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Marburg Bürgerinitiative ist gegen die "Spiesroute"
Marburg Bürgerinitiative ist gegen die "Spiesroute"
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00:18 25.01.2019
Bürger unterschreiben gegen den Allnatalweg. Quelle: Ingrid Lang
Haddamshausen

An gleich drei Sammelstellen in Haddamshausen standen BI-Mitglieder, um Unterschriften gegen den von der Stadt Marburg geplanten Bau der Westumgehung zu sammeln. Trotz der frostigen Temperaturen kamen immer wieder Bürger aus Haddamshausen aber auch den umliegenden Dörfern wie Elnhausen, Hermershausen und Dilschhausen.

Die Menschen wollten aber nicht nur ihre Unterschrift leisten, sondern sich auch informieren. Sie führten Gespräche über die Möglichkeit, den Bau des Straßenprojekts zu verhindern. Raphael Glade von der BI betont: Wenn die Westumgehung wirklich kommen sollte, würde der Fern-und Schwerlastverkehr zusätzlich angezogen. Thomas und Karl-Heinz Damm aus Elnhausen wünschen sich beide den Erhalt der Landschaft.

Natur soll für zukünftige Generationen erhalten bleiben

Mit einem Schmunzeln sagen sie: „Wir sind gegen die Spiesroute“ und ernten dafür Beifall der BI Mitglieder und Bürger. Glade sagt: „Die Zukunft liegt nicht auf der Straße.“ Auch Jugendliche kommen, um mit ihrer Unterschrift die Petition zu unterstützten. Für den 16-jährigen Johannes Schulz ist es wichtig, dass die Natur auch für zukünftige Generationen erhalten bleibt.

Bürger aus Sterzhausen kommen ebenso vorbei, um die BI mit ihrer Unterschrift zu unterstützen, wie auch Martina Stehlinger aus Weitershausen, die berichtet, dass der Verkehr, der an ihrem Haus vorbei führt, stark zugenommen habe und somit auch die Lärmbelästigung. Am Ende der Unterschriftensammlung zeigte sich die BI zufrieden. So konnten an allen drei Sammelplätzen weitere Stimmen gewonnen werden. Zudem sollen noch weitere Listen ausgelegt werden. Bei der Online-Aktion wurden schon mehr als 1.000 Stimmen gezählt.

"Verkehrsprobleme haben 
überregionale Ursachen"

„Unsere Verkehrsprobleme haben überregionale Ursachen, daher brauchen sie auch überregionale Lösungen“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) beim Neujahrsempfang der Stadt am Wochenende. Angesichts des perspektivischen Wachstums sowohl des Pharmastandorts als auch der Bewohnerzahl, vor allem wegen der 27.000 Einpendler pro Tag, die in eine Stadt mit „schwieriger Topografie“ kämen, müsse die Stadt auch bei der Verkehrs-Infrastruktur handeln und vorher „Lösungen diskutieren“.

Um die beste Möglichkeit zu finden, müssten sich „alle politischen Ebenen“, also Stadt, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Land Hessen, Bund und auch die Deutsche Bahn mit der Problematik befassen. Parallel zum „Allnatalweg“ wird der Bau des Behringtunnels diskutiert, um die Verkehrsflüsse rund um den Pharmastandort zu verändern. Zuletzt forcierte der Magistrat bereits eine regelmäßige Busanbindung der Behringwerke zum Bahnhof in Goßfelden, um den Autoverkehr zu minimieren.     


von Ingrid Lang
 und Björn Wisker