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Marburg Geld für widerstandsfähige Wälder
Marburg Geld für widerstandsfähige Wälder
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09:00 28.06.2022
Wälder werden von Milliarden Mikroorganismen besiedelt. Das Projekt Tree-M rückt die Blattoberfläche in den Fokus. Das Foto zeigt einen Blick auf den Universitätswald in Caldern. Drohnenaufnahme: Projekt Natur 4.0
Wälder werden von Milliarden Mikroorganismen besiedelt. Das Projekt Tree-M rückt die Blattoberfläche in den Fokus. Das Foto zeigt einen Blick auf den Universitätswald in Caldern. Drohnenaufnahme: Projekt Natur 4.0 Quelle: Uni Marburg
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Marburg

Gleich zwei Mal werden Projekte mit Marburger Federführung im Landesförderprogramm „Loewe“ gefördert, wie das hessische Wissenschaftsministerium am Montag mitteilte. „Ich freue mich sehr über den erneuten Erfolg der Uni Marburg bei der Loewe-Initiative“, sagte der für Forschung zuständige Uni-Vizepräsident Professor Gert Bange.

Den Löwenanteil gibt es für ein Forschungsvorhaben unter der wissenschaftlichen Leitung der Mikrobiologin Professorin Anke Becker von der Uni Marburg. 4,7 Millionen Euro gibt es für dieses Vorhaben mit dem Titel „Tree-M“, das erforscht, wie Bakterien die Gesundheit von Bäumen und deren Beitrag zum Klimaschutz beeinflussen. Projektpartner kommen auch von der Uni Gießen und dem Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie.

Das Forschungsvorhaben Tree-M rückt die Blattoberflächen der Bäume in den Fokus. Am Beispiel der Eiche will das Team die Wechselwirkungen zwischen der Umwelt und der Zusammensetzung und den Stoffwechselaktivitäten des bakteriellen Blatt-Mikrobioms untersuchen. Die Ergebnisse sollen in nachhaltige Strategien zur Entwicklung widerstandsfähiger mitteleuropäischer Wälder fließen.

Das ist deswegen wichtig, weil Wälder von Milliarden Mikroorganismen besiedelt sind. „Sie sind wichtig für die Nährstoffverfügbarkeit im Ökosystem und die Umwandlung und Speicherung von Treibhausgasen“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

„Tree-M“ ist einer von zwei neuen „Loewe“-Schwerpunkten, die in der 15. Staffel des hessischen Forschungsförderungsprogramms Unterstützung aus Landesmitteln erhalten. Das hat die „Loewe“-Verwaltungskommission auf Grundlage der Bewertungen der externen Fachgutachter und der Empfehlungen des Programmbeirats entschieden. Die ausgewählten Forschungsprojekte erhalten die Projektmittel jeweils für die Laufzeit von vier Jahren.

Zudem bekommen aus der neuen Förderlinie „Loewe-Exploration“ für unkonventionelle innovative Forschung vier Forschungsteams für ihre mutigen Forschungsansätze insgesamt rund eine Million Euro.

Eines davon ist auch ein Marburger Projekt. Wie kann Hefe mithilfe eines natürlichen Quantensensors dazu gebracht werden, auf schwache Magnetfelder zu reagieren? Das ist das Thema dieses „Loewe“-Explorationsprojektes, für das der Marburger Chemie-Professor Lars-Oliver Essen 270 000 Euro erhält.

Im Mittelpunkt steht das Phänomen, dass Zugvögel wie beispielsweise das Rotkehlchen sich mit der Hilfe von Erdmagnetfeldern orientieren. Möglich macht dies ein Protein im Vogelauge, das Signale weitergibt, wenn sich die Magnetfelder verändern. Die Forscher wollen in dem Forschungsprojekt „Quantum Yeast“ herausfinden, wie genau es zu dieser Änderung der Proteinstruktur kommt.

Von Manfred Hitzeroth

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