Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Marburg Lufthansa und Tochterunternehmen streichen Flüge
Marburg Lufthansa und Tochterunternehmen streichen Flüge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:37 14.06.2022
Auf deutschen Flughäfen bleiben im Juli Hunderte Flugzeuge stehen.
Auf deutschen Flughäfen bleiben im Juli Hunderte Flugzeuge stehen. Quelle: SymbolFoto: Christophe Gateau/dpa
Anzeige
Marburg

Denn die Lufthansa und ihre Töchter Eurowings und Swiss haben angekündigt im Juli Hunderte Flüge zu streichen. Allein die Lufthansa cancelt rund 900 Flüge innerhalb Deutschlands und Europas. Vor allem an den beliebten Wochentagen Freitag, Samstag und Sonntag entfallen zahlreiche Flüge.

Betroffen vor allem: Das Drehkreuz in Frankfurt. Auch hier ist der Hauptgrund wie an zahlreichen anderen Airports ein eklatanter Personalmangel. Es fehlen die Mitarbeiter, die in der Pandemie entlassen wurden und sich andere Jobs gesucht haben. Die Folge: Bei dem derzeit wieder erhöhtem Flugaufkommen fehlen sie überall. In der Passagierkontrolle, der Flugzeugabfertigung, auch Flugbegleiter werden dringend gesucht. Fernreisen könnten so im Sommer zur Nervenprobe für Passagiere und Anbieter werden.

Wie kommt man ans Ziel?

„Über alle Standorte hinweg fehlen den Dienstleistern, die an der Abfertigung der Passagiere beteiligt sind, rund 20 Prozent Bodenpersonal im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel kürzlich dem „Stern“. „Das kann vor allem beim Check-In, beim Beladen der Koffer und in der Luftsicherheitskontrolle zu Engpässen in Spitzenzeiten führen“, so Beisel weiter.

Vorteilhaft sei es für Kunden, wenn sie Pauschalreisen gebucht hätten. Dann hafte der Veranstalter bei dem Ausfall von Flügen. Entweder hilft Jens Becker, Inhaber und Geschäftsführer vom TUI-Reisecenter in Marburg und Gießen, den Kunden dann bei der Suche nach einer Alternative oder es bleibt ihnen ein kostenfreier Rücktritt von der Buchung. Wer allerdings Flug und Hotel separat gebucht hat, könne auf Kosten sitzen bleiben. „Wenn es keine Alternative gibt, um an den Urlaubsort zu gelangen, muss dennoch das Hotel bezahlt werden“, sagt Becker.

Linienflug-Experte Matthias Lesch, Büroleiter von Eriks Reisebüro in Marburg, hält die Lufthansa-Ankündigung für „extrem heftig“. Es obliege dem Kunden, ob er die Streichung seines Flugs akzeptiert oder ob er das Ticket zurückgibt. Doch bei Letzterem stellt sich die Frage: Wie kommt er ans Ziel? Lesch versucht für die Kunden zu retten, was zu retten ist: den Flugtag verlegen oder ein Flughafen in Zielnähe. Aber: Da oft zu günstigen Konditionen gebucht wurde, müsse der Kunde mit Mehrkosten rechnen, sagt Lesch.

Tipps für Flugreisende

In der bevorstehenden Ferienzeit sollen Passagiere möglichst drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein. Zudem sollten Flugreisende Online-Check-In nutzen, damit sie bereits die Bordkarte haben – am besten gleich mit Sitzplatzwahl. Wer die Möglichkeit hat, sollte sein Gepäck bereits am Vorabend aufgeben. So müsse man am nächsten Tag nur noch einchecken, rät Jens Becker. Wer diese Tipps beachtet, kann lange Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen vermeiden. Denn auch dort sei mit Problemen zu rechnen, da auch dort das Personal fehle, sagt Becker. 

Von Silke Pfeifer-Sternke und unserer Agentur

14:54 Uhr
Marburg Badespaß im Landkreis - Sommer - auf geht's!
15:27 Uhr