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Marburg Groß-Event wirft seine Schatten voraus
Marburg Groß-Event wirft seine Schatten voraus
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16:00 28.04.2022
Richard Laufner (von links), Emily Bolduan, Marlene Schleicher und Doris Heineck sitzen an einem der Infotische, die am Pfingstsonntag auf der Stadtautobahn als "Infopoints" aufgestellt werden sollen.
Richard Laufner (von links), Emily Bolduan, Marlene Schleicher und Doris Heineck sitzen an einem der Infotische, die am Pfingstsonntag auf der Stadtautobahn als "Infopoints" aufgestellt werden sollen. Quelle: Manfred Hitzeroth
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Marburg

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Und ein solches Ereignis, wie es am Pfingstsonntag, 5. Juni, anlässlich des Stadtjubiläums „Marburg 800“ geplant ist, hat die Stadt Marburg noch nicht gesehen. Für einen Tag werden ab 5 Uhr morgens und bis Mitternacht alle vier Fahrspuren der Stadtautobahn zwischen der Abfahrt Marburg-Süd und der Abfahrt Cölbe auf einer Länge von mehr als zwei Kilometern gesperrt. Dann soll bei dem offiziellen Projekt der Stadt die autofreie Stadtautobahn Platz bieten für die Aktion „Tischlein-Deck-Dich“.

Etwas mehr als 800 Biertische mit dazugehörigen Sitzbänken werden auf einer Seite der Straße aufgebaut, die andere Fahrbahn bietet Platz für alternative Mobilität. Ein breiter Querschnitt der Stadtgesellschaft von Familien, über Vereine und Parteien bis hin zu Unternehmen kann sich mit Mitmach-Aktionen präsentieren. Natürlich ist für das Großevent eine ausgeklügelte Logistik wichtig. So werden auch Mitarbeiter der Ordnungsbehörden im Einsatz sein, um zu überwachen, dass auch wirklich alles ordnungsgemäß über die Bühne geht.

So soll es an Pfingstsonntag auf der Stadtautobahn aussehen. (Fotomontage) Quelle: Tobias Hirsch

Doch um alles stemmen zu können, werden zusätzlich auch noch freiwillige Helfer benötigt, die auch beim Auf- und Abbau mit Hand anlegen könnten, beziehungsweise zusätzliche Ordner-Funktionen ausüben könnten. Aber vor allem wird die Besetzung für fünf „Info-Points“ benötigt, die allen Gästen des „Tischlein-Deck-Dichs“ als Ansprechpartner dienen, erläutert „Marburg 800“-Kurator Dr. Richard Laufner.

Dies sind fünf kleinere Tische, an denen dann Menschen sitzen, die den Überblick über das gesamte Geschehen haben und dies auch weitergeben. „Wer als Freiwilliger hilft, hat die Möglichkeit, an einem außergewöhnlichen Projekt mitzuarbeiten – aber auch genügend Raum, um von der Geburtstagsfeier etwas mitzubekommen“, meint Laufner.

Es werden noch Helfer gesucht

Denn die Idee ist, dass die Freiwilligen in mehreren Schichten mit dabei sind, damit sie nur jeweils einige Stunden lang in ihre Aufgaben eingebunden sind. Das erklärte Doris Heineck, die Leiterin der Freiwilligenagentur. Sie bringt das Know-how ein, ehrenamtliche Hilfe mit zu organisieren. Als „Entlohnung“ gibt es zwar materiell wohl „nur“ einen „Marburg 800“-Erinnerungsbecher sowie eine gelbe Warnweste. Aber dafür gebe es auch eine Art immateriellen Lohn. „Es gibt schon ein starkes Wir-Gefühl, wenn man ein solches Großereignis zusammen schafft“, wirbt Heineck um die Teilnahme von Freiwilligen bei dem Event.

Und noch eine zweite Aufgabe gibt es zu schultern: Das Ziel, unter dem Motto „Teilhabe für alle“ das Stadtjubiläum und in diesem Fall die „Tischlein-Deck-Dich“ möglichst inklusiv zu gestalten. Vera Peitzmeier, die als Frau mit Seheinschränkungen die notwendige Erfahrung einbringt, leitet dieses Projekt, für das zu dem Stadtautobahn-Event ebenfalls noch Freiwillige gesucht werden.

„Es gibt zunächst das Angebot der individuellen Tandembildung“, berichtet Peitzmeier. Darin werden potenzielle Helfer und Menschen mit Einschränkungen zusammengebracht. Wenn zum Beispiel jemand mit Sehbehinderungen am Pfingstsonntag zwischen 14 Uhr und 16 Uhr sich auf der Stadtautobahn orientieren möchte, könnte er dafür Begleitung bekommen. Zudem werden auch noch „Guides“ gesucht, die zu festen Uhrzeiten Menschen an den sieben Auffahrten auf die Stadtautobahn begleiten sollen.

Kontakt

Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf, Telefon 0 64 21 / 27 05 16; für die Info-Points: info@freiwilligenagentur-marburg.de, zum Thema Inklusion: v.peitzmeier@freiwilligenagentur-marburg.de

Von Manfred Hitzeroth