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Marburg Marburg hofft auf „analoges Festival“
Marburg Marburg hofft auf „analoges Festival“
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09:15 28.04.2021
Das Stadttheater Gießen kommt mit Ivan Strelkins Tanzabend „Carmen“ zu den Hessischen Theatertagen nach Marburg.  Rolf K. Wegst
Das Stadttheater Gießen kommt mit Ivan Strelkins Tanzabend „Carmen“ zu den Hessischen Theatertagen nach Marburg.  Quelle: Rolf K. Wegst
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Marburg

Das sind die Staatstheater aus Kassel, Wiesbaden und Darmstadt, das Schauspiel Frankfurt, das Stadttheater Gießen und das gastgebende HLTM. Hinzu kommen elf Produktionen der freien Theaterszene Hessens, die im Wettbewerb um drei Hauptpreise und einen Sonderpreis antreten, sowie fünf weitere freie Produktionen im Rahmenprogramm. Eingebettet in die Theatertage ist der Hessen-Kuss, eine deutlich abgespeckte Version der Hessischen Kinder- und Jugendtheaterwoche „Kuss“.

„Es gibt eine klitzekleine Hoffnung auf ein analoges Festival. Wir halten so lange daran fest, bis sie doch stirbt“, sagte Intendantin Carola Unser, die das HLTM gemeinsam mit Eva Lange leitet, gestern bei einer Zoom-Pressekonferenz. Theaterleute sind vorsichtig geworden. Zu oft wurden ihre Hoffnungen, vielleicht doch mal wieder live vor Publikum spielen zu können, in der grassierenden Corona-Pandemie enttäuscht. „Es ist eine Spielzeit, wie wir sie noch nicht erlebt haben“, sagte Eva Lange. Lange und Unser halten es mit Ödön von Horváth: „Man darf die Hoffnung nicht sinken lassen.“

Staatstheater Darmstadt 

eröffnet das Festival

Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) sprach von einem „gruseligen Jahr“ für die Theater und die gesamte Kulturszene. „Wir arbeiten offensiv daran, Wege zu finden für Begegnungen vor Ort“, sagte er und ergänzte: „Kultur ist essenziell für unser Gemeinleben.“ Sie gehöre zum Leben „wie Wasser und Brot“.  

Wenn die Corona-Pandemie, die Inzidenzen und Impfraten es Ende Juni zulassen, wird es in Marburg sieben Tage lang endlich wieder Live-Theater geben. Spielorte wären dann das Erwin-Piscator-Haus, die drei Bühnen im Theater am Schwanhof, das Theater neben dem Turm auf den Afföllerwiesen, ein Marburger Parkhaus und die Stadt selbst bei einem Audiowalk. Sollte dies aufgrund hoher Inzidenzen nicht möglich sein, dann wird das Festival online präsentiert. Zum Teil sind die Festival-Stücke vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ohnehin für den digitalen Raum konzipiert worden. Ausgewählt wurden sie von einer neunköpfigen Kommission um die beiden Marburger Intendantinnen. Das Hessische Landestheater geht mit der Premiere von „Cassiopeia I“ ins Rennen um die Theaterpreise.

Eröffnet werden sollen die Hessischen Theatertage 2021 am 20. Juni vom Staatstheater Darmstadt im Erwin-Piscator-Haus mit „Staatstheater represent (Wo ist Emilia G.?)“.

Sechs Stücke für Kinder und Jugendliche im Programm

Im EPH sind außerdem die Inszenierungen „Über die Auswirkung der Zentrifugalkraft auf die Augenstellung beim Fisch oder hast du was gesagt? Nein, du?“ von Schenkel, Schilling & Ensemble (Hessische Theater-Akademie), „Die Pest“ des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, „NSU 2.0“ des Schauspiels Frankfurt, das Tanzstück „Carmen“ des Stadttheaters Gießen und Shakespeares „Sturm“ des Staatstheaters Kassel geplant. Im EPH sollen am 26. Juni auch die Theaterpreise verliehen werden.

Nachdem das Jubiläum der Hessischen Kinder- und Jugendtheaterwoche „Kuss“ schon 2020 und dann 2021 wieder wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, ist anlässlich der Hessischen Theatertage unter dem Titel „Hessen-Kuss“ nun ein auf hessische Produktionen fokussiertes Festival zu sehen. Gezeigt werden nach Angaben des Kuss-Festivalleiters Jürgen Sachs fünf Gastspiele sowie eine Marburger Produktion. Eröffnet wird „Hessen-Kuss“ am 20. Juni im Theater am Schwanhof vom Theaterhaus Frankfurt mit „Ophelias Schattentheater“. Das HLTM Marburg zeigt das Kinderstück „Mein ziemlich seltsamer Freund Walter“, das ursprünglich als Klassenzimmerstück konzipiert wurde.