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Marburg Sanierter Lokschuppen feierlich eröffnet
Marburg Sanierter Lokschuppen feierlich eröffnet
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16:44 15.05.2022
Die Plätze am Wasser waren bei der Einweihung des umgestalteten Lokschuppens sehr begehrt.
Die Plätze am Wasser waren bei der Einweihung des umgestalteten Lokschuppens sehr begehrt. Quelle: Fotos: Florian Lerchbacher
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Marburg

Tolles Wetter, spitzen Stimmung, ein abwechslungsreiches Programm – drei Tage lang stand das sanierte Lokschuppen-Areal voll im Zeichen der Einweihung, die Tausende Menschen gut gelaunt mitfeierten.

Nach der feierlichen Eröffnung am Freitag warteten am Samstag und Sonntag Bands, Poetry Slammer, Theatergruppen, Interviewrunden und vieles mehr auf die Besucher – die das Angebot mit Freude annahmen. „Ich finde es gelungen. Die Kombination aus Alt und Neu passt“, lobte Besucher Manuel Trier am frühen Samstagabend die Anlage und sagte: „Das ist etwas, das Marburg fehlte.“

Seine Begleiterin Melissa Vanderheyden ergänzte: „Eine schöne Location, gute Musik, leckeres Essen – es ist toll hier.“ Ähnlich lobend äußerte sich Wieland Behr, während er im Sonnenschein an der Wasserfläche inmitten des Areals verschiedene Leckereien und musikalische Untermalung genoss: „Es ist sehr schön geworden. Der Spagat zwischen Industriemuseum und Moderne ist gut gelungen, das Essen ist lecker, das Wetter perfekt – aus Sicht der Marburger hat sich das Projekt gelohnt.“ Kerstin Bunte sprach von einer Bereicherung für die Stadt – insbesondere der Coworking-Space sei ein sehr interessanter Ansatz.

Während der Eröffnung am Freitagabend hatte Lokschuppen-Macher Gunter Schneider noch verraten, dass er schon 2013 – vier Jahre vor der Privatisierung – erste Anläufe für eine „Re-Vitalisierung“, wie er es nennt, unternommen hatte. „Die Planspiele haben wir wieder und wieder gemacht, aber wieder und wieder verworfen.“ Bis 2017 dann, als die Idee reifte, „aus einem Knotenpunkt für Eisenbahnen einen Knotenpunkt für Menschen zu machen“. Aller Urbanität, Flair, Potenzial zum Trotz sei es „eine elende Ruine“ gewesen.

„Das Gebäude war Game over“, ergänzte Architekt Bernward Paulik. Ein Neubau – billiger und unkomplizierter – sei aber nie infrage gekommen. „Steine weg, heißt Spirit weg. So ist eine Seele in den Wänden.“ „Hier hat sich die beste Idee, nicht der höchste Kaufpreis durchgesetzt – und das ist ein Glücksgriff, eine Vorzeige-Location erster Klasse“, sagte Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) mit Verweis auf den kontroversen Auswahlprozess (die OP berichtete). Es sei ein „Geschenk für Marburg und die Region“, das Engagement sei ein „Musterbeispiel für Bürgersinn“.

Der Bundestagsabgeordnete Sören Bartol (SPD) erinnerte an den Konflikt rund um die Drehscheibe mit der Deutschen Bahn. „Da stieß Genialität auf von Vorschriften geprägte Realität.“ Trotz allem gebe es nun „ein Flaggschiff, in das eine ganze Region wird einsteigen wollen.“

Philipp Nimmermann (Grüne), Hessens Wirtschaftsstaatssekretär, lobte Schneiders exklusive Nutzung natürlicher Baustoffe beim Umbau, das seien „tugendhafte Lösungen“ gerade in Klimawandel-Zeiten. Allen Lobs der rund 400 geladenen Gäste und deren Feierstimmung beim Rundgang durch Event-, Gastro- und Start-up-Bereiche zum Trotz sagte Schneider: „Ich würde das Projekt nicht noch mal machen, dafür war der Weg zu dornig.“

Von Björn Wisker und Florian Lerchbacher

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