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Marburg Marburg-Gutschein als Mitarbeiter-Belohnung
Marburg Marburg-Gutschein als Mitarbeiter-Belohnung
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12:58 14.06.2020
Der Marburg-Gutschein, erhältlich unter anderem bei der Oberhessischen Presse, wird auf Initiative der IHK-Regionalversammlung nun auf den Landkreis ausgeweitet.  Quelle: Foto: Andreas Schmidt
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Marburg

Durch die Corona-Krise können Unternehmen, die ihre Mitarbeiter belohnen wollen, einen steuer- und sozialabgabenfreien Bonus von bis zu 1 500 Euro ausschütten. Doch wie kann man dafür sorgen, dass das Geld in der Region bleibt und nicht bei anonymen Internet-Händlern versickert? Darüber hat sich die Regionalversammlung Marburg der IHK Gedanken gemacht – und kam schnell auf einen regionalen Gutschein.

Peter Lather, Vorsitzender der Regionalversammlung Marburg, erläutert: „Wir haben nach kreativen Ansätzen gesucht, um uns in der Region selbst zu helfen – und nicht immer nur nach dem nächsten Topf nach Förderungen oder Zuschüssen zu schreien.“ Den Ausschlag gab schließlich Marc Mensing, einer der Geschäftsführer des „FKR Baucentrum“: Er hatte bereits Gutscheine an seine Belegschaft verteilt, „die Resonanz war durchweg positiv“, erzählt er.

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Die Vorteile eines Gutschein-Systems liegen für Lather auf der Hand: „Wenn 10 000 Arbeitnehmer den vollen Betrag erhielten, wären das 15 Millionen Euro Kaufkraft, die im Landkreis bleiben.“ Und: Letztlich entstehe dadurch ein Hebel-Effekt, „der den Unternehmen später auch selbst wieder zugute kommen kann.“

Als etabliertes System kam den Unternehmern direkt der Marburg-Gutschein in den Sinn. „Das ist ein System, das funktioniert – und vor allem ist es direkt verfügbar. Denn wir wollten eine schnelle Lösung“, betont Lather.

Also nahmen die Unternehmer Kontakt zum Stadtmarketing Marburg auf – und Geschäftsführer Jan Bernd Röllmann war von der Idee der Ausweitung auf den Landkreis sofort begeistert. Röllmann erläutert die Vorteile für die Unternehmer:

„Wir haben als Corona-Hilfe bereits im März entschieden, dass wir von den Händlern, die beim Marburg-Gutschein mitmachen, bis Ende des Jahres weder den sonst üblichen Werbekosten-Zuschuss in Höhe von 50 Euro noch die Provision von zwei Prozent des Gutschein-Umsatzes erheben. So wird das Gutschein-System normalerweise gegenfinanziert.“ Doch da diese Kosten nun wegfielen, „kann jeder absolut risikofrei mitmachen“, sagt Röllmann, der aber auch betont: „Wir wollen keine Konkurrenz zu bereits bestehenden Gutschein-Systemen der einzelnen Städte und Gemeinden sein.“ Vielmehr sei es ein zusätzliches Angebot. Doch die Ausweitung auf den Landkreis sei „vielleicht auch der Startschuss für ein kommunales Geld, wo man nicht mit unterschiedlichen Systemen arbeitet. Denn es gibt so viel Transfer der Menschen nach Marburg rein und von Marburg raus, dass es dauerhaft Sinn machen könnte, etwas Gemeinsames zu etablieren, von dem alle profitieren.“

Und auch Peter Lather betont: „Wir wollen bewusst das Kirchturmdenken durchbrechen.“

Aus diesem Grund habe man auch die Fühler weiter ausgestreckt – zum einen in Richtung IHK Lahn-Dill, die für den Altkreis Biedenkopf zuständig ist, und zum anderen zu den Kreishandwerkerschaften Marburg und Biedenkopf. „Alle Institutionen waren begeistert und machen mit“, so Lather.

Meinhard Moog, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Marburg, erläutert, dass schon die Prüfungsbesten zweimal im Jahr während der Freisprechungsfeier Marburg-Gutscheine erhielten. „Wir stehen voll dahinter, weil die regionale Wertschöpfung wichtig ist.“

Lather weiß, dass sich nicht jedes Unternehmen jetzt schon einen Bonus an die Mitarbeiter leisten kann. „Aber vielleicht gibt es ja bis Ende des Jahres die Möglichkeit eines Bonbons für die Mitarbeiter – es müssen ja auch nicht 1 500 Euro sein“, sagt er. Und wenn das Geld dann im Landkreis bliebe, „dann profitieren schlussendlich alle davon“.

Von Andreas Schmidt

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