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Marburg Solarien sind offen – doch Kunden bleiben aus
Marburg Solarien sind offen – doch Kunden bleiben aus
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07:58 23.12.2020
Amela Knauft vom Sonnenstudio „Sonneninsel“ in Marburg desinfiziert eine der Sonnenbänke.
Amela Knauft vom Sonnenstudio „Sonneninsel“ in Marburg desinfiziert eine der Sonnenbänke. Quelle: Foto: Andreas Schmidt
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Marburg

Es ist eine Crux: Während wegen des Lockdowns nahezu alle Geschäfte und beispielsweise auch Friseursalons schließen müssen, dürfen Sonnenstudios geöffnet bleiben – sofern die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Das hat die Hessische Landesregierung in ihren Auslegungshinweisen zur neuerlichen Lockdown-Verordnung verdeutlicht. Doch: Bei den Kunden scheint sich das noch nicht herumgesprochen zu haben.

„Es kam auch für uns absolut überraschend“, sagt Ferid Pipic, Inhaber der „Sonneninsel“ am Marburger Krummbogen. „Ich wusste bis Dienstagabend auch nicht, dass wir öffnen dürfen – und den Kunden hatten wir vorher noch gesagt, dass wir schließen werden“, sagt Pipic. Denn: Während des ersten Lockdowns im Frühjahr „mussten wir noch für sechs Wochen dicht machen“, sagt seine Schwester Amela Knauft im Gespräch mit der OP. „Damals waren wir noch mit Fitness-Studios und Saunen gleichgestellt“, sagt sie. Pipic ärgert sich, dass er sich die Informationen selbst habe suchen müssen, „so etwas kann man doch auch mitteilen“, findet er.

Schon damals sei die Zwangsschließung Mitte März denkbar ungünstig gewesen, „so, wie für alle Sonnenstudios in Marburg“, sagt Knauft. Denn: Zu dem Zeitpunkt herrsche Hochsaison in den Solarien, „die Leute wollen gerne vor dem Frühjahr ein wenig vorbräunen“. Doch das ging nicht, denn erst Anfang Mai konnte das Studio wieder öffnen. Und selbst dann seien die Kunden nur recht zögerlich gekommen – zum Teil wohl auch aus Angst.

Es folgte der Sommer, ohnehin „Saure-Gurken-Zeit“, dann sei die „Sonneninsel“ auch schon mal mittags geschlossen. „Denn wenn es draußen 30 Grad sind und die Sonne scheint legt sich niemand auf die Sonnenbank“, weiß Amela Knauft. Abends hätten sie dann wieder geöffnet, „aber im Sommer ist generell wenig los“. Und der ging dieses Jahr auch noch außergewöhnlich lang – recht spät lief das Geschäft für die Solarien also wieder an.

Im Herbst zog das Geschäft dann langsam wieder an – doch als es hieß, es könne zu einem „Lockdown light“ kommen „sind die Kunden zu uns gestürmt, um sich nochmal zu bräunen. Denn sie dachten, wir müssten wie im Frühjahr wieder schließen“. Mussten die Solarien aber nicht – dennoch blieben die Kunden zunächst aus. Und auch nun, beim zweiten echten Lockdown, sind die Kunden rar gesät. „Es ist schon verrückt“, sagt Ferid Pipic, „es kommen kaum Kunden, aber staatliche Hilfen gibt es auch nicht, weil wir ja nicht schließen müssen“.

Dabei sei der Besuch im Solarium ungefährlich. „Wir haben jede Menge Platz und sorgen dafür, dass sich die Kunden gar nicht erst begegnen“, erläutert Amela Knauft. Denn: Erst, wenn die Kundschaft in einer Kabine sei, dürfe die nächste Person eintreten. „Außerdem wird alles, was die Kunden anfassen, sofort desinfiziert. Die Luft in den Solarien wird nicht umgewälzt, sondern nach draußen über Filter abgesaugt. Und wenn die Kunden die Sonnenbank verlassen haben, desinfiziere ich die Bank auch nochmal extrem gründlich“, sagt sie. Die Kinderspielecke wurde bereits abgebaut, kostenlose Getränke, wie sonst üblich, gibt es derzeit nicht – „alles im Zeichen der Hygiene“, sagt Knauft.

Die Geschwister hoffen, dass der Zuspruch nun etwas steigt, denn das Jahr sei wirtschaftlich schon schwer genug gewesen.

„Solarien haben nicht nur einen wohltuenden Effekt für die Kunden und sorgen gerade im Winter für die Vitamin-D-Versorgung des Körpers. An den Sonnenstudios hängen ja auch Arbeitsplätze“, sagen sie – so seien bei der Sonneninsel etwa zwei Teilzeitkräfte und drei Aushilfen beschäftigt, die man gerne halten wolle.

Von Andreas Schmidt

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