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Marburg Ständiger Kampf gegen große Nager
Marburg Ständiger Kampf gegen große Nager
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12:00 07.01.2022
Selten oder ein Hinweis auf eine Übermäßige Anzahl an Ratten in der Stadt? Eine Ratte knabbert im Alten Botanischen Garten im Juni 2020 an einem Joghurtbecher.
Selten oder ein Hinweis auf eine Übermäßige Anzahl an Ratten in der Stadt? Eine Ratte knabbert im Alten Botanischen Garten im Juni 2020 an einem Joghurtbecher. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Ratten gelten als nachtaktive Tiere, sind aber dennoch auch tagsüber zu beobachten, wenn sie aus Einlaufgittern von Kanälen krabbeln oder sich an Ufern von Gewässern bewegen. Selten stößt jemand auf den Kadaver einer Ratte, und ist dies an öffentlichen Plätzen oder Gehwegen wie jüngst in der Uferstraße doch der Fall, so keimt der Verdacht auf, Marburg habe ein Problem mit der Rattenpopulation.

Dem ist allerdings nicht so, versichert Stefanie Ingwersen von der Pressestelle der Stadt. Es gibt zwar keine Statistik über die Entwicklung der Rattenpopulation, aber in den vergangenen Jahren sei die Anzahl der gemeldeten Sichtungen von Ratten konstant geblieben. Zumeist handelte es sich dabei um Beobachtungen der Nager auf privaten Grundstücken, aber auch auf öffentlichen Flächen. Bei diesen seien aber keine Schwerpunkte erkennbar, vielmehr kämen die Angaben von Sichtungen aus allen Stadtteilen und Bereichen. Da Ratten feuchte Lebensräume bevorzugen, leben sie vorwiegend an Uferböschungen und in der Kanalisation. Deshalb würden sie häufiger gesichtet, wenn Arbeiten an Ver- und Entsorgungsleitungen an oder unter öffentlichen Straßen stattfinden.

Damit die Anzahl an Ratten nicht überhandnimmt, lässt die Stadtverwaltung von geschulten DBM-Mitarbeitern Köder im Kanalsystem auslegen. Auch oberirdisch, zum Beispiel in Grünanlagen oder an Straßenrändern geht die Stadt gegen Ratten vor, wobei darauf geachtet wird, dass andere Tiere oder Kinder nicht an die Fraßköder gelangen können. Das Auslegen von Giftködern erfolgt nur in Ausnahmen, um Tiere, die Ratten fressen, nicht zu gefährden. Ein weiteres Mittel, um die Rattenpopulation begrenzt zu halten, ist der Rückschnitt von Büschen und Pflanzen, was den Ratten Unterschlupfmöglichkeiten entzieht.

Mieter müssen zuerst Eigentümer kontaktieren

Gibt es dennoch Hinweise auf ein vermehrtes Auftreten von Ratten, wird „umgehend eine Bekämpfung durchgeführt beziehungsweise bei Privatgrundstücken angeordnet“, sagt Stefanie Ingwersen. Zum Bekämpfen wie auch dem Melden von Rattenaufkommen verpflichtet die „Verordnung über die Bekämpfung tierischer Schädlinge“ die Grundstückseigentümer.

Deshalb sollten sich Mieter auch zunächst an die Eigentümer wenden. Erst wenn diese untätig bleiben, müssen Mieter dies der Stadtverwaltung melden. Der Grund: Ratten können Überträger von Infektionskrankheiten sein. Wer Ratten auf seinem Grundstück feststellt, sollte Futterquellen reduzieren, zum Beispiel, indem Müll nur in dafür vorgesehene Abfallbehälter entsorgt wird. Essensreste sind weder in der Toilette noch auf dem Kompost im Garten zu entsorgen oder in Grünanlagen liegen zu lassen.

Verpackungen von Lebensmitteln gehören möglichst gereinigt in die Gelben Säcke, die wiederum – falls keine Gelben Tonnen vorhanden sind – bis zum Abholtermin in geschlossenen Räumen oder großen Behältnissen aufzubewahren sind. Stellen Grundstückseigentümer Ratten auf ihrem Anwesen fest, sollten sie sich an ein Schädlingsbekämpfungsunternehmen wenden. Gift darf nur im eigenen Haus oder auf eigenem Grundstück ausgelegt werden, und dies so, dass weder Menschen noch Tiere damit in Kontakt kommen können. Dazu eignen sich sichere Köderboxen.

Rattenbefall sind dem Fachdienst Gefahrenabwehr und Gewerbe unter Telefon 0 64 21 / 2 01 14 69 oder per E-Mail an gewerbe@marburg-stadt.de zu melden.

Von Gianfranco Fain