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Marburg Haftstrafe gegen Physiotherapeuten bestätigt
Marburg Haftstrafe gegen Physiotherapeuten bestätigt
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13:54 14.01.2020
Das Marburger Landgericht von oben. Quelle: Thorsten Richter/Archiv
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Marburg

Das erläuterter Richter Gernot Christ in seiner Urteilsbegründung. Das Landgericht schloss sich dem Urteil des Amtsgerichtes an und verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnis­strafe von zweieinhalb Jahren sowie einer Schmerzensgeld-Zahlung von 10.000 Euro plus Zinsen. Auch die Kosten der Verfahren wurden ihm auferlegt. „Bei der Gesamtabwägung aller Umstände ist die Kammer zu dem Entschluss gekommen, dass die Angaben der Nebenklägerin wahr sind. Das Gericht ist sowohl von ihrer Glaubhaftigkeit und als auch von ihrer Aussagetüchtigkeit überzeugt, weil keinerlei Anhaltspunkte in Bezug auf ihre Wahrnehmungs- und Erinnerungsfähigkeit bestanden haben“, erläuterte Christ.

Zuvor hatte der Richter in der Verhandlung den Beschluss des Gerichts vorgelesen, welches das von der Gegenseite geforderte psychiatrische Gutachten abgelehnt hatte. Damit war die Beweisaufnahme geschlossen worden. Bei den anschließenden Plädoyers des Verteidigers Sascha Marks, der sich für einen Freispruch aussprach und der Anwältin der Nebenklägerin wurde die Öffentlichkeit, wie auch schon in den vorhergehenden vier Verhandlungstagen geschehen, vorübergehend ausgeschlossen.

Auch die Aussagen der sexuell belästigten Saunagäste hält die Kammer für glaubhaft, die in der ersten Instanz die Übergriffe des Angeklagten bestätigten. „Wir sind überzeugt, dass es genauso war wie es die einzelnen Zeuginnen, die sich untereinander nicht kannten, ausgesagt haben.“ Aber dennoch hatte erst die Vernehmung der Nebenklägerin, die bei der erstinstanz­lichen Verhandlung ebenfalls als Zeugin gehört worden war, den Stein ins Rollen gebracht. Nicht aus eigenem Antrieb heraus hatte sie die vor zwölf Jahren an ihrer Person vorgenommene orale Vergewaltigung durch den Angeklagten und ehemaligen Arbeitskollegen geschildert. „Die orale Vergewaltigung hat stattgefunden und somit die bestreitende Einlassung des Angeklagten widerlegt“, sagte Christ.

von Elvira Rübeling