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Marburg Keine Gleichberechtigung in der Kultur
Marburg Keine Gleichberechtigung in der Kultur
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16:00 24.12.2021
Rolf Miller und Simone Solga waren zwei von 14 gebuchten Künstlerinnen und Künstlern für den Kabarettherbst im KFZ.
Rolf Miller und Simone Solga waren zwei von 14 gebuchten Künstlerinnen und Künstlern für den Kabarettherbst im KFZ. Quelle: Jenny Sonnenschein
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Marburg

Laut Beschluss des Marburger Stadtparlamentes sind bei Kulturveranstaltungen Männer und Frauen gleichwertig zu behandeln. Dafür stimmten die Gleichstellungskommission und viele Stadtverordnete. Die Stadtverordnete Inge Sturm (Marburger Linke) wollte wissen, warum dennoch beim vergangenen „Marburger Kabarettherbst 2021“ elf Männer und nur drei Frauen engagiert wurden?

„Dem Fachdienst Kultur ist die Umsetzung des ’Gender-Budgeting – Haushalt Fair-teilen’ sehr wichtig“, antwortete Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies in der vergangenen Parlamentssitzung. Das bedeute allerdings nicht, dass pauschal dieselben Summen für Männer und Frauen auszugeben sind.

KFZ ist „unglücklich“ über die Situation

Das KFZ ist nach eigener Aussage selbst „unglücklich“ darüber, dass im Kabarettherbst nur drei Frauen und elf Männer auftraten. Das beschäftige die Kabarett-AG und auch die Programmplanung, in der übrigens mehr weibliche als männliche Booker arbeiten, schon länger. „In diesem Jahr kam es zu einigen pandemiebedingten Veranstaltungsverschiebungen, die vor allem männliche Künstler betrafen, während Veranstaltungen mit weiblichen Künstlerinnen ins kommende Jahr verschoben oder abgesagt werden mussten“, erklärte das KFZ.

Ein großes Problem sei die Verfügbarkeit von Künstlerinnen. „In der Debatte muss es aus unserer Sicht vor allem darum gehen, zu ermitteln, welche Weichen, auch politisch, ebenso wie schulisch gestellt werden müssen, um Gleichstellung zu ermöglichen. Es reicht nicht aus, wenn die Booker versuchen, die statistische Gleichstellung im Programm zu erreichen, wenn die Chancen für Frauen gesellschaftlich geringer sind, überhaupt als erfolgreiche Kabarettistin auf Tour zu gehen oder weniger Frauen als Männer überhaupt die Möglichkeit bekommen, als Kabarettistinnen arbeiten zu können.“

Von Till Conrad

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