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Marburg Absage für Messe und Frühlings-Spektakel
Marburg Absage für Messe und Frühlings-Spektakel
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11:12 05.03.2020
Der „Marburger Frühling" zieht bei gutem Wetter bis zu 70 000 Besucher in die Stadt. Quelle: Foto: Nadine Weigel
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Marburg

Wegen des Coronavirus werden zwei Großveranstaltungen in Marburg abgesagt: Die „Oberhessenschau", die in zwei Wochen auf dem Messeplatz im Afföller beginnen sollte, und der „Marburger Frühling“, der bei gutem Wetter bis zu 70 000 Besucher in die Stadt zieht.

Andreas Kleine, Chef der „Messe Marburg“ GmbH, hatte sich am Dienstag auf Anfrage der OP noch optimistisch gezeigt, dass die Oberhessenschau stattfinden könne. Doch am Mittwoch dann die Absage: „Im engen Austausch mit dem Gesundheitsamt haben wir uns dazu entschieden“, sagt Kleine im Gespräch mit der OP. Das sei ihm und seinem Team sehr schwer gefallen, „denn wir haben mit jeder Menge Herzblut eine gute Messe auf die Beine gestellt“. Und dann kam das Virus. „Die Gesundheit von Besuchern und Ausstellern steht im Vordergrund. Daher können wir eine Messe zum jetzigen Zeitpunkt nicht verantworten.“ Auch für die Aussteller tue ihm die Situation leid, „sie haben ebenfalls schon sehr viel Mühe in die Messe gesteckt“.

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Ist Verschieben der Messe eine Option? „Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen“, so der Messe-Chef. Denn: Er habe zunächst mit allen Ausstellern sprechen müssen, um diese zu informieren, „jetzt müssen wir erst einmal schauen, was eventuell noch möglich ist“.

Ebenfalls nicht leicht gefallen ist es dem Stadtmarketing Marburg, den „Marburger Frühling“ abzusagen, der traditionell am ersten April-Wochenende Zehntausende Besucher in die Universitätsstadt zieht. Für Klaus Hövel, Vorsitzenden des Stadtmarketing-Vereins, habe es nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt und anschließender einstimmiger Entscheidung des Vorstands „keine andere Option“ gegeben. „Wir sagen den ,Marburger Frühling’ aus der Fürsorgepflicht für unsere Besucher heraus ab“, verdeutlichte Hövel. Stadtmarketing-Geschäftsführer Jan-Bernd Röllmann war die Enttäuschung anzusehen, „wir haben ein halbes Jahr lang intensiv geplant und ein, wie wir finden, absolut tolles Programm auf die Beine gestellt“.

Doch Röllmann hat schon einen Ausweichplan: Zwar lägen noch nicht alle Genehmigungen vor, „aber wir könnten den Marburger Frühling im Herbst nachholen – und zwar am zweiten Septemberwochenende, wenn die Aktion ,Heimat shoppen’ stattfindet“. Der Rosenmontagsumzug sei auch einmal im Mai während des Hafenfests nachgeholt worden, „das war auch ein toller Erfolg. Warum sollte das mit dem ,Marburger Frühling’ nicht klappen?“

Auch OP verschiebt Veranstaltungen

Auch die Oberhessische Presse verschiebt Veranstaltungen oder sagt sie ab – so beispielsweise die Lesung während des Literaturfrühlings, die am Samstag in der Druckerei der OP stattfinden sollte.

HITZEROTH-Geschäftsführerin Ileri Meier bedauert die Verschiebung der Druck-Kultur-Veranstaltung und teilt mit: „Wir möchten die für Samstag geplante Lesung vorerst verschieben. Grund dafür ist die aktuelle Entwicklung der Ausbreitung des Coronavirus nun auch in Deutschland. Wir halten es für nicht ratsam zusammenzukommen, solange der weitere Verlauf der Erkrankungen derart ungewiss ist. Einen Ersatztermin werden wir frühzeitig bekannt geben.“

Franziska Wagner, Leiterin Lesermarkt, verdeutlicht: „Die verkauften Karten behalten ihre Gültigkeit, können aber auch in unserem Kundenservice zurückgegeben werden.“ Und: Die Terminverschiebung betrifft die Lesung mit Terézia Mora und nicht die weiteren geplanten Lesungen im Rahmen des Literaturfrühlings Marburg-Biedenkopf. Weitere Infos zu den Lesungen gibt es im Internet unter https://bit.ly/3avVEcr

„Zur Messe Land & Genuss am 21. März haben wir exklusiv für unsere Leser eine Fahrt nach Frankfurt geplant, leider müssen wir diese ebenfalls aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus und der daraus resultierenden behördlichen Auflagen und Empfehlungen absagen. Einen Alternativtermin können wir nicht anbieten“, sagt Ileri Meier. Der Veranstalter der Messe Land & Genuss ließ kürzlich mitteilen, dass die Veranstaltung voraussichtlich stattfinden werde. Ileri Meier bedauert die Absage und hofft auf das Verständnis der Leser, „selbstverständlich können alle bereits gekauften Karten zurückgegeben und erstattet werden“.

Von Andreas Schmidt

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