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Marburg Marburg im Kern gespalten
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Marburg im Kern gespalten

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07:59 03.08.2022
Konsens ist unter Klimaaktivisten, dass es kein Zurück zur Atomkraft geben soll. (Symbolbild)
Konsens ist unter Klimaaktivisten, dass es kein Zurück zur Atomkraft geben soll. (Symbolbild) Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

In der Debatte um die Energie-Versorgungssicherheit im Herbst und Winter wächst der Druck auf die Bundesregierung. Während die oppositionelle Union und die Regierungspartei FDP eine Streckung oder Verlängerung der Laufzeiten der verbliebenen drei deutschen Atomkraftwerke fordern, ringen die Grünen um eine Position.
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) kritisierte, der Bund sei „beim Thema Energieversorgung auf Amokfahrt unterwegs“. Führende Grünen-Politiker hatten sich zuvor gegen eine Laufzeitverlängerung ausgesprochen.
Auch in Marburg und Umgebung scheiden sich an der Atom-Frage die Geister. Der CDU-Landtagsabgeordnete Dirk Bamberger sagte, man dürfe „keine technisch vertretbare Position ausschließen“. Selbst innerhalb der Klimabewegung ist das Thema umstritten. Konsens ist unter Klimaaktivisten, dass es kein Zurück zur Atomkraft geben soll. Allerdings können sich einige vorstellen, den Betrieb der Kraftwerke zu strecken, ohne dafür neue Kernbrennstäbe zu kaufen. Filipp Bezold von „Make Damage Visible“ nannte dies am Dienstag auf OP-Anfrage „eine geeignete Maßnahme“ gegen eine Lücke in der Energieversorgung. Dagegen nannte Fridays for Future Marburg die Atom-Debatte „absurd“. Auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, Stefanie Theiss, sagte, es dürfe kein Zurück zur Atomkraft geben.
Hintergrund sind die durch Russland gedrosselten Gaslieferungen. Gas wird zwar vor allem zum Heizen benötigt. Allerdings könnte Atomstrom dafür sorgen, dass weniger Gas für Kraftwerke benötigt wird – und damit mehr zum Heizen zur Verfügung steht.
Die Marburger Stadtwerke setzen auf den Ausbau Erneuerbarer Energien. Inwieweit Atomkraftwerke deutschlandweit zur Versorgungssicherheit beitragen können, könnten die Stadtwerke nicht beurteilen, sagte Sprecher Jonas Becker. Die Stadtwerke selbst liefern ihren Kunden Ökostrom. Am Ortenberg betreiben sie allerdings weiterhin ein Heizkraftwerk mit Gas.

Lesen Sie den ausführlichen (kostenpflichtigen) Artikel hier: Atomkraft spaltet auch Marburg

von Stefan Dietrich und unserer Agentur