Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Kunstprojekt auf dem Rudolphsplatz
Marburg Kunstprojekt auf dem Rudolphsplatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 06.04.2022
Die Panorama-Fotomontage zeigt den Marburger Rudolphsplatz.
Die Panorama-Fotomontage zeigt den Marburger Rudolphsplatz. Quelle: Thorsten Richter
Anzeige
Marburg

Marburg ist schön, vor allem die Innenstadt. Darüber herrscht weitgehend Einigkeit. Aber es gibt einen Platz im Zentrum, der ziemlich aus dem Rahmen fällt. Der Rudolphsplatz, entstanden in den 1960er- und 1970er-Jahren, liegt zwar sehr zentral und eigentlich idyllisch an der Lahn. Doch die Aufenthaltsqualität ist ziemlich gering. Oben läuft die Straße lang, darunter eine Unterführung, die eher selten genutzt wird. Fußgänger nehmen lieber die Ampel auf der oberen Ebene. Geplant und gebaut wurde er in einer Zeit, in der der Fokus auf der autogerechten Stadt lag. Der Rudolphsplatz ist bis heute einer der meistbefahrenen Verkehrsknotenpunkte der Stadt Marburg.

Diskussionen und Pläne, ihn neu zu gestalten, gibt es schon lange. Im September 2011 standen die Sieger eines internationalen Ideenwettbewerbs für die Umgestaltung des Rudolphsplatzes fest. Doch passiert ist seither außer der Sanierung der Weidenhäuser Brücke wenig.

Von Freitag (8. April) an steht der Rudolphsplatz nun im Zentrum eines städtischen Projekts mit dem Titel „Kunst.Labor.Stadt.Platz“. Es ist Teil der Jubiläumsfeiern Marburg800 und soll bis in den Herbst hinein an der Unterführung Kunst- und Kreativaktionen bieten. Organisiert wird das Projekt vom Fachdienst Kultur in Zusammenarbeit mit vielen Kooperationspartnerinnen und -partnern, teilte die Stadt Marburg mit. Mit dabei sind das Institut für Bildende Kunst, der Kunstverein, die Foto-Community, die Kunstwerkstatt, das Institut für Kirchenbau und Kunst der Gegenwart, das Museum für Kunst und Kulturgeschichte, der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler und die örtliche Hiobs Bar.

Eröffnung ist am Freitag und Samstag

Eröffnet wird „Kunst.Labor.Stadt.Platz“ am Freitag und Samstag, 8. und 9. April, mit einem Mix aus Musik, Videoprojektionen und Lichtspielen. Jeweils ab 19.30 Uhr ist nach Auskunft des Fachdiensts Kultur „eine große Raum-Intervention und Klangskulptur zu erleben“. Mit der Komposition „Yas y Gosia“, zu Deutsch „Händel und Gretel“, kommt ein Mix aus Musik, Videoprojektionen von Anastasija Delidova und Lichtspielen der Raum-Zeit-Piraten zur Erstaufführung. Die audiovisuelle Komposition wird von der Big-Band „The Dorf“ aus dem Ruhrgebiet umgesetzt.

Seit Anfang April ist die Videoinstallation „Re:mixed“ der Kölner Künstlerin Gudrun Barenbrock auf der Wand des Kunstvereins am Gerhard-Jahn-Platz zu sehen – auch sie ist Teil des Projekts.

Ab dem 21. April 2022 treten am Rudolphsplatz dann Studierende und Lehrende aus dem Institut für Bildende Kunst mit in Aktion. Licht und Schatten stehen bei der Installation im Mittelpunkt. In einen dunklen Raum werden Bildwerke mit nachleuchtender Farbe projiziert. So entstehen Nachbilder, die erst langsam verblassen, während das nächste Motiv eingespielt wird. Diese temporären Collagen werden bis zum 20. Mai zu erleben sein.

Vom 27. April bis zum 20. Juli macht der Kunst-Koffer der Kunstwerkstatt jeweils mittwochs am Rudolphsplatz Station. Drei Monate lang laden die mit Ton und Farben gefüllten Koffer mitten im städtischen Trubel kostenlos zum Experimentieren ein. Und vom 14. bis 17. Juli wird der Platz zur Location für ein Musiclab, mit Sessions, Produktion und Abschlusskonzert für 16- bis 24-Jährige.

Das Kunstprojekt will „das Scharnier zwischen Oberstadt, Weidenhausen sowie Unistraße und Gutenbergstraße“ attraktiver machen und Denkanstöße für die Zukunft geben. „Niemand, der in Marburg lebt, kommt um diesen Ort herum. Und warum auch?“, lautet der Grundgedanke der AG Kunst bei der Platzauswahl für dieses Projekt.