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Marburg App hilft beim Bezahlen von Parktickets
Marburg App hilft beim Bezahlen von Parktickets
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17:59 26.02.2020
Beim Smartparken braucht man die Daten des Parkscheins und ein Smartphone. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Jetzt können Marburger ein Parkticket auch digital ordern. Stadtwerke und Stadt Marburg haben in Kooperation mit Smartparking, einer Initiative verschiedener App-Anbieter für digitale Parkraumbewirtschaftung, die Möglichkeit geschaffen, seine Parkgebühren per Handy-App zu zahlen.

Sobald man sein Auto in einer bestimmten Parkzone abgestellt hat, öffnet man einfach eine der Apps, die man vorab installiert hat, gibt die Parkdauer an und schon ist die Sache erledigt.

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Da man beim Installationsvorgang der App auf seinem Smartphone sein Autokennzeichen eingegeben hat, braucht man auch nicht den Parkschein hinter der Scheibe zu platzieren. Denn der Bezahlvorgang wird umgehend beim Ordnungsamt registriert und an die Handhelds der Parkraumkontrolleure gesendet.

Anbieter verlangen Gebühr

Und wenn man dann merkt, dass es doch ein wenig länger dauert, kann man von unterwegs aus auch jederzeit die Parkdauer verlängern. Am Ende wird aber nur die Zeit abgerechnet, die man tatsächlich geparkt hat. Damit das klappt, muss man allerdings den Parkvorgang in seiner App auch beenden. Vergessen wird teuer. Im schlimmsten Fall wird dann der Höchstbetrag fällig, der am jeweiligen Parkschein­automaten gilt.

Kostenlos sind diese Apps nicht, alle Anbieter verlangen eine Gebühr, die an den App-Anbieter geht (siehe Hintergrund-Kasten unten). Hierbei kann man allerdings wählen, ob man jeden einzelnen Parkvorgang zahlen möchte oder eine monatliche Pauschale von 1,99 Euro. Dann zahlt man bei jedem Parken nur noch für die reine Parkzeit.

Der eigentliche Zahlvorgang wird standardmäßig über Lastschrift, Paypal oder Kreditkarte abgewickelt. Für die Marburger Parkscheinautomaten gibt es sieben verschiedene Apps, die im Google Play Store oder im App Store von Apple heruntergeladen werden können.

Stötzel: zuverlässig und kostengünstig

Bei der Vorstellung des neuen Systems bezeichnete Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies dies als weiteren Schritt bei der Digitalisierung der Stadt, der auf ausdrücklichen Wunsch der Stadtverordnetenversammlung erfolgt sei.

Marburgs Bürgermeister und zuständiger Dezernent für Verkehrsüberwachung, Wieland Stötzel, war froh, dass das Projekt nach zehn Jahren endlich realisiert werden konnte und sagte: „Erst heute gibt es Anbieter, die so einen Dienst zuverlässig und kostengünstig anbieten können.“

Holger Armbrüster, Geschäftsführer der Stadtwerke, meint: „Auf diese Weise möchten wir das Parken in Marburg so komfortabel und stressfrei wie möglich gestalten“.

Claudia Schmölz (Marburg): „Ich finde, das ist eine coole Idee.“ - Foto: Volker Kubisch

Bei einer kleinen OP-Umfrage unter Parkplatz-Nutzern sagte Claudia Schmölz aus Marburg: „Ich finde, das ist eine coole Idee. Es kommt ganz oft vor, dass ich kein passendes Kleingeld habe. Und wenn ich das über eine App regeln kann, ist das ein echter Vorteil, der mir einiges an Stress erspart. Auch wenn ich mal länger parken muss als geplant und dann nicht zwischendurch zum Parkscheinautomaten laufen muss, um einen neuen Parkschein zu ziehen, ist das doch eine echte Erleichterung. Also ich werde es auf jeden Fall mal ausprobieren.“

Clayton Desouza (Marburg): „Smartparking werde ich auf jeden Fall ausprobieren.“ - Foto: Volker Kubisch

Clayton Desouza, in Marburg besser als DJ Clayton bekannt, will schnell noch einen Parkschein in der Barfüßerstraße ziehen, als er feststellt, dass er nicht genug Münzen dabei hat. Auf die neue App angesprochen meint er: „Das hätte ich mal vorher wissen müssen. Jetzt muss ich schnell ohne Parkschein mein Auto hier stehenlassen. Smartparking werde ich auf jeden Fall ausprobieren.“

Jens Beinborn (Dautphetal): „Da bin ich ganz entspannt.“ - Foto: Volker Kubisch

Jens Beinborn aus Dautphetal hat zum ersten Mal von Smart Parking gehört, findet es aber eine gute Lösung und will es auf ­seinem Handy installieren. „Wenn die beim Ordnungsamt verarbeitet werden, braucht man sich keine Sorgen zu machen, dass damit Unsinn gemacht wird. Da bin ich ganz entspannt.“

von Volker Kubisch

Hintergrund

Diese Daten werden bei der Installation der Apps abgefragt:
Name und Anschrift; E-Mailadresse; Gerätestandort; je nach gewählter Zahlungsweise auch Kreditkartennummer oder Bankverbindung.

Der App-Anbieter Parkster rechnet standardmäßig einmal pro Monat per Rechnung ab, persönliche Zahlungsdaten müssen nicht angegeben werden.

Diese sieben Apps können in Marburg zu folgenden Kosten genutzt werden:

  • EasyPark, Gebühr/Parkvorgang: 49 Cent bis max 15 Prozent der Parkgebühr, alternativ 1,99 Euro/Monat
  • Park Now, Gebühr/Parkvorgang: 25 Cent, alternativ 2,99 Euro/Monat
  • Park and Joy, Gebühr/Parkvorgang: 19 Cent, alternativ 1,99 Euro/Monat
  • Yellowbrick Flowbird, Gebühr/Parkvorgang: 15 bis 50 Cent, alternativ 0,50 Cent/Woche
  • MoBilet, Gebühr/Parkvorgang: 10 Cent, keine monatliche Pauschale wählbar
  • Paybyphone, Gebühr/Parkvorgang: 10 Prozent, keine monatliche Pauschale wählbar
  • Parkster, Gebühr/Parkvorgang: Gratis (Gebühren nur bei „Parken per SMS“)

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