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Marburg Lebkuchen und Hexenschuss
Marburg Lebkuchen und Hexenschuss
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19:36 30.11.2016
Der Marburger Kinderchor sowie das Kinder- und Jugendorchester Streicherbande Cappel und das Ensemble „Marburg & Music“ führten auf. Quelle: Manfred Schubert
Marburg

Mit großem, lang anhaltenden Applaus bedachten die gut 500 Besucher die gelungene Darbietung in der Lutherischen Pfarrkirche. Insbesondere würdigten sie die Leistung der jungen Ausführenden.

Denn es waren hauptsächlich mehr als 60 Kinder und Jugendliche, die die Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck unter der Gesamtleitung von Bezirkskantor Nils Kuppe aufführten.

Neben einem Teil des Marburger Kinderchores, der von Cosima Friedrich mitgeleitet wird, waren es die Instrumentalisten vom Kinder- und Jugendorchester Streicherbande Cappel im Alter von acht bis elf Jahren und die der Streicherbande entwachsenen Zehn- bis Vierzehnjährigen, die mittlerweile in einem eigenen Ensemble namens „Marburg & Music“ spielen.

Seit den Sommerferien und während einer Musikfreizeit in den Herbstferien hatten die jungen Musiker unter Leitung von Marie Verweyen die Stücke einstudiert. Die Älteren, die bereits seit fünf Jahren zusammenspielen, übernahmen die Hauptarbeit und wurden bei den langsameren Stücken, die Verweyen eigens umarrangiert hatte, von den Jüngeren unterstützt.

Insgesamt war das Werk etwa um die Hälfte auf eine Stunde verkürzt worden. Als Sprecher führte der Bariton Hartmut Raatz (Fotos: Schubert) durch die Geschichte der beiden Kinder, die sich nach einem Streit mit der Mutter im Wald verirren und bei der bösen Knusperhexe landen.

Durch seinen lebendigen Vortrag konnten auch die zahlreichen jüngeren Zuhörer der Handlung der als „Kinderoper“ geltenden Vertonung Humperdincks, die gern zur Weihnachtszeit aufgeführt wird, gut folgen.

Diese ist wesentlich kindgerechter als die bekannten, aber recht grausamen Fassungen aus den Märchensammlungen der Brüder Grimm, in denen die Mutter beziehungsweise Stiefmutter die Kinder absichtlich im Wald aussetzt. In der Oper geht am Ende alles gut aus, auch für die Mutter – und die ganze Familie ist wieder glücklich vereint.

Auch die Erwachsenen mussten lachen, als Raatz schilderte, wie die Hexe Rosina Leckermaul Kinder mit ihren Zauberstab und dem Spruch „Hokus pokus Katzenkuss, jetzt trifft dich der Hexenschuss“ am Flüchten hinderte.

Außerdem waren seine Hinweise darauf hilfreich, was in den jeweils folgenden Musikstücken dargestellt würde, beispielsweise wie gut die Musik den Vater nachahmte, der der Mutter die gefährliche Knusperhexe vormachte. Des Weiteren glänzte Raatz ebenso wie Sopranistin Anne Kuppe (Foto) in den für Kinder stimmlich ungeeigneten und auch zu schwierigen Solopartien.

Neben dem verdienten Beifall gab es am Ende für die Aufführenden – natürlich – Lebkuchen.

von Manfred Schubert