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Marburg Rocken gegen Corona
Marburg Rocken gegen Corona
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09:34 09.03.2020
Kein Platz für Corona-Hysterie: Die Lokalmatadoren von „Bazu:ka“ brachten ihre Fangemeinde im übervollen „Q“ zum Tanzen. Quelle: Fotos: Nadine Weigel/Miriam Prüßner (3)
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Marburg

Kaum ein Durchkommen in der Cavete. Freitagabend platzt die kleine Musikkneipe im Steinweg aus allen Nähten. Dutzende Menschen quetschen sich aneinander vorbei, um einen kleinen Blick auf „Moday Vu“ zu erwischen. Die Band beschallt das kuschelige Mauergewölbe mit funkig-groovigen Rhythmen. MaNo-Musikfestival 2020 in Zeiten der Corona-Epidemie: scheinbar keine besonderen Auswirkungen. Marburger Musikfans haben offensichtlich keine Angst vorm Virus. Während überall Massenveranstaltungen abgesagt werden, strömen am Freitagabend schon Hunderte durch die Kneipen und Clubs der Uni-Stadt und zelebrieren das 25-jährige Jubiläum des partnerstädtischen Festivals.

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„Nö, wir machen uns da keine Sorgen“, sind sich Kim, Anne, Leonie und Inga einig. Die Studentinnen haben ihre MaNo-Tour erst gegen 22 Uhr im Sudhaus gestartet. Dort ist auch tatsächlich noch genügend Platz, dass man zumindest nicht Gesicht an Gesicht steht. Zwei Armlängen vorm Publikum singen „Cavalo“ mit melodischem Indie-Sound von Liebe und Schmerz.

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Hier unser Video:

In der Schlucke fordern derweil die entspannt bei Kerzenschein an Tischen sitzenden Musikfans lautstark eine Zugabe. Die Slowenin Ela Adamek hat die Schlucke-Besucher verzaubert. Dafür braucht sie nur ihre einzigartige Stimme und ihre Gitarre. Kaum zu glauben, dass Ela erst seit 2018 live auftritt – so souverän, wie sie ihre selbst komponierten Songs präsentiert. Die Begeisterung des Publikums quittiert sie mit verlegenem Lächeln.

Ortswechsel: Passend zum Weltfrauentag wirbelt Sandra Peschke über die Bühne im Szenario. Kraftvolle, energiegeladene Frauenpower verpackt die Frontfrau der Eisenacher Band „3Beinromantik“ in deutsche Texte.

MaNo-Festival 2020 Quelle: Nadine Weigel

Ähnlich elektrisierend geht’s im KFZ zu: Die vier Franzosen von „After End“ sind echte Rocker im Stile von „Mando Diao“.

Treibendes Schlagzeug, krachende Gitarren, in Lederjacken gehüllte Jungs, die ihren Emotionen mit wilden Gesten freien Lauf lassen. Das kommt gut an.

Aber die Krönung des Abends sind mal wieder die Lokalmatadoren von „Bazu:ka“. Die Marburger haben mittlerweile so eine große Fangemeinde, dass das „Q“ zeitweilig niemanden mehr reinlassen kann. Die Musikkneipe wird zum Moshpit. Frontmann Basti donnert voran, die Masse folgt mit glücklichen Gesichtern und brüllt den Refrain mit. „Deine Augen gehen mir immer noch unter die Haut“, schallt es aus Dutzenden Kehlen. Überall glückliche, verschwitzte Gesichter. Keiner denkt hier ans Coronavirus. Die Angst wird einfach weggefeiert.

Von Nadine Weigel

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