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Marburg Linke schickt Maximilian Peter ins Rennen
Marburg Linke schickt Maximilian Peter ins Rennen
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17:58 17.05.2021
Maximilian Peter zieht für die Linken in Marburg-Biedenkopf in den Bundestagswahlkampf.
Maximilian Peter zieht für die Linken in Marburg-Biedenkopf in den Bundestagswahlkampf. Quelle: Volker Kubisch
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Marburg

Ihren Hut in den Ring geworfen hatten hierfür der 25-jährige Politikstudent Yusuf Karaaslan und der 28-jährige Einzelhandelskaufmann Maximilian Peter. Nachdem sich bereits zwei Tage zuvor im Zuge einer Onlinekonferenz die beiden Kandidaten ausführlich vorstellen konnten und den Fragen der Parteimitglieder gestellt hatten, konnte die Abstimmung schnell über die Bühne gehen. Inge Sturm, neben Maximilian Peter Co-Vorsitzende der Linken, zeigte sich erfreut über die Kandidaten, die sie beide als überaus geeignet, weil engagiert und kompetent, beschrieb.

„Resignation, Ratlosigkeit und mitunter auch Wut“

Yusuf Karaaslan erhielt als Erster die Gelegenheit, sich noch einmal kurz vorzustellen und seine politischen Schwerpunkte zu umreißen. Vor allem die soziale Frage sei es, die ihn umtreibe. Eine erheblich geringere Lebenserwartung ärmerer Schichten, deren schlechtere Bildungschancen, aber auch der alltägliche Rassismus, Niedriglöhne, Leiharbeit und Werkverträge, explodierende Mieten und Gewalt gegen Frauen seien gesellschaftliche Problem, gegen die er kämpfen wolle. Sein Mitbewerber Maximilian Peter geißelte in seiner Vorstellung gleich zu Beginn die „chaotische und inkonsequente Pandemiebekämpfung“ der Großen Koalition in Berlin, wodurch viele Menschen ihr Leben verloren hätten und viele Millionen Menschen in vielerlei Hinsicht an ihre Grenzen gestoßen seien. Er erfahre täglich bei seiner Arbeit im Einzelhandel, „wie sich anfänglicher Optimismus und Vertrauen in das Regierungshandeln in Resignation, Ratlosigkeit und mitunter auch in Wut“ gewandelt hätten. Trotz der größten gesellschaftlichen und politischen Krise seit Jahrzehnten sei viel zu wenig passiert, um „die eklatanten Missstände zu beheben“. Überhaupt gab Peter sich durchaus klassenkämpferisch. Er wetterte gegen Millionäre und Milliardäre, die jederzeit auf die Unterstützung der Großen Koalition zählen könnten, und stellte ihnen die Pflegerinnen und Pfleger gegenüber, die außer wohlfeilem Applaus und Lippenbekenntnissen der politisch Verantwortlichen nichts weiter zu erwarten hätten. So sei die Privatisierung der Uniklinik einzigartig in ganz Europa und eine Schande für den Wahlkreis. „Gesundheitseinrichtung gehören nicht in die Hände von ausschließlich an Profit interessierten Konzernen“, empörte er sich.

Kampf gegen Rassismus und Umweltzerstörung

Als Bundestagskandidat der Linken will Peter sich nun einsetzen für Gerechtigkeit und eine sozial-ökologische Wende. Auch wolle er mit seiner Biografie Menschen ansprechen, die sich abgehängt fühlten. „Und den Kampf gegen Rassismus, patriarchalische Strukturen und Umweltzerstörung sehe ich als Herausforderung, die nur in einem starken Team gelingen kann.“ Über den Wahltag hinaus.

Von Volker Kubisch