Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg „Kleine Stadtgeschichte“ in aktualisierter Auflage erschienen
Marburg „Kleine Stadtgeschichte“ in aktualisierter Auflage erschienen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:00 12.03.2022
Das Buchcover von Erhart Dettmerings Buch.
Das Buchcover von Erhart Dettmerings Buch. Quelle: Repro:OP
Anzeige
Marburg

Pünktlich zum Stadtjubiläum „Marburg 800“ ist eine Neuauflage zu vermelden. Im Regensburger Pustet-Verlag ist jetzt das Buch „Marburg. Kleine Stadtgeschichte“ jetzt in dritter, aktualisierter Auflage erschienen. Erhart Dettmering – langjähriger Leiter des Presseamts der Stadt Marburg und Autor mehrerer lokalhistorischer Bücher – rekapituliert darin kompakt und gleichzeitig umfassend 800 Jahre Stadtgeschichte. Der Autor nimmt die Leser auch mit auf eine Zeitreise: von den ersten Anfängen der Besiedlung des Schlossberges noch vor der Ersterwähnung Marburgs als Stadt bis hin zur Gegenwart.

Als schreibender „Rathausgockel“ sorgte Dettmering früher mit seinen Kolumnen im städtischen Monatsmagazin „Studier mal Marburg“ für Aufmerksamkeit. Im Jahr 2007 legte der ehemalige Leiter der städtischen Presseabteilung und Historiker seine kleine Marburger Stadtgeschichte vor, die einen kursorischen Überblick über die Geschichte der Universitätsstadt liefert. Nachdem die erste Auflage ausverkauft war, lag die zweite, leicht erweiterte Auflage im Jahr 2015 vor. Aus aktuellem Anlass und noch einmal ein wenig erweitert gibt es jetzt die dritte Auflage.

Als Wirkungsort und Grablege der heiligen Elisabeth erreichte Marburg bereits im hohen Mittelalter als viel besuchtes Pilgerziel weitreichende Bedeutung. Von hier aus legten die Nachfahren Elisabeths als Landgrafen den Grundstein für das Land Hessen. Hier gründete Philipp der Großmütige 1527 die erste protestantische Universität und moderierte im Schloss das Marburger Religionsgespräch zwischen Luther und Zwingli. Die Geschichte dieser Zeiten von Elisabeth und Philipp findet ebenso ihren Nachhall in dem Buch wie spätere Jahrhunderte bis hin zur Gegenwart.

Umfassend geht es beispielsweise um die Geschichte des Landgrafenschlosses. Hoch über der Stadt Marburg thronend diente es in seiner bewegten Geschichte als Residenz, Festung, Garnison, Gefängnis, Staatsarchiv und sogar als Collecting Point der Amerikaner.

Das Buchcover von Erhart Dettmerings Buch. Quelle: Repro:OP

Die Oberstadtsanierung in den 70er-Jahren ist ein weiteres zeitgeschichtliches Thema in dem Buch. Und Sicherheit in der Oberstadt? Diese Frage war schon vor einigen Jahrhunderten ganz aktuell. Und Dettmering liefert dazu auch ganz konkrete Beispiele aus der Marburger Alltagsgeschichte: So ordnete der Marburger Magistrat damals an, dass es den Studenten verboten sei, in den Vorlesungen Waffen zu tragen, abends nach 9 Uhr noch das Haus zu verlassen und im Bett zu rauchen. Außerdem sollten 16 bewaffnete Bürger nachts in der Oberstadt Wache halten.

Interessant ist auch, dass bei der Hochzeit Landgraf Wilhelms IV. 1566 unter anderem 77 Ochsen und 191 Kälber geschlachtet wurden für die Bewirtung der Gäste und 1 873 Pferde in der Stadt und den umliegenden Dörfern untergebracht werden mussten.

Die übersichtliche Kapiteleinteilung ist angereichert mit Anekdoten, Biografien und Hintergrundinformationen, etwa zum Deutschen Orden, zum „Hessischen Landboten“ oder zur Saalschlacht im Gasthof Ruppersberg. Zahlreiche Abbildungen und eine Stammtafel aller hessischen Herrscher bis 1918 ergänzen den Text.

Erhart Dettmering: „Marburg. Kleine Stadtgeschichte“. Pustet Verlag. 216 Seiten. 14,95 Euro

Von Manfred Hitzeroth

13.03.2022
Marburg Internationale Wochen gegen Rassismus - Marburg zeigt Haltung gegen Rassismus
15.03.2022