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Marburg Lichterfest in der dunklen Jahreszeit
Marburg Lichterfest in der dunklen Jahreszeit
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21:23 17.11.2021
Marburger Adventsleuchten - das Landgrafenschloss und die Elisabethkirche vor einem Jahr.
Marburger Adventsleuchten - das Landgrafenschloss und die Elisabethkirche vor einem Jahr. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Bunt erleuchtete Gebäude in der Innenstadt, kunstvolle Lichtinstallationen und Geschäfte, die bis spät in die Nacht zum Einkaufsbummel einladen: Marburg by Night soll in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie wieder stattfinden. Am Freitag, 26. November – also wie jedes Jahr zwei Tage vor dem ersten Adventssonntag – werden die Sehenswürdigkeiten der Stadt in ganz neuem Licht erstrahlen. „Marburg präsentiert sich als eine Destination, die ein ganz einzigartiges Flair hat“, kündigte Klaus Hövel, Erster Vorsitzender des Marburger Stadtmarketings, bei einer Pressekonferenz an. „Alles ist bereit, dass Marburg by Night ein stimmungsvolles Event wird.“

Das Lichterfest wird in diesem Jahr erneut über die vier Adventswochenenden gestreckt. Das hatten die Veranstalter im vergangenen Jahr erstmals so gemacht. Damals konnte wegen der Corona-Situation Marburg by Night nicht in gewohnter Form stattfinden, dafür gab es an mehreren Wochenenden das „Adventsleuchten“. Diesmal gibt es wieder die gewohnte Kombination aus Lichtkunst und Shopping bis Mitternacht am 26. November, auch die Weihnachtsmärkte sollen an diesem Tag eröffnet werden. Zusätzlich können Besucherinnen und Besucher aber auch an den kommenden Freitagen und Samstagen Lichtkunstwerke in der Stadt entdecken. Unter anderem werden das Rathaus, das Schloss, der Spiegelslustturm, die Weidenhäuser Brücke und die Ketzerbach bunt beleuchtet. „Wir haben aus dem vergangenen Jahr gelernt, dass es sehr reizvoll ist, dieses Event nicht nur an einem Abend stattfinden zu lassen“, sagte Hövel.

Interaktives Lichtkunstprojekt zum Auftakt

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Stadtmarketing-Geschäftsführer Jan-Bernd Röllmann und seiner Stellvertreterin Daniela Maurer sowie Arwed Fischer von Flashlight Veranstaltungstechnik stellte Hövel das geplante Programm für Marburg by Night vor. Die offizielle Eröffnung ist um 17 Uhr am Willy-Sage-Platz in der Oberstadt. Dort ist ein besonderes, interaktives Lichtkunstprojekt namens „Prisma“ zu sehen, bei dem Bilder der anwesenden Menschen mit Spezialkamera, Computergrafik und Projektion verfremdet wiedergegeben werden, kündigte Daniela Maurer an: „Unser eigenes Antlitz wird zerlegt in verschiedene Formen, man erlebt verschiedene Facetten seiner selbst – ein unglaublich spannendes Erlebnis“, erklärte sie.

Das Projekt erinnere an „Alwins Zauberspiegel“, der dort vor zwei Jahren zu sehen war. „Man muss natürlich sehen, wie das mit den Corona-Regeln geht, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig da sind“, fügte sie hinzu. An den folgenden Wochenenden sind unter anderem Lichtkunstwerke und Konzerte in Marburger Kirchen zu erleben. Jan-Bernd Röllmann lobte die gute Zusammenarbeit mit den Kirchen, ohne deren Engagement vieles nicht möglich wäre.

Oberbürgermeister Spies zeigte sich erfreut, dass die Lichtkunst-Aktionen und die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr wieder stattfinden sollen. „Denn ihr alle seid Kinder des Lichts“, zitierte er aus dem 1. Thessalonicher-Brief den kirchlichen Trauspruch seiner Eltern, der nicht nur im religiösen Zusammenhang gelte: „Wir mögen nicht die dunkle, trübe Jahreszeit. Wir lieben Licht, Helligkeit, etwas, das uns alle aus dem Dunkeln herausführt.“

Kostenlose Busfahrt in die Stadt

Durch die Verlängerung der Lichtkunst-Aktionen über mehrere Wochenenden würden weniger Besucherinnen und Besucher gleichzeitig kommen, sodass die Abstandsregeln besser einzuhalten seien, erklärte der Oberbürgermeister. Auch Stadtmarketing-Geschäftsführer Röllmann rechnet mit weniger Besucherinnen und Besuchern als in Vor-Corona-Zeiten. Gedränge wie im Kölner Karneval werde es nicht geben, sagte Spies, er appelliere aber an die Menschen, dass sie an Tagen, wenn die Oberstadt „nicht so ganz leer ist“, Mund-Nasen-Schutz tragen.

Nach jetzigem Stand sollen am 26. November auch die Weihnachtsmärkte starten – unter Corona-Bedingungen mit größeren Abständen zwischen den Ständen und Maskenpflicht, ausgenommen natürlich, während man etwas isst oder trinkt. „Die Gesundheit der Besucherinnen und Besucher ist uns wichtig“, sagte Röllmann. „Wir sind aber zuversichtlich, dass wir mit unseren erfahrenen Partnerinnen und Partnern eine weihnachtliche Atmosphäre schaffen werden, in der man sich wohlfühlt.“ Die Weihnachtsbeleuchtung solle in diesem Jahr noch schöner sein, sodass die Weihnachtsstadt Marburg besser erkennbar sei. An den Adventssamstagen sollen Fahrgäste wieder kostenlos mit den Stadtbussen fahren können. „Die Kosten übernimmt die Stadt Marburg gerne“, sagte Spies.

Spies rät zur Corona-Impfung

Die Verantwortlichen kündigten an, die Corona-Lage weiter genau zu beobachten: „Die Gesundheit geht natürlich vor“, sagte Spies. Der promovierte Mediziner nutzte die Pressekonferenz auch für ein Plädoyer für die Corona-Schutzimpfung. „Mein Appell an alle, die noch keine Zeit oder Gelegenheit hatten, sich um eine Impfung zu bemühen: Jetzt ist allerhöchste Zeit dafür, damit wir in diesem Jahr nicht wieder dasselbe erleben wie im vergangenen Jahr.“ Bis zum vollen Impfschutz dauere es zwar einige Wochen, aber die Impfung wirke auch vor diesem Zeitpunkt schon schützend.

Spies sagte, er hoffe sehr, dass in diesem Jahr wieder mehr möglich sei als im vergangenen Winter. „Im letzten Jahr war die Weihnachtszeit durch Corona doch sehr beeinträchtigt“, bedauerte auch Röllmann. Dass es angesichts hoher Corona-Infektionszahlen sein kann, dass einige geplante Veranstaltungen abgesagt werden müssen oder nur begrenzt zugänglich sind, wissen die Verantwortlichen. Fest steht aber: Die bunte Beleuchtung in der Innenstadt soll auf jeden Fall zu sehen sein, kündigte Röllmann an. Und Hövel stellte nochmals klar: „Marburg by Night findet statt.“

Programm-Höhepunkte

Offiziell eröffnet wird Marburg by Night um 17 Uhr am Willy-Sage-Platz in der Oberstadt mit dem Lichtkunstprojekt „Prisma“. Um 20 Uhr soll an diesem Abend ein Klezmer-Konzert mit Seau Volant in der Lutherischen Pfarrkirche sein, kündigte Arwed Fischer an. Die katholische Kirche St. Peter und Paul zeigt am Samstag, 27. November, sowie am Samstag, 11. Dezember, eine Videoinstallation über die Vermüllung der Meere.

Am Freitag, 3. Dezember, soll es um 20 Uhr in der Universitätskirche „Bunte Orgelmusik“ geben, also ein Konzert mit Lichtkunst. Am Samstag, 4., und Freitag, 10. Dezember, wird der „Garten des Gedenkens“ am Standort der Alten Synagoge in der Universitätsstraße als „Lichtgarten“ erleuchtet. Und in der Elisabethkirche ist am Freitag, 17., und Samstag, 18. Dezember, „The Blue Marble Projekt“ zu sehen, bei dem Satellitenbilder der Erde auf eine runde Fläche projiziert werden.

Angesichts der Pandemie und eventuell drohender Verschärfungen der Corona-Regeln steht das Programm unter Vorbehalt. Die Veranstalter haben aufgrund der dynamischen Lage in diesem Jahr darauf verzichtet, eine Veranstaltungsbroschüre zu drucken. Aktuelle Informationen zum Programm und den beleuchteten Gebäuden stehen im Internet unter www.marburgbynight.de.

Marburg by Night

Marburg by Night findet seit dem Jahr 2006 immer am Freitag vor dem ersten Advent in Marburg statt. Im vergangenen Jahr gab es aufgrund der Corona-Beschränkungen ersatzweise das „Adventsleuchten“. In der üblichen Form findet die Veranstaltung also nun zum 15. Mal statt. Das Lichtkunst- und Shopping-Event ist zugleich der Auftakt für die Marburger Weihnachtsmärkte. Der Schwerpunkt der Aktion hat sich inzwischen etwas verlagert – früher stand das Einkaufserlebnis klar im Vordergrund, im Lauf der Jahre spielte die Lichtkunst eine immer größere Rolle.

Den früheren Namen „Marburg b(u)y Night“ hat das Stadtmarketing in diesem Jahr behutsam verändert.
Veranstalter ist das Stadtmarketing, Flashlight Veranstaltungstechnik setzt die Lichtkunstwerke um. Die Marburger Stadtwerke sind Haupt- und Namenssponsor und liefern Ökostrom für die Beleuchtung. Die Veranstaltung sei als klimafreundlich zertifiziert, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und fügte hinzu: „Klimaschutz und Lebensqualität sind kein Widerspruch.“ Weitere Sponsoren sind die Sparkasse Marburg-Biedenkopf, der Marburger Express und die Licher Brauerei.

Von Stefan Dietrich