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Marburg Neuer Standort für Mammografie-Zentrum
Marburg Neuer Standort für Mammografie-Zentrum
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10:00 02.08.2021
Am Afföller in Marburg wird die mobile Einheit des Mammografie-Screening-Zentrums seinen festen Platz haben. 
Am Afföller in Marburg wird die mobile Einheit des Mammografie-Screening-Zentrums seinen festen Platz haben.  Quelle: Privatfoto
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Marburg

Am 16. August wird das Mammografie-Screening-Zentrum in der Bahnhofstraße geschlossen – und macht nicht wieder auf – zumindest an dem Standort. Nach 15 Jahren in der Bahnhofstraße schließt das Mammografie-Screening-Zentrum und zieht um nach Gießen. Alle Bemühungen von Dr. Karin Bock, Programmverantwortliche Ärztin und Leiterin des Referenzzentrums, liefen bei der Universität als Vermieter ins Leere. Auch der Versuch, in Marburg vergleichbare Räume zu finden, die für die Frauen gut erreichbar sind, scheiterten.

Sie habe mit der Entscheidung der Kündigung durch die Universität anfangs viel gehadert. In die Räume in der Bahnhofstraße habe sie viel investiert. Doch dann hat Bock beschlossen: „Ich sehe es als Chance.“

Letztlich fand sie ein adäquates denkmalgeschütztes und kernsaniertes Gebäude in Gießen – die alte Post –, das zudem den Vorteil hat, sowohl für das Screening-Zentrum als auch für das Referenzzentrum 900 Quadratmeter Fläche in einem Objekt zu bieten. Das war in Marburg nicht der Fall. Dass sie die Räume in Marburg aufgeben muss, hat Bock erst einmal verkraften müssen. Doch sie hat den Blick nach vorn gerichtet und eine ideale Lösung gefunden.

Für eingeladene Frauen gibt es keine Überschneidung

Für die eingeladene Frauen gibt es keine Überschneidungen, da nur mit einem Vorlauf von sechs Wochen die Einladungen zur Krebsvorsorge verschickt werden.

Ab dem 1. September wird die mobile Einheit des Screening-Zentrums wieder auf die Reise geschickt. Es stand zuvor in Gießen und Biedenkopf und wird nun einen festen Standplatz im Solarpark beim Messeplatz im Afföller beziehen.

Dieser Standort sei gut erreichbar mit der Buslinie 4 vom Hauptbahnhof Marburg Richtung Kaufpark Wehrda, zudem seien ausreichend Parkplätze vorhanden, sagt Bock. Gehbehinderte Frauen oder Frauen im Rollstuhl werden eingeladen, die Räume am neuen Standort in Gießen aufzusuchen, bei dem ein Fahrstuhl zur Verfügung steht.

Die Mitarbeiter in der mobilen Einheit sind dieselben wie in der Bahnhofstraße. Auch sei das Mammografiegerät das jüngste und modernste in der Baureihe der digitalen Mammografiegeräte der Firma Siemens.

15.000 Frauen nutzen die Vorsorge-Möglichkeit

Der Truck ist 16 Meter lang, hat zwei Kabinen, bietet ausreichend Platz, ist klimatisiert und modern eingerichtet. „Die Frauen sollen sich wohl fühlen“, sagt Bock. Sie geht davon aus, dass in zwei bis drei Jahren die Altersgruppe ab 70 Jahren ebenfalls zum Screening eingeladen werden können. Aktuell werden 35 000 Frauen im Alter von 50 bis 69 eingeladen. Im Schnitt nutzen 15 000 Frauen die Möglichkeit der Krebsvorsorge.

Derzeit reiche die mobile Einheit aus, um den Bedarf zu decken. Dass es besser ist, Frauen länger als bis zum 69. Lebensjahr einzuladen, sei bewiesen. Nun müsse der Bundestag entscheiden. Setzt sich der Vorschlag durch, stößt die mobile Einheit an die Kapazitätsgrenze. Bis dahin hofft Bock, geeignete Räume in Marburg gefunden zu haben.

Bis dahin müssen Frauen, die zu weiteren Abklärungsgesprächen eingeladen werden – das sind rund 1 200 – nach Gießen fahren.

Auch die Veranstaltungen des Referenzzentrums werden künftig in Gießen ausgerichtet. Marburg war eines von bundesweit fünf Referenzzentren, in denen regelmäßig Veranstaltungen stattfinden mit 20 bis 80 Teilnehmern.

Mammographie-Screening

Das Mammografie-Screening ist ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren ohne Symptome. Die Mammografie ist eine Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust. Sie eignet sich zur Brustkrebsfrüherkennung, weil sie schon sehr kleine, nicht tastbare Tumoren in einem frühen Stadium sichtbar machen kann.Das Mammografie-Screening-Programm hat das Ziel, Brustkrebs in einem so frühen Stadium zu entdecken, in dem der Tumor noch klein ist und die Lymphknoten noch nicht befallen hat. Dann haben Frauen die Chance auf eine günstige Prognose, schonendere Behandlung und darauf, vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt zu werden.

Von Silke Pfeifer-Sternke