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Marburg Marburger Band im OP-Live-Stream
Marburg Marburger Band im OP-Live-Stream
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15:09 11.05.2020
Passten perfekt in die tolle Bibliotheks-Kulisse der Kulturscheune in Dagobertshausen: Elisa Friedrich, Franziska Knetsch und Michael Bandac begeisterten. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

„Es ist eine Ehre, dass wir hier spielen dürfen. Ich bin sprachlos“, sagt Michal Bandac in die Kamera. Nach dem „Tanz in den Mai“ mit den Marburger Singer-Songwritern Robert Oberbeck und Philipp Kalabis präsentierten die vier Partner Vila Vita Marburg, flashlight, OP und mr//media zum Muttertag am 10. Mai ihr zweites Online-Konzert per Live-Stream. Diesmal nicht aus der OP-Druckerei in der Frauenbergstraße, sondern aus der Event- & Kulturscheune in Dagobertshausen.

Dort wo bereits Stars wie Anastacia, Clueso, Gregor Meyle, Tim Bendzko, Revolverheld oder Max Giesinger aufgetreten sind, enterten die Marburger Schauspielerin und Sängerin Franziska Knetsch, ihr Ehemann, der in Marburg lebende kanadische Gitarrist und Songschreiber Michal Bandac, und die Geigerin Elisa Friedrich die schmucke Bühne vor der Bibliothek und einem Kamin. Zusammen sind sie das Trio „Bloody Merry“.

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In Corona-Zeiten treten sie allerdings nicht vor Publikum auf, sondern vor Kameras, die das Konzert live und ungeschnitten per Video-Stream auf dem OP-Facebook-Kanal und der OP-Homepage in die Wohnzimmer transportierten. Souverän moderiert wurde der Auftritt von der OP-Redakteurin Nadine Weigel, die auch stets einen Blick auf die Social-Media-Kanäle hatte und deutlich machte: „Viel Liebe aus Marburg schlägt euch entgegen.“ Und auch aus der Schweiz, aus Kanada, den USA und dem Badischen.

Franziska Knetsch, Michal Bandac und Elisa Friedrich – drei tolle Musikerinnen und Musiker – begeisterten mit entspanntem Gypsy Jazz, Songs aus dem Amy-Winehouse-Programm, das Franziska Knetsch am Hessischen Landestheater gespielt hat, und eigenen Songs wie „Black Madonna“ und einer Hymne zur Coronapandemie: „Will you come over, when this is over“ – „wirst du rüberkommen, wenn dies alles vorbei ist?“, heißt es darin.

Liste mit royalen „Mamis“ wird vorgetragen

Zwischendurch dankten sie allen Müttern mit einem „Love Song“ und mit Michal Bandacs „royaler Liste“ von „Mamis“. Auch für seine Mutter hatte er einen „Hi-Mom-Moment“.

Die Corona-Pandemie hat Industrie, Handel und Handwerk und insbesondere auch die Kulturszene massiv betroffen. Für viele freie Musikerinnen und Musiker, die von Auftritten vor Publikum leben, sind die Einnahmen komplett weggebrochen. Theater, Klubs und Kneipen mit Live-Bühnen sind noch dicht.

Kultur geht in Zeiten von Corona daher neue Wege – so wie Vila Vita, flashlight, Oberhessische Presse und mr//media mit Live-Streams. So sollen, wie OP-Geschäftsführerin Ileri Meier im Vorfeld betonte, ein wenig Abwechslung und Freude in den Alltag der Menschen im Landkreis gebracht werden.

Gleichzeitig ist die Reihe ein Podium für die vielfältige heimische Musikszene, die mit den live über das Internet gestreamten Konzerten auch deutlich machen kann: Wir sind noch da! „Bloody Merry“ nutzte die Chance grandios mit großartiger Musik.

Obwohl ohne Publikum gespielt wurde, kam Live-Atmosphäre rüber. Und sogar zwei Zugaben spielte das Marburger Trio. „Danke an Euch alle da draußen. Und wir gehen jetzt von dieser Bühne – wir können uns kaum trennen.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Franziska Knetsch, die Fans des Hessischen Landestheaters und der Hörtheatrale längst in ihre Herzen geschlossen haben.

Von Uwe Badouin

11.05.2020
11.05.2020
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