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Marburg Wir hatten Corona
Marburg Wir hatten Corona
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16:21 30.06.2022
Coronazeit bei der Oberhessischen Presse.
Coronazeit bei der Oberhessischen Presse. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Ileri Meier, Geschäftsführerin und Chefredakteurin: Ich kann mich noch sehr genau daran erinnern, denn es ist noch nicht allzu lange her, als der Schnelltest Anfang Januar 2022 positiv war. Es war ein Schock. Meine Gedanken spielten verrückt: Was passiert jetzt? Wo habe ich mich angesteckt? Ist vielleicht der Schnelltest falsch? Die Sicherheit brachte dann der PCR-Test – ich war Corona-positiv. Es ging alles ziemlich schnell. Fast stündlich habe ich körperlich abgebaut und von Tag zu Tag ging es mir schlechter. Erst der dritte PCR-Test war dann endlich negativ. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre es, es nie wieder durchmachen zu müssen – hoffentlich!

Tobias Kunz, Deskchef:

Lange kam ich gut durch die Pandemie, Anfang dieses Jahres erwischte mich es aber auch. Dank dreifacher Impfung glücklicherweise mit einem sogenannten milden Verlauf. Aber auch der hatte es in sich. Mehrere Tage lag ich nur im Bett. Als es mir wieder etwas besser ging, traute ich mich auch mal aus dem Gästezimmer, in dem ich mich insgesamt zwei Wochen isolierte, heraus. Kurz frische Luft im Garten schnuppern, das hilft, dachte ich mir.
Der Weg zurück mutierte aber zur echten Tortur. Die Treppe hoch zur ersten Etage wurde zur Qual. Mit 30 Jahren nach zwanzig Stufen außer Atem sein – das hatte ich so noch nicht erlebt.

Linda Krysostan, Redaktionssekretariat: Trotz Impfung und Booster konnte ich einer Corona-Infektion nicht entgehen. Nach einer Kreuzfahrt im März dieses Jahres hatte es mich, drei Tage nachdem ich von Bord gegangen bin, dann doch erwischt – jedoch mit einem sehr leichten Verlauf. Einen Tag Halsschmerzen und etwas Abgeschlagenheit und Müdigkeit, das war’s – zum Glück! Natürlich habe ich mich zu Hause isoliert, hatte keinen engen Kontakt zu meiner Familie und habe auch niemanden angesteckt. Für mich war die Corona-Infektion wie eine leichte Erkältung. Nach sieben Tagen Quarantäne konnte ich mich negativ testen und habe bisher auch keine Anzeichen von Spätfolgen.

Götz Schaub, Redakteur:

Zweifach geimpft und geboostert. Und dann doch im Frühjahr positiv getestet. Der Verlauf war erträglich, drei Tage Fieber, trockener Husten, Mattigkeit. Als der zweite Balken beim Schnelltest verschwunden war, schloss sich unmittelbar eine Zeit der totalen Kraftlosigkeit an. Vier lange Nickerchen am Tag waren nichts und trotzdem nur Müdigkeit und Schlappheit. Es war an nichts zu denken, zumal auch keine Motivation für irgendwas da war. Das ging tatsächlich knapp vier Wochen so. Dann, völlig unvermutet, fühlte ich mich tatsächlich über Nacht besser und es ging wieder aufwärts. Ich will gar nicht wissen, wie es mir ohne Impfung ergangen wäre.

Katrin Posch, Mitarbeiterin Lesermarkt: Mein Sohn, der in der fünften Klasse ist, war bei uns der Erste, der Corona bekam, er hatte drei Tage lang Fieber. Das war im Mai dieses Jahres. Ich selbst war dann ab dem 23. Mai acht Tage lang positiv. Ich hatte eigentlich nur Symptome wie erhöhte Temperatur und Kopfschmerzen. Aber zumindest die Kopfschmerzen waren nach einer einzigen durchschwitzten Nacht weg. Ich habe in der Zeit viel auf dem Sofa gelegen und mich ausgeruht. So ganz erholt habe ich mich noch nicht, denn ich gerate jetzt immer noch beim Bergauflaufen schnell aus der Puste. Ich bin dreifach geimpft, habe mich aber trotzdem infiziert. 

Florian Lerchbacher, Redakteur:

Das waren nervige und anstrengende zwei Wochen! Trotz Einhaltens aller Vorgaben hatte es mich erwischt und niedergestreckt. Die erste Woche war ich komplett platt und habe mir bei jedem einzelnen Gang von Couch zur Toilette überlegt, ob es wirklich sein muss und die Mühe wert ist. Von hohem Fieber blieb ich zum Glück verschont, aber das Atmen fiel schwer. Tiefes Durchatmen war unmöglich. Woche zwei war ein Auf und Ab: Immer, wenn es besser zu werden schien, erfolgte der nächste Rück-, um nicht zu sagen Niederschlag. Und auch, als der Test endlich wieder negativ war, glich das Atmen noch drei Wochen lang einem Röcheln.

Larissa Pitzen, Volontärin: Für mich war die Corona-Erkrankung heftiger, als ich es mir vorab ausgemalt habe. Mit Schüttelfrost und Fieber lag ich eine ganze Woche lang flach. Das letzte Mal Fieber hatte ich, da war ich noch ein Kind. Gemeinsam mit meinem ebenfalls positiven Partner haben wir uns ganze zwei Wochen lang isoliert. Nachdem wir wieder freigetestet waren, waren wir trotz größtenteils überstandener Krankheit noch nicht ganz fit. Ich war lange Zeit heiser und hustete noch Wochen später – gerade als Sängerin eine einzige Katastrophe. Und auch mein Freund ist körperlich schwächer und sagte bereits: „Ich fühle mich manchmal wie ein alter Mann“ – dabei ist er erst 29.

Rainer Beimborn, Beilagendisposition:

Kurz vor Ostern dieses Jahres hat es mich dann auch erwischt, obwohl ich mich vorsichtig verhalten habe und das auch immer noch tue. Ich war dann acht Tage lang positiv. Zum Glück blieb es bei mir bei Symptomen wie leichtem Fieber und ein bisschen Schnupfen und Husten. Zuerst hatte sich meine Frau mit Corona infiziert, ich habe dann täglich getestet und hatte irgendwann dann eben auch die „zwei Striche“ auf dem Schnelltest. Meine Tochter, die noch bei uns lebt, und meine Mutter haben sich von uns ferngehalten, die Kinder haben für uns eingekauft und uns das Essen vor die Tür gestellt, und so haben wir’s ganz gut überstanden. 

Stefan Weisbrod, Redakteur: Es hatte vergleichsweise harmlos begonnen: Die Nase lief, der Hals kratzte, Abgeschlagenheit kam schnell hinzu – wie bei einem Infekt. Richtig übel wurde es erst eine knappe Woche später: Aufgewacht aus einem kurzen Nachmittagsschlaf, kamen Kopfschmerzen auf, die ich in einer solchen Intensität noch nie erlebt habe – ein Symptom, wie es manche Patientinnen und Patienten schildern, sagte mir die Ärztin. Die Luftknappheit blieb noch mehrere Wochen. Zwei-, dreimal die Treppe hoch und runter, und ich war „platt“. Zum Glück ist auch das vorbei. Wie es wohl gewesen wäre, hätte ich mich nicht impfen lassen? Ich bin froh, dass ich es nicht weiß.

Katharina Kaufmann-Hirsch, Redakteurin:

Im Herbst 2021 war es so weit – die Schule rief an: „Bitte holen Sie Ihren Sohn ab, sein Corona-Test ist positiv!“ Zack, da hatte es uns erwischt. Ganz ohne Vorwarnung, denn der Sohnemann hatte keine Symptome – bis zum Schluss übrigens. Meinen Mann dagegen traf es einige Stunden später umso schwerer: Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Kraftlosigkeit. Auch mich hat es nach zwei Tagen erwischt. Erst war der Schnelltest positiv, dann kamen die Symptome. Eine Woche lang war ich völlig kraftlos, eine Treppe hoch, und ich atmete so schwerfällig wie im neunten Schwangerschaftsmonat. Kuriosum: Unsere vierjährige Tochter blieb negativ.

Lucas Heinisch, Volontär: Häufiger fragte ich mich, wann es mich erwischen wird. Die Corona-Warn-App zeigte schon mehrmals eine rote Warnmeldung an. Vermutlich durch Zugfahrten. Bis Mitte Mai dieses Jahres blieb ich verschont. Doch dann: ein zweiter Strich auf dem Corona-Test. Auch meine Freunde, die ich an den Tagen vorher besuchte, erwischte es. Zum Glück hatte ich nur leichte Symptome wie Kopfschmerzen. Knapp zwei Wochen blieb ich zu Hause, bis der zweite Strich wieder verschwunden war. Ich darf mich glücklich schätzen: Ich musste „nur“ warten, hatte keinen schweren Verlauf und keine Probleme nach der Infektion. Die Impfung hat Schlimmeres verhindert. 

Tobias Hirsch, Redakteur:

Meine Corona-Erkrankung war eigentlich wie eine Erkältung. Allerdings die schlimmste und langwierigste, die ich je hatte. Die Symptome waren klassisch: Fieber, Atemnot, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Kraftlosigkeit hielt noch lange nach der eigentlichen Infektion an, die Kurzatmigkeit noch viel länger. Ohne Impfung hätte ich das nicht durchmachen wollen. Von Langzeitschäden blieb ich auch nicht verschont, auch wenn sie harmlos sind: Vor meiner Corona-Erkrankung habe ich für mein Leben gerne Bananen gegessen. Jetzt kann ich da nicht mehr ran: Sie riechen anders und schmecken absolut ekelhaft.