann, mit Abständen von zwei bis drei Metern zu Mitsingenden, geregelter Lüftung und dem Negativnachweis der Teilnehmenden. Die Dachverbände haben kürzlich detaillierte Leitfäden für Chorproben unter Pandemiebedingungen veröffentlicht. In Bayern erschien das entsprechende Rahmenhygienekonzept gemäß Kabinettsbeschluss sogar im amtlichen Ministerialblatt.

„Und was gilt in Hessen?“, fragen sich die Aktiven vom Chöre-Kultur-Haus. „Wir wollen vorbereitet sein, um so bald wie möglich den mehr als 15 angemeldeten Chören und Ensembles die Türen aufschließen zu können“, heißt es in einer Pressemitteilung. Hygienekonzepte, Luftreiniger und Abstandsregeln sorgten im durch die Stadt finanzierten temporären Probenhaus für weitgehende Sicherheit, so dass wohl 15 bis 20 Menschen dort singen könnten. Was fehle, sei „eine klare Ansage der zuständigen Behörden“.

Spenden für das Chöre-Kultur-Haus sind möglich unter: https://www.startnext.com/choere-kultur-haus-marburg. Informationen gibt es per Mail: choerekulturhaus-mr@gmx.de

Von Uwe Badouin

03.06.2021
03.06.2021
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