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Marburg Energiepreise treiben Nebenkosten hoch
Marburg Energiepreise treiben Nebenkosten hoch
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17:00 07.05.2022
Mieter können selbst dazu beitragen, die Heizkosten zu senken. An den derzeit steigenden Einkaufspreisen für die Energie können sie jedoch nichts ändern.
Mieter können selbst dazu beitragen, die Heizkosten zu senken. An den derzeit steigenden Einkaufspreisen für die Energie können sie jedoch nichts ändern. Quelle: Hauke-Christian Dittrich
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Marburg

Für Autofahrer ist es bei jedem Tanken ersichtlich, für Mieter ist es ein drohendes Ungemach: Die steigenden Energiepreise treiben die Kosten fürs Autofahren, aber auch fürs Heizen und Warmwasserbereiten in die Höhe. Die Ursache ist der Ukraine-Krieg, das ist klar; unklar ist noch, in welcher Höhe sich die Energiekosten auf die Mietnebenkosten und somit die Abschlagszahlungen auswirken.

Die Inflation, die zum Teil auch durch die stark gestiegenen Energiepreise bedingt ist, sowie die Kosten von Öl-, Gas- und Fernwärme können für Mieter und Vermieter zum Problem werden, meint Eva-Maria Winckelmann, Verbandsdirektorin des hessischen Landesverbands des Deutschen Mieterbundes. Dies, weil Vermieter die gestiegenen Energiekosten natürlich gern so schnell wie möglich an ihre Mieter weitergeben würden, was in der Regel aber nur zum Ende der Abrechnungsperiode – in vielen Fällen mit dem Kalenderjahr identisch – möglich ist.

Freiwillige Erhöhung kann Nachforderungen vermeiden

Vorzeitige Erhöhungen seien möglich, wenn die Kosten um ein Drittel oder mehr ansteigen, erklärt die Verbandsdirektorin. Aber auch für die Mieter kann ein freiwilliges Anpassen der Abschlagszahlungen von Vorteil sein – um hohe Nachforderungen zu vermeiden. Deshalb empfiehlt die Mietexpertin, „da, wo es geht, einer Erhöhung zuzustimmen“ oder diese gar selbst anzuregen.

Den Weg der freiwilligen Erhöhung regte die Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsbaugenossenschaft Marburg schon im März an. Nur wenige Mieter hätten das zum 1. Mai geltende Angebot für die letzten beiden Monate der Abrechnungsperiode abgelehnt, erklärt Geschäftsführer Stefan Funk. Ab Juli steht für die Mieter der 445 Wohneinheiten nach derzeitiger Schätzung eine Erhöhung um bis zu 15 Prozent ins Haus. Als Grund und Beispiel nennt Funk die Preise für Heizöl, die von 55 Cent im Vorjahr auf 1,30 Euro derzeit stiegen. Deshalb lässt die Genossenschaft ihre Tanks derzeit nur „auf Sicht“ auffüllen. Im Auge behalten will die gemeinnützige Genossenschaft auch jeden einzelnen Mieter, die durch die Erhöhungen „nicht in Zahlungsschwierigkeiten kommen sollen“. Auch die GWH Wohnungsgesellschaft kündigt ihren Mietern in den nächsten Tagen schriftlich für das Abrechnungsjahr 2022 an, die monatliche Heizkostenvorauszahlung um 75 Cent je Quadratmeter Wohnfläche anzuheben, um „hohen Nachforderungen entgegenzuwirken, die schnell zur Schuldenfalle werden können“. Gleichzeitig empfiehlt die GWH ihren Mietern, für die Jahresendabrechnung im Dezember 2021 Rücklagen zu bilden. Denn schon in dieser Abrechnung würden sich die Kostensteigerungen bemerkbar machen.

Energiemix für 2 620 Mieteinheiten der Gewobau

Entspannter wertet Geschäftsführer Jürgen Rausch die Lage für die Mieter der Gemeinnützigen Wohnungsbau GmbH (Gewobau) Marburg-Lahn. Die Gesellschaft, die zu 95 Prozent der Stadt Marburg gehört, setzt für ihre 2 620 Mieteinheiten einen Energiemix ein und hat für den Energieträger Gas mit den Marburger Stadtwerken einen bis zum Jahr 2024 geltenden „günstigen Preis“ vereinbart. Laut Rausch zahlen die Gewobau-Mieter für Heizen und Warmwasser derzeit 1,08 Euro je Quadratmeter.

Auf Anfrage der OP zur Haltbarkeit der Konditionen für die Gewobau erklärten die Stadtwerke über ihren Pressesprecher Jonas Becker, dass „die Stadtwerke Vereinbarungen mit Kunden nicht öffentlich kommentieren“.

Von Gianfranco Fain

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