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Marburg Stadtjubiläum 2022 naht
Marburg Stadtjubiläum 2022 naht
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16:57 25.07.2020
„Marburg 800“ stand auf der Anzeigetafel vor dem Erwin-Piscator-Haus in Marburg während des Neujahrsempfangs der Stadt Marburg im Januar. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Der Termin naht, die Vorbereitungen laufen und nehmen an Fahrt auf. Im Jahr 2022 will die Stadt das Jubiläum zum 800-jährigen Bestehen feiern. Genau genommen ist es die Ersterwähnung der Stadt an der Lahn in einem historischen Dokument, der Reinhardsbrunner Chronik.

Darin wird erwähnt, dass Landgraf Ludwig von Thüringen, Ehemann der Hl. Elisabeth, am 28. März 1222 zu einer Gerichtsverhandlung „cum burgensibus civitatis“ (mit den Bürgern der Stadt) in der Ecclesia Maior, der heutigen Lutherischen Pfarrkirche in Marburg, weilte. Bedeutend daran ist, dass Marburg darin vor fast 800 Jahren erstmals als Stadt („civitatis“) erwähnt ist.

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Im August 2018 beschloss der Magistrat Dr. Christine Amend-Wegmann, Leiterin des Fachbereichs 7 der Stadtverwaltung, sowie den ehemaligen Fachdienstleiter Kultur Dr. Richard Laufner mit der Planung des Stadtjubiläums „Marburg 800“ zu beauftragen. Laufner stellte Ende Juni den Mitgliedern des Hauptausschusses den Stand der Dinge zum „Jubiläum der ganzen Stadtgesellschaft“ vor, das dem Slogan „Wir sind MR800“ folgt.

Bisher gibt es laut Laufner eine große Bereitschaft zur Mitarbeit. So nahmen Vertreter von rund 60 Institutionen, Initiativen und Vereinen an den Treffen teil. Zusätzlich wurden Beiräte und Foren, Religionsgemeinschaften und Bildungseinrichtungen aufgesucht.

Dann standen die Ziele der Feier fest: Es soll die Geschichte der Stadt erfahrbar sein, ebenso die Identität der Stadt, um sie weiterentwickeln zu können. Dazu soll die Stadtgesellschaft mobilisiert werden, damit es neue Impulse für das Stadtmarketing und somit für den Tourismus gibt.

Universität entwirft Schloss-Projekte

Drei Arbeitsgruppen sollen Ideen sammeln und verfeinern. Diese sind „Marburg erinnern“ zur 800-jährigen Geschichte, „Marburg erleben“ zu den 800-Jahre-Festlichkeiten in Kultur, Sport und Gesellschaft sowie „Marburg erfinden“ zu den Perspektiven der Stadt.

„Marburg erinnern“ befasst sich zum Beispiel mit einem Geschichtsbuch als Stadtschrift unter dem Titel „1222 – Das Dreh-Buch“. Es soll auch einen Themenweg „Marburg 800“ sowie einen „Tag der Stadtgeschichte“ an den Marburger Schulen geben. Die Universität entwirft Schloss-Projekte zur Stadtgeschichte und das Staatsarchiv soll sich auch beteiligen.

Der Geschichtsverein präsentiert die Forschungen zur Stadtgeschichte, die Geschichtswerkstatt beleuchtet Marburg im Nationalsozialismus und der Lehrstuhl für Hessische Landeskunde organisiert eine Tagung unter dem Arbeitstitel „Marburg skandalös“, während die Waggonhalle ein kritisches Theater zur Stadtgeschichte auf die Bühne bringen wird.

Ein besonderer 3. Oktober

„Marburg erleben“ befasst sich mit den Plänen zur „Marburg800-Eröffnungs-Gala“ am 28. März 2022, derzeit wird versucht ein „Tischlein deck dich – Lange Tafel Statt-Autobahn“ zu ermöglichen. Dabei soll es an Pfingstsonntag, 5. Juni 2022, der auch der Internationale Tag der Umwelt ist, 800 Tische und Events auf der B3a geben.

Weitere Projekte sind eine 3D-Video-Mapping-Projektion auf das Rathaus zur Marburg-Historie sowie Open-Air-Musik von Rock bis Schlager. Ferner wird es ein Spielefest geben sowie ein Chorfestival, aufgewertete Veranstaltungen wie „MaNoPo“ oder „3 Tage Marburg“ und einen 3. Oktober mit besonderen Akzenten.

„Marburg erfinden“ befasst sich mit dem Begrünen von Plätzen zu Wohlfühlräumen, gibt Einblicke in die Innovations-Laboratorien der Universität, bietet Kunst im Stadtraum, arbeitet am Projekt „Stadt am Fluss“, organisiert eine bundesweite Stadtmarketing-Tagung und entwirft eine strategische Planung für die Stadt. Kosten soll das Fest bis zu 1,5 Millionen Euro. In dieser Summe werden laut Laufner die Spenden von Sponsoren enthalten sein.

Von Gianfranco Fain

25.07.2020