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Marburg „Malen ist eine körperliche Erfahrung“
Marburg „Malen ist eine körperliche Erfahrung“
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16:43 15.12.2014
Der Künstler Alexeir Diaz Bravo und Landrätin Kirsten Fründt bei der Ausstellungseröffnung im Landratsamt. Foto: Kreisverwaltung
Der Künstler Alexeir Diaz Bravo und Landrätin Kirsten Fründt bei der Ausstellungseröffnung im Landratsamt. Quelle: Kreisverwaltung
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Marburg

„Das trockene Verwaltungsgebäude verändert sich immer wieder aufs Neue durch die Kunst“, sagte sie. Mit Blick auf die abstrakten Werke von Alexeir Diaz Bravo zitierte sie den Regisseur Christoph Schlingensief: „Kunst wird erst dann interessant, wenn wir vor etwas stehen, das wir nicht genau verstehen.“

Tatsächlich erschließen sich die Bilder von Diaz Bravo nicht auf den ersten Blick. Dennoch sind sie sehr ansprechend und strahlen eine große Energie aus. Viel Weiß, Schwarz und Grau ist zu sehen, kräftige, leuchtende Farben sind wie Lichtpunkte aufgesetzt. Die Farben wurden mit Kraft und Schwung auf die Leinwand geworfen, gekleckst und geschrubbt, immer wieder sind Seile, Stoffe und Sand eingearbeitet. Die Oberflächen der Gemälde sind oft rau und grob.
Werke ohne Namen

„Intentos de Identidad“ heißt die Ausstellung, was soviel bedeutet wie Identität, die sich den Regeln widersetzt. Und genau das will der kubanische Künstler. Er arbeitet gegen alles, was eingrenzt. „Meine Bilder haben keinen Sinn“, erklärte er. „Für mich ist Malen vor allem eine körperliche Erfahrung. Ich lasse mich von Reizen und Gefühlen leiten.“ Die Kunst sei seine Art, sich auszudrücken, so der Maler weiter.

„Sie ist Philosophie durch meine Hände.“ Er spiele in seinen Arbeiten auf die Zeit an und das menschliche Schicksal. Die Gemälde des Künstlers haben keine Titel. In der Einladung lässt Diaz Bravo den Maler Francis Bacon zu Wort kommen: „Das Einzige, das ich versuche, ist im Einklang mit meinem Nervensystem zu sein.“

Alexeir Diaz Bravo wurde 1971 in Havanna geboren und lebt seit drei Jahren in Marburg. Seine Ausbildung schloss er 1994 an der Akademie für Bildende Künste in Havanna ab. Er arbeitete als Lehrkraft für Zeichnen, Malerei und Design an verschiedenen Schulen in Havanna und nahm an mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen in Havanna, Toronto, Mailand und Amsterdam teil.

  • Die Ausstellung ist noch bis zum 23. Januar 2015 zu folgenden Zeiten geöffnet: Montag bis Donnerstag 7 bis 16 Uhr und Freitag 7 bis 14 Uhr (Im Lichtenholz 60).

von Bettina Preussner