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Marburg Die Apotheken sind bereit
Marburg Die Apotheken sind bereit
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20:49 11.06.2021
Johanna Traeger, Inhaberin der Sonnenapotheke, wird den zu erwartenden Ansturm wegen des Covid-Passes am Fenster-Schalter abfangen.
Johanna Traeger, Inhaberin der Sonnenapotheke, wird den zu erwartenden Ansturm wegen des Covid-Passes am Fenster-Schalter abfangen. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Die Vorbereitungen sind getroffen: Johanna Traeger, Inhaberin der Sonnen-Apotheke in Marburg, steht am Fenster-Schalter mit Maske hinter einer Plexiglasscheibe. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen sind bereit für die digitale Nachtragung der Corona-Impfung, die am kommenden Montag starten soll. Auch Arztpraxen oder das Impfzentrum sollen einen digitalen Nachweis ausstellen.

„Die technischen Vorbereitungen haben wir gemacht“, sagt Traeger. Für einen digitalen nachträglichen Impfausweis werden zum einen die Impfbescheinigung oder der gelbe Impfpass und zum anderen ein amtlicher Lichtbildausweis benötigt. In der Theorie läuft eine Impfnachtragung wie folgt ab: „Interessierte können ohne Voranmeldung kommen. Zuerst werden die Daten von uns in einen Computer eingegeben und mit den RKI-Daten abgeglichen. Daraufhin wird ein QR-Code ausgestellt, den man mit seinem Smartphone einscannen kann“, erläutert Traeger.

Außenschalter ist eingerichtet

Um den Impfnachweis auf dem Smartphone bei sich zu haben, gibt es zwei Apps, die die geimpfte Person nutzen kann: Die Corona-Warn-App (CWA) und die CovPass-App. In den Apps werden die Impfzertifikate lokal auf dem Smartphone gespeichert. Die CovPass-App verfügt im Gegensatz zur CWA nicht über eine Kontaktnachverfolgungs-Funktion. „Der digitale Impfnachweis ist eine Alternative zum gelben Impfpass“, sagt Traeger. Der digitale Impfnachweis ist keine Pflicht und die bisherigen Impfzertifikate bleiben gültig.

Für Traeger ist eine weitere Sache wichtig: „Die normale Arzneimittelversorgung muss auch sichergestellt bleiben“. Personen, die eine digitale Nachtragung wünschen, „brauchen nicht in die Apotheken zu kommen. Wir haben einen Außenschalter eingerichtet“. Wie viel Mehraufwand es genau werde, wisse die Inhaberin noch nicht. „Aber wir machen es gerne, weil die Hausarzt-Praxen überlastet sind.“

Offene Fragen beim Datenschutz

Ähnlich sieht es auch Jörg Thorwarth, Inhaber der Thor-Apotheke in Stadtallendorf. „Ich finde es gut. Ich sehe uns als Dienstleister“. Er habe sich für die nachträgliche Ausstellung der digitalen Impfnachweise registriert. Er sehe die Aufgabe als „grundsätzlich machbar“ an. Das Impfzentrum in Marburg sieht sich ebenfalls technisch gerüstet. Der Landkreis teilte mit, dass Personen, die im Impfzentrum geimpft wurden, per Brief vom Land einen QR-Code für den digitalen Nachweis erhalten. Zudem solle es möglich sein, dass Geimpfte direkt nach der Impfung einen QR-Code vom Impfzentrum erhalten, teilt Stephan Schienbein, Pressesprecher des Landkreises, auf OP-Nachfrage mit. Allerdings gebe es unter anderem noch offene Fragen bezüglich des Datenschutzes, die mit dem Bundesgesundheitsministeriums geklärt werden müssten. Am Montag wird sich zeigen, wie der Start der Nachtragung der digitalen Impfnachweise ablaufen wird. Apotheken und Impfzentren sind vorbereitet.

Dr. Susanne Rück, Sprecherin der Apotheken in Marburg und Umland, ist allerdings skeptisch, was den pünktlichen Start am Montag betrifft, da am 14. Juni zunächst „völlig überraschend“ ab 8 Uhr neue Passwörter für das entsprechende Portal an die Apotheken vergeben werden müssten.

„Da, Stand heute, noch nicht sicher zugesagt werden kann, wann die Vor-Ort-Apotheken danach tatsächlich im Besitz ihrer neuen Zugangsdaten sein werden, empfehle ich, dass unsere Kunden ab der nächsten Woche in ihrer Stammapotheke schon mal den rein bürokratischen Teil erledigen und mit ihrer Vor-Ort-Apotheke vereinbaren, wie nach Zuteilung der frischen Apotheken-Zugangsdaten verfahren werden soll“, sagt sie. Auch seien noch rechtliche Fragen offen. Die Apotheken seien nicht der Hemmschuh, betont sie – „wir werden hier ausgebremst“.

Auf der Internetseite

www.mein-apothekenmanager.de können ab Montag die Apotheken eingesehen werden, die Impfnachweise ausstellen. Zudem finden sich auf dem Portal ebenfalls die Apotheken, die Schnelltests anbieten.

Von Lucas Heinisch und Andreas Schmidt

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