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Marburg Projekt will Gewalt unter Kindern verhindern
Marburg Projekt will Gewalt unter Kindern verhindern
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16:00 13.12.2019
Landrätin Kirsten Fründt, Bürgermeister Wieland Stötzel und Professor Ulrich Wagner besiegeln den Gewaltpräventions-Projektstart. Quelle: Heinz-Dieter Henkel
Marburg

Erfahrungen hatte­ die Kreisverwaltung bereits in einem vom Sozialpsychologen Professor Ulrich Wagner entwickelten Konzept gesammelt. In Wetter und Neustadt wurde zwischen den Jahren 2010 und 2015 versucht, dem immer größer werdenden Problem der Gewalt in der Gesellschaft entgegenzuwirken.

Die positive Bilanz­ wurde­ in einer Dissertation nachgewiesen, was im Jahr 2013 mit dem Deutschen Förderpreis Kriminalprävention ausgezeichnet wurde. Das damals erfolgreiche Projekt wird jetzt unter dem Namen „Prävention in Kindergärten und Schulen“ für zwei Jahre fortgesetzt.

Ganz konkret wird Projektleiterin Victoria Kosjankow, im Gefahrenabwehr-Bereich der Stadt tätig, regelmäßig in Schulen oder Kindergärten gehen, um dort ­einen Ist-Stand zu ermitteln, um an den richtigen Stellen ansetzen zu können. Was gibt es schon? Was braucht es noch?

Erzieher und Lehrer sollen entsprechend fortgebildet werden

Für den Bereich der Eltern sollen dann gezielte Informationen erfolgen, eventuell Elternworkshops initiiert werden. Für eine Gruppe beziehungsweise Klasse­ gelte es, gemeinsame Regeln aufzustellen und sich an diese­ zu halten oder zu sanktionieren. Erzieher oder Lehrer sollen entsprechend fortgebildet werden.

Sie sollen über den gesamten Zeitraum nicht, wie so häufig nach einer Schulung, mit den auftretenden Problemen alleine gelassen werden. Auf Ebene der Kinder bedeutet dies Stärkung sozialer und emotionaler Kompetenzen. Auch hier ist, wenn nötig, die individuelle Unterstützung Einzelner angedacht.

Landrätin Kirsten Fründt (SPD), Bürgermeister Wieland Stötzel (CDU) und Professor Wagner betonen die Notwendigkeit der Prävention gegen Gewalt. Mit einem Kostenaufwand von jeweils 30.000 Euro beteiligen sich Stadt und Landkreis zu gleichen Teilen an dem Projekt. Die restlichen Mittel steuert das Netzwerk gegen Gewalt in Hessen bei. „Mit diesem Programm sind Stadt und Landkreis in Hessen ganz weit vorne“, betonte Geschäftsführerin Konstanze Schmidt vom Netzwerk gegen Gewalt Hessen.     

von Heinz-Dieter Henkel