Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Marburg radelt sich vor
Marburg Marburg radelt sich vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:43 22.03.2021
Tina Rollenske nutzt das Lastenfahrrad als Mama-Taxi, um Marlene und Jonathan durch Ockershausen zu kutschieren.
Tina Rollenske nutzt das Lastenfahrrad als Mama-Taxi, um Marlene und Jonathan durch Ockershausen zu kutschieren. Quelle: Foto: Thorsten Richter
Anzeige
Marburg

Der ADFC-Fahrradklimatest ergab: Das Radfahren in Hessen ist in Marburg am angenehmsten. Für die Untersuchung der Verkehrsfreundlichkeit in Städten von 50 000 bis 100 000 Einwohnern befragte der Club im Herbst bundesweit mehr als 225 000 Menschen in 1 024 Städten und Gemeinden, 109 davon in Hessen.

Bei den mittelgroßen Städten eroberte Marburg den ersten von 110 Plätzen in Hessen, überholte Rüsselsheim als Spitzenreiter und ließ Gießen als 40. weit hinter sich liegen. Für Marburg stimmten mehr als 400 Teilnehmer, vergaben die Gesamtnote 3,59.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies formulierte schon vor einiger Zeit das Ziel, nach dem Titel „Aufsteiger des Jahres“ 2016, bundesweit in die Top Ten vergleichbar großer Städte zu gelangen. Derzeit ist es Rang 14. Doch um dieses Ziel zu erreichen, müssen noch einige Hindernisse beseitigt werden.

Probleme gibt es in Marburg im Vergleich mit anderen Orten vor allem mit Fahrraddieben, das Radfahren durch Jung und Alt sowie Konflikte mit Autos und Lastwagen. Rein aus Marburger Sicht liegen die Probleme bei der Breite der Radwege, der Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen und bei Konflikten mit Autos und Lastwagen.

Kein Wunder, dass die Bewertungen des Sicherheitsgefühls von Radfahrern eher negativ ausfallen. Auch Hindernisse auf Radwegen und Radfahrstreifen sind ebenso ein Ärgernis wie die Häufigkeit von Fahrraddiebstählen.

Ebenfalls schlechte Noten gibt es für die Breite der Fahrradwege und das Vorbeiführen an Baustellen. Eher positiv wird dagegen die Infrastruktur bewertet wie die Erreichbarkeit des Stadtzentrums oder die Verfügbarkeit von Leihrädern wie „Nextbike“. In der Bewertung schnitt dieser Bereich dann auch am besten ab.

Auch die Umwidmung des Uferstraßen-Bereichs in eine Fahrradzone sorgt offenbar für mehr Komfort. Zuletzt wurden entlang der Großseelheimer Straße Radschutzstreifen sowie rote Wege auf der Panoramastraße eingezeichnet und die Spuren für Autos, Lastwagen und Busse verengt.

Von Gianfranco Fain

Umfrage: Wie zufrieden sind Marburger mit der Radfahrsituation?

Tina Rollenske aus Marburg: Grundsätzlich bin ich zufrieden, aber an einigen Stellen gibt es noch Verbesserungspotenzial.
So zum Beispiel der Weg stadteinwärts von den Lahnbergen. Es gibt zwar inzwischen eine eigene Spur für Radfahrer, diese ist aber bei den Hansenhäusern durch den einbiegenden Verkehr sehr gefährlich. Die Autos halten sich meiner Meinung nach nicht an das Tempolimit und gefährden dort die Radfahrer.
Eine alternative Strecke durch den Wald über den Alten Kirchhainer Weg auf die Lahnberge ist wünschenswert. Diese müsste allerdings im Winter auch geräumt werden und zudem ausreichend beleuchtet sein.
Zudem ist die Weidenhäuser Brücke ein Ärgernis. Hier hätte definitiv ein Radstreifen eingeplant werden müssen.

Christian Zerban aus Marburg: Mittlerweile würde ich der Stadt Marburg eine gute drei geben. Die Uferstraße ist zur Fahrradstraße geworden, das ist eine gute Sache. Auch die Fahrradstreifen in der Bahnhofstraße sind super.
Problematisch ist aktuell wegen der Baustelle die Verbindung vom Rudolphsplatz zur Schulstraße in die Wilhelmsstraße. Die Umleitung finde ich unglücklich und problematisch.
Positiv finde ich dagegen die Leihräderangebote. Und mein Lastenfahrrad sehe ich als gute Alternative zum Auto in Marburg.

Konferenz zum Radverkehr

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf veranstaltet am Donnerstag, 25. März, seine nächste digitale Radverkehrskonferenz mit Informationen zu Entwicklungen und Vorhaben in der Radverkehrsplanung im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Außerdem ist das Alltagsradeln in der Mittelgebirgslandschaft ein Thema.
Die Konferenz beginnt um 18.45 Uhr, eine Einwahl ist schon 15 Minuten vorher möglich. Die Videokonferenz findet über die Online-Plattform „Webex“ statt. Eine Teilnahme ist über den Link https://lkmrbid.webex.com/lkmrbid/j.php?MTID=mbd4443264d5a4c44bf7f7cdeba8a7b01 oder mit der Meeting-Nummer 175 841 5191, verbunden mit dem Passwort „RadKo2503!“, möglich.

Eine Teilnahme ist auch unter der Telefonnummer 089 95 46 75 78 möglich. Anschließend muss die oben genannte Meeting-Nummer 175 841 5191 eingegeben werden.
Die Fragen zur Konferenz nimmt der Fachdienst Bürgerbeteiligung und Ehrenamtsförderung telefonisch unter 06421 / 40 51 751 sowie per E-Mail an buergerbeteiligung@marburg-biedenkopf.de entgegen.

Fragen zur Radverkehrsentwicklung beantwortet Thomas Meyer unter der Telefonnummer 06421 / 40 56 133 sowie per E-Mail an meyerth@marburg-biedenkopf.de.
Bei Problemen wenden sich die Teilnehmer unter der Telefonnummer 06421 / 40 51 751 an den technischen Support.

23.03.2021
Marburg Jugendarbeit und Corona - Jugendhilfe hofft auf Öffnung
23.03.2021