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Marburg Umweltschutz in Becherform
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13:58 15.07.2021
Die Stadt Marburg fördert das Mehrwegpfandsystem „RECUP“. Das Café Wertvoll ist seit 2019 dabei. Von links: Andrea Heinz (Fachdienst Umwelt), Wieland Stötzel (Bürgermeister Marburg), Daniela Maurer (Stadtmarketing Marburg) und Paul Schilhansl (Mit-Inhaber Café Wertvoll).
Die Stadt Marburg fördert das Mehrwegpfandsystem „RECUP“. Das Café Wertvoll ist seit 2019 dabei. Von links: Andrea Heinz (Fachdienst Umwelt), Wieland Stötzel (Bürgermeister Marburg), Daniela Maurer (Stadtmarketing Marburg) und Paul Schilhansl (Mit-Inhaber Café Wertvoll). Quelle: Lucas Heinisch
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Marburg

Kaffee gekauft, getrunken, Pappbecher weggeworfen: Damit soll in Zukunft Schluss sein. Die Stadt Marburg unterstützt die Marburger Gastronomiebetriebe bei der Einführung von Mehrwegalternativen für Kaffeebecher und Essensschalen. Dabei wird auf das Mehrwegpfandsystem „RECUP“ gesetzt.

„Wir sind seit August 2019 dabei“, sagt Paul Schilhansl vom Café Wertvoll in Marburg. Er ist Mit-Inhaber des Cafés und von dem Mehrwegpfandsystem „RECUP“ überzeugt. Auf Kaffeebecher aus Papier könne man schon bald gänzlich verzichten. Das Café werde „bald nur noch RECUP-Becher verwenden“, erzählt Schilhansl.

Begeisterung auf allen Seiten

Aber nicht nur das Café, sondern auch die Kundinnen und Kunden sind von den Mehrwegprodukten begeistert. „Es wurde sofort gut angenommen“, sagt Schilhansl, der das Café Wertvoll gemeinsam mit zwei Freunden seit September 2018 führt. Um diese Entwicklung sowie Nachhaltigkeit und Klimaschutz weiter voranzutreiben, fördert die Stadt Marburg die Einführung des „RECUP“, eines Mehrwegpfandbechers, und der „REBOWL“, einer Mehrwegpfandschale.

„Ein einheitliches Mehrwegpfandsystem der Gastronomiebetriebe sorgt dabei nicht nur für mehr Klarheit auf Seiten der Nutzerinnen und Nutzer, sondern auch für weniger Umweltverschmutzung“, erklärt Bürgermeister und Umweltdezernent Wieland Stötzel. Verpackungsmüll könne so verringert werden.

Betriebe können zwölf Monate testen

Konkret übernimmt die Stadt Marburg die Systemnutzungsgebühr für das „RECUP“-System für die ersten zwölf Monate. Maximal sind dies 372 Euro. Gastronomiebetriebe können „das System ohne Risiko ein Jahr lang testen“, wie die Stadt mitteilt. Derzeit gebe es in Marburg mehr als 20 Betriebe, die das System bereits nutzen. Diese Betriebe könnten ebenfalls das Förderangebot in Anspruch nehmen.

Bis Ende August habe man Zeit, sich als „RECUP“-Partner zu registrieren, um anschließend die städtische Förderung zu erhalten. Die Becher und Schalen bestehen aus dem Kunststoff Polypropylen, sind schadstofffrei und zu 100 Prozent recyclebar. Der Gastronomiebetrieb kann die Becher und Schalen flexibel vom Hersteller leihen und an diesen zurückgeben. Das Pfand für den Becher liegt bei einem Euro und für die Schale bei fünf Euro.

Bald zu Alternative verpflichtet

Viele Gastronomiebetriebe in Deutschland sind ab 2023 dazu verpflichtet, den Kundinnen und Kunden Mehrwegbehälter als Alternative zu Einwegbehältern für Speisen und Getränke zum Mitnehmen anzubieten. Da sei es gut, vorzusorgen, wie Daniela Maurer vom Stadtmarketing Marburg sagt.

Andrea Heinz vom Fachdienst Umwelt, Klima- und Naturschutz, Fairer Handel der Stadt Marburg betont darüber hinaus die Langlebigkeit der Pfandbecher von „RECUP“. Laut „RECUP“ könne dieser bis zu 1000 Mal wiederverwendet werden. Stötzel erklärt zudem, dass die Mehrwegprodukte von „RECUP“ deutschlandweit bei teilnehmenden Gastronomiebetrieben zurückgegeben werden könnten.

Von Lucas Heinisch