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Marburg Marburg leuchtet im Corona-Jahr weniger hell
Marburg Marburg leuchtet im Corona-Jahr weniger hell
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15:57 21.11.2020
Die bunt illuminierte Elisabethkirche bei „Marburg b(u)y Night“ im Jahr 2018. Aus dem Farbenspiel- und Verkauf-Event wird in diesem Jahr das „Marburger Adventsleuchten“. Quelle: Thorsten Richter/Archiv
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Marburg

Knallig bunte Illuminationen, die einen Abend lang die Innenstadt zum schillernden Publikumsmagneten machen – so wird „Marburg b(u)y Night“ in diesem Jahr nicht ablaufen. Lichtspiele und Adventsstimmung soll es dennoch geben, nur über den ganzen Dezember verteilt.

„,Marburg b(u)y Night’ kann dieses Jahr so nicht stattfinden“, teilt Stadtmarketing-Geschäftsführer Jan-Bernd Röllmann hörbar frustriert beim Pressegespräch mit.

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Mehrmals schon musste sein Team schon umplanen, nun steht fest: Die Stadt muss wegen der Corona-Lage auf eine zentrale Großveranstaltung verzichten, die viele Besucher auf einmal anlocken würde, „wir wollen Menschenansammlungen vermeiden“. Auch eine offizielle Eröffnung, Aktionen zum Event oder Konzerte in den Kirchen können nicht stattfinden, ein langes Einkaufswochenende fällt weg.

Menschen sollen dennoch in die Stadt und zum Einzelhandel gelockt werden, „aber eben nicht in Massen“. Daher wird es eine „entzerrte Variante“ des Events geben: Aus „Marburg b(u)y Night“ wird das „Marburger Adventsleuchten“.

Am 26. November geht’s los

An zwölf Abenden rund um die Adventswochenenden werden durch die Firma Flashlight tragende Gebäude in Marburg bunt angestrahlt – per LED-Beleuchtung mit geringerem Stromverbrauch, berichten die Stadtwerke. Am 26. November geht es los und dann immer Donnerstag, Freitag und Samstag (etwa zwischen 16 und 22/23 Uhr) wird ein anderes Gebäude in Licht getaucht.

Darunter mehrmals das Rathaus und die Elisabethkirche, aber auch der Spiegelslustturm oder der Feuerwehrturm. Und das teilweise in neuem Design, „mal flächig, mal streifig, mal mit etwas Projektion drauf“, berichtet Arwed Fischer, geschäftsführender Gesellschafter von Flashlight Veranstaltungstechnik.

Weihnachtsdeko muss abspecken

Durch das neue Format der Stadtwerke wolle man trotz Corona die beginnende dunkle Jahreszeit „ein bisschen freundlicher, ein bisschen heller gestalten“, ergänzt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. Das gelinge neben den Lichtinstallationen auch mit weihnachtlichem Flair. Der traditionelle Weihnachtsmarkt fällt bekanntlich aus, stattdessen soll mit einem Dutzend in der Stadt verteilten Buden ein „Weihnachtsmarkt auf Strecke“ entstehen.

Dazu gehört eigentlich auch Weihnachtsbeleuchtung in der ganzen Stadt, die wird in den nächsten Tagen auch aufgehängt, allerdings in abgespeckter Form. Da wegen der hohen Corona-Zahlen dieses Jahr einige Statik- und Sicherheitsüberprüfungen der beauftragten Firmen ins Wasser fielen, kann die Stadt nicht überall dekorieren, erklärt Röllmann.

Das betrifft vor allem die Oberstadt, etwa den Markt, die Wettergasse und die Barfüßerstraße. Dort bleibt es dieses Jahr dunkel, „das tut uns unendlich leid, es geht aber nicht anders, Sicherheit geht vor“, sagt Röllmann. An den Stellen, wo die Weihnachtsdeko an den Straßenlaternen angebracht werden kann, ist das hingegen möglich, etwa in der Bahnhofstraße, der Elisabethstraße und am Steinweg.

70 Weihnachtsbäume zum Selberschmücken

Quasi als Ausgleich zur Deko-Reduktion werden dafür Anfang kommender Woche 70 – noch „nackte“ – Weihnachtsbäume in der Stadt verteilt. Jeder, der Lust hat, kann diese selber mit eigener Deko schmücken. Die Mitmach-Aktion soll ausdrücken, „dass wir kein Social Distancing betreiben, sondern Physical Distancing, nur der körperliche Abstand“, betont Spies. Zudem werde der schönste Baum prämiert.

Die Bäume, etwa zwischen 1,6 und 1,8 Meter groß, stehen dabei eingepflanzt in großen Kübeln, denn sterben sollen sie für Weihnachten möglichst nicht. Zugleich machten die rund 25 Kilogramm schweren Töpfe es jenen schwer, die versuchen könnten, sich einfach zu bedienen und einen kostenlosen Weihnachtsbaum für Zuhause zu besorgen.

Kostenloses Nahverkehrsangebot

Außerdem werden die Weihnachtsbäume am 23. Dezember wieder eingesammelt und am selben Tag ab 17 Uhr vor dem Erwin-Piscator-Haus verschenkt. Verbunden mit der Bitte der Stadt, diese nach dem Weihnachtsfest wieder einzupflanzen. Wer den eigenen Schmuck an den Bäumen zurückhaben möchte, müsste diesen bis zum Abend des 22. Dezember wieder abnehmen.

Zur Unterstützung des lokalen Einzelhandels gibt es an den Adventssamstagen (28. November und 5./12./19. Dezember) ein kostenloses Nahverkehrsangebot. Die Weihnachtsbroschüre der Stadtwerke wird es dieses Jahr nicht geben, stattdessen soll online über verschiedene Aktionen und Formate informiert werden.

Welche Gebäude an den jeweiligen Tagen bestrahlt werden, wird aktuell online veröffentlicht: Bei Facebook sowie auf www.marburg.de/marburgeradventsleuchten .

Von Ina Tannert

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