Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg CDU fordert Überholverbot für Lkw
Marburg CDU fordert Überholverbot für Lkw
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:58 18.08.2018
Die CDU will ein Lkw-Überholverbot auf der Stadtautobahn, nachdem die SPD bereits ein Nacht-Tempolimit forderte. Die Grünen bejahen das, verweisen aber auf den Bund. Quelle: Tobias Hirsch
Anzeige
Marburg

„Wir möchten ein grundsätzliches Überholverbot für Lkw auf diesem Streckenabschnitt anregen und geprüft wissen“, sagt Jens Seipp, CDU-Vize-Fraktionschef. Ein wie von der SPD nun gefordertes Maximaltempo 80 zwischen spätem Abend und frühem Morgen sei (OP berichtete) für die Lärmreduzierung entlang der Stadtautobahn ein „guter erster Schritt“ und auf der B 3 in Richtung Norden „bereits gelebte Praxis in vielen Ortsdurchfahrten“, sagt Roger Pfalz, CDU-Fraktionschef.

Perspektivisch müsse es aber ein rund um die Uhr greifendes Maximaltempo 80 / 60 statt des geltenden 100 / 80 geben, sagt CDU-Parteichef Dirk Bamberger. Dieser Schritt sei „längst überfällig“ und müsse als Anliegen vieler Marburg-Bewohner auch bei der Hessischen Landesregierung – die von der CDU geführt wird – 
„gehört werden“.

Anzeige

Dorn: Kommunen vor Ort sollten solche Fragen entscheiden

Die Stadtverwaltung hat aber nach eigenen Angaben auf der B 3 keine Befugnisse, Tempolimits oder Überholverbote – auch nur für Lkw – zu verhängen. Diese Entscheidung müsse Hessen Mobil fällen. Aber nicht, wie SPD- und CDU-Stadtverordnete es bei ihren Forderungen andeuten, wohl auf Grundlage von hessischen, 
also von Landesvorgaben, sondern fußend auf Bundesvorschriften.

„Die Kommunen vor Ort sollten solche Fragen entscheiden können“, sagt Angela Dorn, Grünen-Spitzenpolitikerin und Stadtverordnete aus Wehrda. Zumal eine städtische ­Anordnung von Geschwindigkeitsbegrenzungen schneller und billiger umzusetzen sei als Straßensanierungen wie etwa das Verlegen von Flüsterasphalt oder der Bau von Lärmschutzmauern.

„Bei allem, was eine Entlastung bringt, sind wir dabei.“ Nach den jüngsten Lärm-Berechnungen auf der B 3 sei klar: Die Verkehrsbelastung auf der Stadtautobahn sei in den vergangenen Jahren ebenso gestiegen wie der Geräuschpegel (OP berichtete). Und trotzdem lägen sie noch unterhalb der festen Grenzwerte von 70 Dezibel. Diese geltende Lärm-Regelung sei „den Menschen in Marburg nicht dienlich“.

Grüne: Bund muss Marburgs 
„Kesselproblem“ erkennen

Die Bundesregierung aus CDU und SPD, das Bundesverkehrsministerium müsse die „besondere Topografie“ der Universitätsstadt, das „Kesselproblem“ anerkennen, die Lärm-Grenzwerte reformieren und „angemessene Tempolimits“ zulassen. Entsprechende Vorstöße 
habe es seitens Hessens, seitens Tarek Al-Wazir (Landesverkehrsminister) gegeben – konkret 
eine Absenkung der zulässigen Tages-Grenzwerte auf 67 Dezibel.

Gescheitert sei das Land Hessen an der von 
Groko-Ministern dominierten Bundesverkehrsministerkonferenz. Dorn sieht daher den SPD-Bundestagsabgeordneten Sören Bartol in einer besonderen Verantwortung für die Fragen nach Tempolimits oder Überholverboten auf der Stadtautobahn. „Der Hebel liegt beim Bund“, sagt sie.

von Björn Wisker