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Marburg Dr. Michael Kopatz soll Marburgs Klima retten
Marburg Dr. Michael Kopatz soll Marburgs Klima retten
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22:09 22.07.2022
Die Stadtverordnetenversammlung wählte Dr. Michael Kopatz zum vierten Dezernenten der Stadt.
Die Stadtverordnetenversammlung wählte Dr. Michael Kopatz zum vierten Dezernenten der Stadt. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Dr. Michael Kopatz (51) ist seit Freitagabend vierter Stadtrat in Marburg und neuer Dezernent für Klimastrukturwandel, Bauen, Stadtplanung und Mobilität. Kopatz war vom Wahlvorbereitungsausschuss als einziger Kandidat vorgeschlagen worden. Insgesamt hatten sich 15 Männer und Frauen auf die Ausschreibung der Stadt hin beworben.

Dr. Kopatz tritt sein Amt offiziell am 1. August an. Er wurde unmittelbar nach der Wahl vereidigt und in sein Amt eingeführt.

Marburg sei eine „bewegte“ Stadt, sagte Dr. Kopatz bei seiner Vorstellung im Parlament. Hier gebe es besonders viele Menschen, die sich den Herausforderungen beim Klimaschutz stellen wollen und sich für nachhaltige Wirtschaftsformen einsetzen. Seine Forschungsarbeiten im Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie hätten schon immer einen starken Bezug zur Praxis gehabt.

Wärmesanierung müsse zügiger voran gehen

Kopatz’ Focus liegt auf dem Gebäudebereich, sagte er bei seiner Vorstellung. Künftig solle in Marburg kein Haus mehr saniert werden, ohne dass eine Dämmschicht aufgebracht wird. Insgesamt müsse die Wärmesanierung zügiger vorangehen als bisher. Kopatz setzt dabei auf Kommunikation mit allen Betroffenen.

Dr. Kopatz will auch darauf hinwirken, dass Marburg das gesamte Solarpotenzial seiner öffentlichen Dachflächen in den nächsten Jahren ausnutzen soll. „Das würde ausreichen, um den öffentlichen Strombedarf zu decken“, sagte er vor dem Stadtparlament. Und: „Es ist notwendig, dass die Stadt mit gutem Beispiel vorangeht.“ Wichtig sei aber auch der Sektor Verkehr. Hier seien in den vergangenen Jahren keine Fortschritte erzielt worden. „Ich will mich dafür einsetzen, dass es sich öfter richtig anfühlt, das richtige zu tun“, sagt Dr. Kopatz. Marburg brauche Verkehrsstrukturen, die es attraktiver machen, das Auto öfter stehen zu lassen oder gar abzuschaffen. Für seine Zeit als Dezernent nehme er sich vor, dass sich der Pendelverkehr in nennenswertem Umfang verringert.

 „Bäume, Bäume, Bäume“

Letzter Punkt auf der Agenda des Dezernenten Dr. Michael Kopatz: die Klimaanpassung. Sein Programm dazu fasste er in drei Worten zusammen: „Bäume, Bäume, Bäume“. Marburg wird sich also darauf einstellen, dass eine ganze Reihe von Neuanpflanzungen auf der Agenda steht. Nicht nur wegen der entstehenden Verdunstungskälte, sondern vor allem wegen der für das Stadtklima so wichtigen Verschattung seinen Bäume wichtig. „Das müssen wir forcieren.“

Dr. Kopatz wird aber noch einiges von seinen Moderationskünsten aufbringen, um zumindest im Stadtparlament eine breite Mehrheit hinter sich zu bringen. Bei seiner Wahl am Freitagabend reichte es nur zu 26 Ja-Stimmen, bei 23 Gegenstimmen in geheimer Wahl. Zumindest heißt das aber, dass Klimaliste, SPD und Grüne den Kandidaten geschlossen gewählt haben, der von der Klimaliste ins Rennen geschickt worden war.

Von Till Conrad

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