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Marburg Märchenhafte Bilder auf CD-Rom
Marburg Märchenhafte Bilder auf CD-Rom
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15:58 23.08.2021
Sie sind an der Produktion der Ubbelohde-CD-Rom beteiligt: Dr. Markus Morr (von links, Fachdienst Kultur des Landkreises), Marie Weintraut (AIDEA), Ina Beneke (Büchner-Verlag), Ludwig Rinn (Vorstandsvorsitzender der Otto-Ubbelohde-Stiftung) und Matthias Kirchhoff von der Firma AIDEA, der für die technische Gestaltung verantwortlich zeichnet.
Sie sind an der Produktion der Ubbelohde-CD-Rom beteiligt: Dr. Markus Morr (von links, Fachdienst Kultur des Landkreises), Marie Weintraut (AIDEA), Ina Beneke (Büchner-Verlag), Ludwig Rinn (Vorstandsvorsitzender der Otto-Ubbelohde-Stiftung) und Matthias Kirchhoff von der Firma AIDEA, der für die technische Gestaltung verantwortlich zeichnet. Quelle: Foto: Uwe Badouin
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Marburg

Das Besondere: Es ist ein deutsch-japanischen Projekt, die Texte sind also auf Deutsch und Japanisch.

Die CD-Rom erscheint am 28. August, kann aber zum Preis von 12,95 Euro schon jetzt beim Büchner-Verlag (www.buechner-verlag.de) bestellt werden. Der Reinerlös kommt nach Auskunft von Dr. Markus Morr vom Fachdienst Kultur des Landkreises der Ubbelohde-Stiftung zugute.

Die CD-Rom basiert auf einer Vorgänger-CD aus dem Jahr 2001. Schon damals hat Dr. Markus Morr vom Fachdienst Kultur mit dem japanischen Märchenforscher Dr. Toshio Ozawa zusammengearbeitet, der den Landkreis und die Ubbelohde-Stätten regelmäßig mit japanischen Reisegruppen und Märchenforschern besucht.

Die Märchen der Brüder Grimm sind bis heute ungemein populär. Längst hat sogar Hollywood diese Märchen für sich entdeckt. Oft sind sie in den Blockbuster-Filmen doch sehr frei interpretiert und dem jeweiligen Zeitgeist angepasst. Es gibt unzählige „Aschenputtel“- und „Schneewittchen“-Versionen oder „Hänsel und Gretel“ sorgen als Hexenjäger für leichten Grusel.

210 Märchen trugen die Brüder Grimm zusammen

Die Märchen sind alt, wurden über Generationen mündlich überliefert, bis die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm sie sammelten, in eine Schriftfassung brachten, sie ab 1812 als Kinder- und Hausmärchen veröffentlichten und so für die Nachwelt retteten. 210 Märchen und Kinderlegenden trugen sie im Laufe der Zeit für ihre Sammlung von Haus- und Kindermärchen zusammen.

Doch so richtig populär wurden die Märchen erst mit einer Gesamtausgabe des Leipziger Turm-Verlags in den Jahren 1905 bis 1907. Später übernahm der Marburger Elwert-Verlag diese Ausgabe. Sie enthielt 450 Federzeichnungen des Marburger Künstlers Otto Ubbelohde (1867-1922) zu allen Märchentexten, die maßgeblich zur Faszination der Märchen beigetragen haben. Entstanden sind sie in seinem Wohnhaus in Goßfelden, heute ist es ein wunderschönes Atelier-Museum. Die Motive fand der Künstler oft in seiner näheren Umgebung. In Marburg, im Lahntal, in Amönau, in der Schwalm.

Die Zeichnungen wurden im Jahr 2018 übrigens zum „National wertvollen Kulturgut“ erklärt, wie etwa die Himmelsscheibe von Nebra oder die Gutenberg-Bibel. Diese Einstufung verhindert den Verkauf der Originale, die im Besitz des Landkreises sind, ins Ausland.

Die aktuelle CD-Rom wurde von Matthias Kirchhoff von der Firma AIDEA gestaltet. Unterstützt wurde er dabei von Marie Weintraut, die ihre Japanisch-Kenntnisse einbrachte.

Die CD-Rom enthält alle Abbildungen der 450 Märchenillustrationen, die für das Projekt neu und in besserer Auflösung eingescannt wurden. Hinzu kommen eindrucksvolle Videos von Thomas Naumann, der einige der alten Zeichnungen mit aktuellen Bildern der Ubbelohde-Motive überblendet.

Ergänzt werden die Bilder und Videos durch Fachbeiträge des Ubbelohde-Kenners Ludwig Rinn, Vorstandsvorsitzender der Ubbelohde-Stiftung, des Kunsthistorikers Professor Dr. Bernd Küster, des Kulturwissenschaftlers Professor Dr. Siegfried Becker und von Dr. Markus Morr, der die Redaktion und Gesamtleitung des Projekts verantwortete.

„Diese CD-Rom ist etwas Besonderes. Nicht nur, weil sie in sehr ähnlicher Form auch in Japan erscheint, sondern auch, weil sie die Möglichkeit bietet, die wunderschönen Illustrationen in hoher Auflösung zu sehen“, freut sich Markus Morr. Mit den Beiträgen der Experten vermittle sie „viel Wissenswertes über den Künstler Otto Ubbelohde“.

An dessen 100. Todestag wird im kommenden Jahr erinnert, unter anderem mit einer großen Ausstellung im Kunstmuseum Marburg.

Von Uwe Badouin

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