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Marburg Marburg will Photovoltaik-Leistung verdoppeln
Marburg Marburg will Photovoltaik-Leistung verdoppeln
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15:31 29.06.2021
Thomas Kopp (von links; städtischer Energieberater, Stadtwerke-Geschäftsführer Holger Armbrüster, Axel Erdmann (Scientists for Future Marburg), Stefanie Mai (Parent for Future Marburg), GeWoBau-Geschäftsführer Jürgen Rausch, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Klimadezernent Wieland Stötzel und Demian Botros von Fridays for Future Marburg auf einem Dach eines GeWoBau-Mietshauses am Richtsberg, auf dem eine Mieterstrom-PV-Anlage installiert ist.
Thomas Kopp (von links; städtischer Energieberater, Stadtwerke-Geschäftsführer Holger Armbrüster, Axel Erdmann (Scientists for Future Marburg), Stefanie Mai (Parent for Future Marburg), GeWoBau-Geschäftsführer Jürgen Rausch, Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Klimadezernent Wieland Stötzel und Demian Botros von Fridays for Future Marburg auf einem Dach eines GeWoBau-Mietshauses am Richtsberg, auf dem eine Mieterstrom-PV-Anlage installiert ist. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Marburg

Mit dem Klima-Aktionsplan hat sich die Universitätsstadt Marburg das Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu werden – und zwar nicht nur in öffentlichen Gebäuden, sondern in der ganzen Stadt. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, beteiligt sich die Stadt Marburg gemeinsam mit den Stadtwerken, der Philipps-Universität und verschiedenen Klima-Gruppen am Wattbewerb – einem bundesweiten Wettbewerb zum Ausbau der Photovoltaik-Leistung.

„Wir wollen die Photovoltaik-Leistung mit dem Wattbewerb bis 2024 verdoppeln“, gibt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies an. Derzeit gibt es 1.111 Photovoltaik-Anlagen im Netz der Marburger Stadtwerke. Dadurch werden jährlich rund 19 Megawatt Leistung durch Sonnenenergie gewonnen. „Die Aktion soll neuen Schwung in den Ausbau der Photovoltaik bringen und alle können dabei mitmachen“, sagt Spies und verweist auf Fördermöglichkeiten mit Zuschüssen aus dem Programm „klimafreundlich Wohnen“.

Begeisterung für Klimaschutz wecken

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, seien alle gefordert: Von der Stadt über große Institutionen, Verwaltungen, Wohnungsbaugesellschaften und Unternehmen bis hin zum privaten Engagement durch Hausbesitzer und Mieter. Für Letztere gibt es sogar speziell zugeschnittene Mini-Anlagen.

Für den Strom aus der Sonne gibt es nach Ansicht von Bürgermeister und Klimadezernent Wieland Stötzel in Marburg noch viel Potenzial. Egal ob auf kleinen oder großen Gebäudedächern, Garagen Balkonen und freien Flächen: „Wir selbst haben bislang 30 Prozent der geeigneten Flächen auf unseren eigenen Gebäuden mit Photovoltaik ausgestattet“.

Auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft GeWoBau hat bisher auf 64 Gebäuden Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von fast 2.000 Kilowattstunden installiert. „Damit können wir einen ganzen Ort von der Größe Schröcks mit Strom versorgen“, erklärt GeWoBau-Geschäftsführer Jürgen Rausch: „Auch wenn wir uns damit bereits sehen lassen können, sind wir bestrebt, die Solartechnik sowohl bei Neubauten als auch bei Altbauten weiter auszubauen“.

Oberbürgermeister Spies will mit dem Wattbewerb nicht nur die Begeisterung für den Klimaschutz wecken, sondern auch neue Kooperationen schaffen und den Klimaschutz stadtweit als „Teamsport“ etablieren.

Dass Letzteres bereits funktioniert, beweist die Beteiligung der Marburger Klimagruppen Fridays for Future, Parents for Future und Scientists for Future. „Wir fordern schon seit langem ein Umdenken in der Energiewirtschaft. Wir dürfen uns keine Zeit lassen, sondern müssen mit viel Druck dahinter sein. Der Wattbewerb ist ein gutes Vorhaben, das durch eine breite Unterstützung der Stadtgesellschaft endlich Veränderungen herbeiführen kann“, sagt Demian Botros von Fridays for Future.

Genau so sieht es auch die Gruppe Parents for Future: „Wir hoffen im Interesse unserer Kinder und Enkel, dass sich möglichst viele Menschen daran beteiligen. Denn nur mit einem massiven Ausbau der Solarenergienutzung können wir das so wichtige Ziel, bis 2030 in Marburg klimaneutral zu sein, erreichen“, sagt Stefanie Mai.

Auch Axel Erdmann, der als Mitglied von Scientists for Future den Wattbewerb mit organisiert, betont die Relevanz von Photovoltaik für den Klimaschutz: „Damit kann eine Voraussetzung geschaffen werden, die zur Energiegewinnung gewohnte Verbrennung fossiler Energieträger deutlich zu reduzieren und schließlich zu verdrängen.“

Deutschlandweit beteiligen sich mehr als 100 Städte am Wattbewerb. Ziel ist es, die Energiewende in Deutschland durch den Ausbau von Photovoltaik stark zu beschleunigen. Organisiert wird die Aktion von Fossil Free Karlsruhe, Parents for Future Germany, Fridays for Future Deutschland und Scientists for Future Deutschland. Der Wattbewerb läuft bis 2024. Sieger ist diejenige Kommune, die es schafft, ihre Photovoltaik-Leistung im Stadtgebiet zu verdoppeln.

Photovoltaik-Beratung

Die Stadt Marburg hilft dabei, die Sonne einzufangen: Hausbesitzer können mit Zuschüssen bis zu 5 000 Euro für eine Photovoltaik-Anlage und 500 Euro für die Installation eines Stromspeichers aus dem Förderprogramm „klimafreundlich Wohnen“ rechnen. Für Mieter, die sich zum Beispiel eine Mikro-Photovoltaikanlage für den Balkon anschaffen wollen, gibt die Stadt 150 Euro dazu. Schon in dieser Woche wird der Wattbewerb konkret: Die Stadt Marburg bietet am Donnerstag, 1. Juli, und am Freitag, 2. Juli, jeweils von 15 bis 19 Uhr an einem Info-Stand am Elisabeth-Blochmann-Platz Photovoltaik-Beratungen an. Weitere Beratungen sind für den Sommer geplant. Darüber hinaus hat die Volkshochschule im kommenden Wintersemester eine Kursreihe zur eigenen Photovoltaikanlage im Programm.
Informationen und Kontakt: Wer Informationen zu Förderprogrammen, Antragsformularen, Anregungen oder Fragen zum Klimaschutz oder zum Wattbewerb hat, kann sich an das Klimaschutzteam der Stadt Marburg wenden. Telefon 06421/201-2068, klimaschutz@marburg-stadt.de

Von Tobias Hirsch

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