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Marburg Loslegen, sobald es möglich ist
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16:29 26.11.2020
Prinz (Pavel Travnicek) passt Aschenbrödel (Libuse Safrankova) in dem Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" den verlorenen Schuh an. Der Klassiker ist zwischen dem ersten Advent und dem Dreikönigstag in den ARD-Sendern zu sehen. Das Hessische Landestheater hat daraus ein Theaterstück zur Weihnachtszeit gemacht – wann es zu sehen ist, hängt von den Corona-Lockdown-Regeln ab. Quelle: Foto: WDR/DRA/ARD
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Marburg

Im November sind wegen des Teil-Lockdowns bereits drei Premieren abgesagt worden: Die Boulevard-Komödie „Der nackte Wahnsinn“ (14. November), das Politstück „Hannah! Das Erwachen eines politischen Bewusstseins“ (21. November), und das große Familienstück zur Weihnachtszeit „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, für das alle Schulvorstellungen bereits ausverkauft waren.

Das Weihnachtsmärchen ist das wichtigste Familien- und Kinderstück des Landestheaters – „Schneewittchen“ sahen im vergangenen Winter allein im Marburg rund 12 000 Zuschauer, inklusive der vielen verkauften Gastspiele waren es sogar 17 100 Besucher.

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Alle drei Stücke sind im Grunde premierenreif geprobt, bestätigten Eva Lange und Carola Unser. das Landestheater könnte also sofort loslegen – wenn, ja wenn die Theater freigegeben würden. „Es wäre schön, wenn wir bald wieder spielen könnten. Wir würden auch für zwei Klassen im Erwin-Piscator-Haus spielen. Aber wenn es das Infektionsgeschehen erfordert, dass wir zubleiben, dann ist es so“, sagte Carola Unser gestern der OP.

Nach der Einigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder beim Corona-Gipfel zu den Regelungen für den Dezember und insbesondere für Weihnachten und Silvester bleibt es auch im Dezember bei der Schließung von Theatern, Kinos und Gaststätten. Was passiert dann mit den drei Premieren, für die zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor und hinter den Kulissen wochenlang gearbeitet haben? „Wir haben Plan a, b, c, d, e, f, g“, sagt Eva Lange. Ziel ist: Alle drei Stücke sollen unbedingt gespielt werden – „und wenn aus dem Wintermärchen eben ein Frühlingsmärchen wird“. Denn Lange und Unser möchten Kindern unbedingt den Besuch eines großen, aufwendigen Theaterstückes ermöglichen. Es gibt ab Januar aber ein Problem: Die Belegung des Erwin-Piscator-Hauses, das im Dezember in weiten Teilen für das Weihnachtsmärchen gebucht ist.

„Der nackte Wahnsinn“ und „Hannah!“ werden dagegen im Theater am Schwanhof gespielt. Dort dürften sich Spieltermine leichter finden lassen, auch wenn zwei weitere Premieren in den Startlöchern stehen: Das Musikstück „Soundtrack eines Lebens“ und der moderne Klassiker „Biedermann und die Brandstifter“ – ein Stück, das gerade in diesen Zeiten, in denen Rassismus wieder um sich greife, von enormer aktueller Bedeutung sei.

Anders als das Theater kann das Fernsehen Geschichten ins heimische Wohnzimmer transportieren. Die ARD-Sender strahlen den Filmklassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ zwischen dem ersten Advent (29. November) und dem Dreikönigstag (6. Januar) fast 20 Mal aus. Das Erste zeigt ihn drei Mal und macht am Sonntag um 14.03 Uhr auch den Auftakt. Allein an Heiligabend ist der Film sechs Mal programmiert nach derzeitigem Stand, etwa mittags im Ersten und zur besten Sendezeit ab 20.15 Uhr im WDR Fernsehen.

Der Märchenfilm von 1973 – eine Ko-Produktion der damaligen CSSR und DDR – ist zur Weihnachtszeit für Millionen Menschen Kult. Einer der Hauptdrehorte war Schloss Moritzburg bei Dresden. Die dort im Winter übliche Ausstellung zum Film ist diesmal coronabedingt abgesagt.

Von Uwe Badouin

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