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Marburg Marburg und Nahverkehr setzen auf Vernunft
Marburg Marburg und Nahverkehr setzen auf Vernunft
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12:55 06.08.2020
OP-Redakteurin Katja Peters beim Selbsttest in einem Stadtbus. Foto: Katja Peters
OP-Redakteurin Katja Peters beim Selbsttest in einem Stadtbus. Quelle: Katja Peters
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Marburg

Angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland rückt die Maskenpflicht immer stärker in den Blickpunkt. Mehrere Bundesländer verschärfen die Gangart, um „Maskenmuffeln“ in Bussen und Bahnen Herr zu werden.

So will etwa Nordrhein-Westfalen bei Verstößen gegen die Maskenpflicht künftig ohne Vorwarnung ein Bußgeld von 150 Euro verhängen. In Berlin zahlen Maskenmuffel, wenn sie erwischt werden, schon jetzt bis zu 500 Euro.

Und auch in Bayern werden die Maskenmuffel stark kritisiert: „Wenn eine Minderheit meint, sich nicht an die Maskenpflicht halten zu müssen, ist das nicht akzeptabel“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

In Hamburg werden sogar Ladeninhaber, die nicht darauf achten, dass Kunden oder Angestellte einen Mundschutz tragen, mit einer Geldzahlung zwischen 500 und 1.000 Euro bestraft.

Wiesbaden hält an Bußgeldkatalog fest

Seit Mitte Juli geht die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland wieder deutlich nach oben. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen, 5. August, meldete, wurden binnen eines Tages 741 Neuinfektionen gemeldet. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist die Zahl der aktiven Fälle 4, nachgewiesen sind 229 Fälle. Vier Personen sind gestorben.

In öffentlichen Verkehrsmitteln soll die Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske deshalb rigoroser durchgesetzt werden als bisher, zumindest in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

Aus Wiesbaden kam am Mittwoch erst einmal kein geänderter Bußgeldkatalog. 50 Euro werden nach wie vor nur bei wiederholten Verstößen fällig, heißt es auf der Internetpräsenz des hessischen Sozialministeriums. Weder der Rhein-Main-Verkehrsverbund noch der Marburger Nahverkehr wollen die Kontrollen verstärken.

In Marburg seit April 80 Verstöße gemeldet

„Es ist außerordentlich erfreulich, dass unsere Fahrgäste das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung sehr ernst nehmen und bis auf einige Ausnahmen auch umsetzen. Wir setzen auf das verantwortungsbewusste Verhalten unserer Fahrgäste und appellieren, die Maskenpflicht ernst zu nehmen und sich daran zu halten“, hieß es am Mittwoch auf OP-Nachfrage von den Stadtwerken.

„Die Fahrer weisen im Bedarfsfall über das sich im Bus befindliche Informationssystem anlassbezogen, wenn sich beispielsweise ein Fahrgast ohne Mund-Nasen-Bedeckung im Bus befindet, nochmals auf die Maskenpflicht mit einer Sprachansage hin“, heißt es weiter. Der Verkehrsverbund verweist auf seiner Webseite auf die seit April bestehende Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Das Ordnungsamt in Marburg meldete 80 Verstöße gegen die Maskenpflicht seit Ende April. „Die bisherigen Erfahrungen bei den Kontrollen der vergangenen Wochen zeigen, dass die allermeisten Menschen sich an die Auflagen halten beziehungsweise das tun, wenn sie darauf hingewiesen werden“, informierte die Pressestelle.

Anonyme Beschwerden helfen Polizei nicht

Zusammen mit der Stadtpolizei sind Mitarbeiter des Ordnungsamtes regelmäßig im öffentlichen Raum unterwegs und kontrollieren die Einhaltung der geltenden Regelungen. Wenn konkrete Mitteilungen an das Ordnungsamt gegeben werden, geht die Stadtpolizei diesen Fällen nach. Sie werden erfasst und an den Landkreis weitergeleitet. Problematisch wird es, wenn sich die Beschwerdeführer nicht als Zeugen zur Verfügung stellen wollen oder die Hinweise anonym eingegangen sind.

„Dann lassen sich die Verstöße nicht nachweisen und auch nicht ahnden“, so die Stadt Marburg. All diejenigen, die sich beschwerten, erhielten gleichzeitig den Hinweis, dass sie die Verstöße auch direkt beim Gesundheitsamt zur Anzeige bringen können. Einige gaben an, sich das noch überlegen zu wollen. Wie viele Bußgeldverfahren vom Landkreis bisher durchgeführt wurden, ist nicht bekannt.

Letztlich sind Ladenbesitzer, Gastronomen, Banken, Post und ÖPNV in der Pflicht zu gewährleisten, dass die Maßnahme in ihren Gebäuden eingehalten werden. Sie haben auch selbst ein großes Interesse daran, dass die Infektionszahlen nicht explodieren und es damit zu erneuten Schließungen kommt.

Von Katja Peters und unserer Agentur