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Marburg Sie haben die Wahl!
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20:20 13.05.2022
Kreiswahlleiter Ulrich Ley zeigt den handlichen Wahlzettel für die Landratswahl am 15. Mai.
Kreiswahlleiter Ulrich Ley zeigt den handlichen Wahlzettel für die Landratswahl am 15. Mai. Quelle: Foto: Ina Tannert
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Marburg

Wer bekommt meine Stimme, wie ist die Situation im Wahllokal und wählt man eigentlich nur per Kreuz? Am Sonntag findet in Marburg-Biedenkopf die Landratswahl statt – Wählerinnen und Wähler sind aufgerufen, ihr Wahlrecht zu nutzen und zu bestimmen, wer der neue Landrat oder die neue Landrätin und damit Nachfolger der verstorbenen Landrätin Kirsten Fründt werden soll.

Sieben Kandidatinnen und Kandidaten treten zu dieser außerplanmäßigen Wahl an und wollen für die nächsten sechs Jahre Leiterin oder Leiter der Kreisverwaltung werden: Carola Carius (Bündnis 90/Die Grünen), Anna Hofmann (Die Linke), Sabine Kranz (Freie Wähler), Dr. Frank Michler (Bürgerliste Weiterdenken), Thomas Riedel (FDP), Jens Womelsdorf (SPD), Marian Zachow (CDU).

Die Wähler können eine Stimme vergeben, der Wahlzettel ist entsprechend übersichtlich – es reicht ein DIN-A4-Format. Die Stimmabgabe über die Urnenwahl ist am Sonntag jeweils von 8 bis 18 Uhr im jeweils zugewiesenen Wahlbezirk möglich. Wie wird das Ganze ablaufen und wie ist die Lage in den Wahllokalen? Das weiß Kreiswahlleiter Ulrich Ley, er leitet den Fachdienst Kommunalaufsicht in der Kreisverwaltung und gibt einen Überblick.

Maskenpflicht darf Stimmabgabe nicht verhindern

Was die bei den letzten Wahlen noch strengen Corona-Hygienekonzepte in den Wahllokalen angeht, wird es dieses Mal wohl etwas anders laufen, zumindest gibt es keine Vorgaben mehr. Jedoch hat der jeweilige Wahlvorstand auch das Hausrecht, kann entscheiden, ob und welche Hygienemaßnahmen gelten sollen. Etwa die Maskenpflicht. Allerdings darf diese einer Wahl nicht im Weg stehen: „Es darf niemandem die Stimmabgabe verwehrt werden“, erklärt Ley.

Wenn etwa ein Wähler keine Maske tragen will, kann er dennoch nicht am Betreten des Wahllokals und der Ausübung seines Wahlrechts gehindert werden. In einem solchen Fall könnte der Wahlvorstand jedoch andere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, etwa veranlassen, dass der Maskenverweigerer nur alleine den Wahlraum betritt und andere warten müssen.

Es muss nicht mal das Kreuzchen sein

Der eigentliche Wahlvorgang geht schnell, nichtsdestotrotz können auch da Fehler gemacht werden, durch die schlimmstenfalls die Stimme als ungültig erklärt werden müsste. Bei der Briefwahl etwa ist es wichtig, dass der Wahlschein unterschrieben wird, nicht aber der amtliche Wahlzettel. Auf dem Stimmzettel darf natürlich auch bei der Urnenwahl nicht erkennbar sein, wer hier gewählt hat – das Wahlgeheimnis lässt grüßen.

Zudem muss deutlich sein, wer die Stimme erhält: „Der Wille, welche Kandidatin oder welchen Kandidaten Sie ankreuzen wollen, muss eindeutig erkennbar sein“, betont Ley. Ist dazu eigentlich das klassische Kreuz vorgeschrieben? Nein, praktisch können auch andere Zeichen – ob Haken oder Herzchen – im entsprechenden Kästchen gesetzt werden, „es muss nur klar und deutlich sein“.

Technische Hilfestellung erlaubt

Wie sieht es mit der Barrierefreiheit aus? Die ist nicht an allen Standorten zu gewährleisten, bei nicht barrierefreien Wahllokalen können körperlich eingeschränkte Wähler beantragen, bei einem anderen Standort wählen zu dürfen. Außerdem können körperlich oder geistig behinderte Menschen eine Hilfsperson in die Wahlkabine mitnehmen.

Hierbei darf es sich aber nur um eine technische Hilfestellung handeln, die nicht die Entscheidung beeinflusst. Für blinde Menschen gibt es zudem eine Wahlschablone, über die in Kombination mit einer Audio-CD Sehbehinderte selbständig ihr Kreuz setzen können.

Endgültiges Ergebnis am Mittwoch

Ab 18 Uhr beginnen die Wahlvorstände in den Städten und Gemeinden des Landkreises mit der Auszählung der Stimmen und übermitteln ihre Ergebnisse digital an den Landkreis. Am Sonntagabend wird das vorläufige Ergebnis vorliegen, nicht aber das endgültige Ergebnis der Landratswahl: Das stellt der Kreisausschuss während seiner Sitzung am Mittwochabend ab 19 Uhr offiziell fest. Bis dahin bleibt dem Kreiswahlleiter und seinem Team Zeit, die Niederschriften der Wahlvorstände aller Kommunen zu überprüfen.

Sollte keine Kandidatin oder kein Kandidat eine absolute Mehrheit von mehr als 50 Prozent der Stimmen erreichen, findet am 29. Mai die Stichwahl statt.

Von Ina Tannert