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Marburg Linke und Grüne reden über linke Politik
Marburg Linke und Grüne reden über linke Politik
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16:58 15.04.2021
Während einer Stadtverordnetenversammlung im Erwin-Piscator-Haus sprechen Linke und Grüne miteinander.
Während einer Stadtverordnetenversammlung im Erwin-Piscator-Haus sprechen Linke und Grüne miteinander. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Am Dienstagabend sprachen sie mit der Marburger Linken. Wie immer in solchen Situationen hieß es anschließend aus Teilnehmerkreisen, die Gespräche seien „harmonisch“, „konstruktiv“ und „interessant“ verlaufen – was nicht viel mehr heißt als: Wir haben uns nicht die Augen ausgekratzt. Linken-Fraktionschefin Renate Bastian kann sich auch weiterhin eine Regierungszusammenarbeit mit den Grünen vorstellen, „eine große Mehrheit in Marburg hat ja schließlich linke Gruppierungen gewählt“, sagte sie mit Bezug auf die Marburger Linke, die Grünen, die Klimaliste, den Piraten und die SPD.

Am Dienstag ging es zunächst vor allem um Verkehrspolitik, um Sport- und Schulpolitik und um Kulturpolitik. Beschlüsse wurden naturgemäß nicht gefasst, sagte Bastian.

Sollte am Ende wirklich eine Regierungsbeteiligung der Marburger Linken stehen, wäre dies das erste Mal, dass Die Linke in den hauptamtlichen Magistrat einzieht. Bastian wollte aber nicht darüber spekulieren, welche personellen Konsequenzen dies hätte.

Die Grünen als stärkste Fraktion im Marburger Stadtparlament setzen ihre Gespräche mit den anderen politischen Kräften fort. Gestern Abend war ein Treffen mit der Klimaliste verabredet.

Mit den Marburger Linken treffen sich die Grünen zu einem zweiten Gesprächsblock am 22. April – diesmal in Präsenz. Unterdessen hat die Marburger Klimaliste reagiert auf den Appell von rund 20 Marburger Einzelpersönlichkeiten, die in einem offenen Brief die linksorientierten Parteien im Marburger Stadtparlament zur Zusammenarbeit aufgefordert hatten. „Marburg führen wir nur gemeinsam zur Klimaneutralität“, sagt Jana Roth für die Klimaliste.

Die Folgen der Klimakrise erforderten „einen neuen politischen Stil der Kooperation, der Wissenschaftlichkeit und der Entschlossenheit, den wir bereits aus den Klimarechtsbewegungen außerhalb der Parlamente kennen.“ An einem „progressiven Bündnis“, das sowohl Klimaschutz als auch soziale Gerechtigkeit vorantreibe, wolle sich die Klimaliste gerne beteiligen.

Von Till Conrad