Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Marburger Uni-Vizepräsidentinnen wollen „verlängern“
Marburg Marburger Uni-Vizepräsidentinnen wollen „verlängern“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 08.12.2021
Die beiden Vizepräsidentinnen Professorin Sabine Pankuweit (links) und Professorin Evelyn Korn kandidieren erneut für einen Posten im Uni-Präsidium.
Die beiden Vizepräsidentinnen Professorin Sabine Pankuweit (links) und Professorin Evelyn Korn kandidieren erneut für einen Posten im Uni-Präsidium. Quelle: Manfred Hitzeroth
Anzeige
Marburg

Sie stehen für Kontinuität im Uni-Präsidium und stellen sich beide heute erneut zur Wahl: Professorin Evelyn Korn (52) und Professorin Sabine Pankuweit (58) wollen wieder Vizepräsidentinnen werden. Mit den beiden Präsidiumsmitgliedern sprach die OP im Vorfeld der Wahlen, bei denen heute auch noch die Professoren Gert Bange und Kati Hannken-Illjes gewählt werden wollen (die OP berichtete). Insgesamt vier Posten werden besetzt, für die der designierte Uni-Präsident Professor Thomas Nauss das Vorschlagsrecht hatte.

Sabine Pankuweit zieht eine positive Bilanz ihrer dreijährigen ersten Amtsperiode als Vizepräsidentin für Gleichstellung. Die drei Jahre seien hochanstrengend gewesen, sagte sie im Gespräch mit der OP. „Aber ich habe viel geschafft.“

Besonders die Verwaltungsabläufe in der Uni-Verwaltung seien für sie neu gewesen, sagte Pankuweit. Die Arbeit im Präsidium sei aber sehr harmonisch – ohne Stress und Streit – verlaufen. Im Mittelpunkt stand dabei für sie ihr Einsatz für die Gleichstellung der Geschlechter an der Universität. Und besonders bei der Besetzung der Professuren ist noch Nachholbedarf in Sachen Frauenquote. Bei Berufungsverfahren setzt sie vermehrt auf eine aktive Rekrutierung von Bewerberinnen, das gezielte Ansprechen von Frauen deutschlandweit und international. Und die Vizepräsidentin ist sich sicher: „Man findet hochqualifizierte Frauen, wenn man sich bei der Suche anstrengt.“

Doch das Thema Gleichstellung hat für sie auch noch weitere Dimensionen: von der Beseitigung von realen und digitalen Barrieren im universitären Alltagsbetrieb bis hin zur Verwendung von geschlechtersensibler Sprache im Verwaltungsbereich. Und für ihre kommende Amtsperiode würde sie bei einer erfolgreichen Wahl Gleichstellung vermehrt auch auf das Thema Diversität ausdehnen. Wichtig ist ihr dabei, dass die Universität durch Wertschätzung, Vielfältigkeit und einen respektvollen Umgang aller Hochschul-Mitglieder geprägt werden sollte.

Sabine Pankuweit hat auch für die kommenden drei Jahre weiter Lust auf ihren Posten im Präsidium. „Ich habe das Gefühl, gestalten und die Haltungen der Personen voranbringen zu können“, meint sie. Und damit sich in dieser Hinsicht noch mehr tun könne, unterstützt sie auch die Schaffung eines neuen „Creative Space“, der in der ehemaligen Mammographie im Uni-Gebäude in der Bahnhofstraße geschaffen werden soll. Zentral ist für sie, dass an der Uni Marburg in den kommenden Jahren ein neues Wir-Gefühl und somit auch eine neue Universitätskultur entsteht.

Womit wir wiederum beim Kernthema des Vizepräsidenten-Amtes von Professorin Evelyn Korn angekommen sind. Sie soll in den kommenden sechs Jahren für zwei Amtsperioden als hauptamtliche Vizepräsidentin an der Seite von Uni-Präsident Nauss schwerpunktmäßig für die Universitätskultur verantwortlich sein.

Korn: „Es hat Spaß gemacht. Ich verdoppele.“

Doch wieso stellt sie sich nach sechs Jahren als Vizepräsidentin für Studium und Lehre überhaupt erneut zur Wahl? Die Volkswirtschaftlerin Professorin Evelyn Korn ist eine Frau der klaren Worte. Sie sagt kurz und bündig: „Es hat Spaß gemacht. Es war herausfordernd. Ich verdoppele.“

In den zurückliegenden Jahren hatte sie als Schwerpunktthema die Studienstrukturreform, die sie in Zusammenarbeit mit allen Fachbereichen federführend entwickelt und begleitet hat und die ab dem kommenden Wintersemester an der Uni Marburg umgesetzt werden soll. „So eine Veränderung ist für alle herausfordernd und stellt viele Gewohnheiten in Fragen“, weiß Korn. Doch nach vielen intensiven Diskussionen sei die Fähigkeit und der Wille zur Erneuerung an der Hochschule deutlich geworden.

Das könnte auch ein Motto für das Präsidiumsamt zum Thema „Universitätskultur und Qualitätsentwicklung“ sein. Zuhören sei derzeit in der Gesellschaft nicht in Mode, erläutert Korn. Aber Wissenschaft lebe von Diskussionen und Gesprächen. Und die Hochschule könne ein positives Beispiel für eine gelingende Kommunikationskultur zeigen, meint sie. Dazu möchte sie als Vizepräsidentin in den kommenden Jahren bis zur 500-Jahr-Feier im Jahr 2027 viel mit beitragen.

Als eine Idee, um alle Beschäftigten der Hochschule – sowohl das wissenschaftliche als auch das nicht-wissenschaftliche Personal – miteinander ins Gespräch zu bringen, sieht sie eine universitäre Vollversammlung an, die schon im Sommersemester stattfinden könnte. Dabei könnten sich unterschiedliche Themenfelder für eine weitere Diskussion in kleineren Gesprächsgruppen ergeben, hofft sie.

Von Manfred Hitzeroth

Marburg Gewinnspiel Adventskalender - Jeden Tag ein Türchen
08.12.2021
08.12.2021
07.12.2021