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Marburg Laura Theresa Junk ist die beste Verkäuferin Deutschlands
Marburg Laura Theresa Junk ist die beste Verkäuferin Deutschlands
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19:53 06.11.2020
Laura Theresa Junk hat ihre Ausbildung zur Verkäuferin im Obi-Markt Wehrda absolviert – und hat nicht nur als Kammersiegerin abgeschlossen, sondern wurde Bundesbeste. Quelle: Andreas Schmidt
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Marburg

„Ich freue mich, dass Sie die beste der Besten sind“ – mit diesen Worten überreichte Peter Lather, Vorsitzender der Regionalversammlung Marburg in der IHK Kassel-Marburg, den bekannten „Himmelsstürmer“ aus Acryl als Auszeichnung an Laura Theresa Junk.

Die 24-Jährige hatte bei Obi Marburg eine Ausbildung zur Verkäuferin absolviert – und diese mit Bravour abgeschlossen, „als beste aller Auszubildenden im gesamten Kammerbezirk“, so Lather.

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„So ein gutes Ergebnis wie Ihres haben wir in den vergangenen Jahren im gesamten Kammerbezirk nicht gehabt“, sagte Lather. Doch damit nicht genug: Junk wurde auch Siegerin beim Landes- und beim Bundesentscheid – und ist somit die beste Verkäuferin Deutschlands.

Für Lather steht fest: „Die Leistung öffnet Tore und legt das Fundament für das spätere Leben und eine erfolgreiche Zukunft.“ Laura Theresa Junk erhielt die Trophäe stellvertretend für die 23 Einser-Kandidaten aus der Region Marburg – alle anderen bekommen den Himmelsstürmer zugeschickt.

Studienabbrecher sind heiß begehrt

Die Top-Absolventin ist dabei ein Glücksgriff für den Obi-Markt Marburg gewesen. Denn: Sie hatte eigentlich Englisch und Spanisch auf Lehramt studiert. „Mir war aber schnell klar, dass ich nicht noch jahrelang studieren möchte, sondern etwas Praktisches brauche“, sagt sie im Gespräch mit der OP. Also arbeitete sie bei Rewe, „dabei ging es mir erstmal ums Geldverdienen“. Sie saß zunächst an der Kasse, „dann wurde ich auch in andere Abteilungen gezogen, habe beispielsweise Obst und Gemüse bestellt“.

Das habe ihr schon besser gefallen, „aber mir fehlte das Thema Beratung“. Baumarkt passe mehr – „dort muss man mehr mit Kunden kommunizieren, eine richtige Bedarfsermittlung machen – das gefällt mir sehr gut“. Dass es dann so gut lief und sie gar Bundesbeste wurde, „das ist schon Wahnsinn, damit hatte ich nicht gerechnet“. Nun gehe sie die nächsten Schritte, wolle zunächst Kauffrau im Einzelhandel werden – und schließlich Handelsfachwirtin.

Lob an Prüfer und Schulen

Studienabbrecher sind als Auszubildende „heiß begehrt“, denn sie bringen nicht nur etwas mehr Lebenserfahrung als jüngere Azubis mit, sondern wissen nach der Erfahrung des Studienabbruchs in der Regel auch genau, was sie nun wollen. Macht es das leichter? „Auf jeden Fall“, sagt Dirk Tämmerich, Leiter des Obi-Markts. „Es gibt ein ganz anderes Verständnis und Gespür für die Ausbildung. Das ist bei den Jüngeren noch nicht so ausgeprägt.“

Die Ausbildungsbetriebe des Kammerbezirks könnten laut IHK Kassel-Marburg mit Stolz und großer Zufriedenheit auf das Ergebnis der Winter- und Sommerprüfungen 2020 blicken: 156 Auszubildende aus 40 Berufen haben ihre Prüfungen mit der Note „sehr gut“ bestanden. Insgesamt nahmen an der Prüfung 3.700 Auszubildende teil.

Ein Erfolg, der angesichts der coronabedingten Umstände Anlass für große Zuversicht gebe, dass Ausbildung in Marburg und Nordhessen bestens gelinge: „Was die Betriebe in ihren Ausbildungen geleistet haben, ist herausragend. Unser Dank gilt auch den über 1.900 ehrenamtlichen Prüfern und den Berufsschulen. Ohne sie ist die hohe Qualität der dualen Berufsausbildung nicht möglich“, verdeutlichte Lather.

„Tolle Quote“ für heimische Azubis

Er betonte: „Leistungsstarke Azubis haben heute top Karriere- und Entwicklungschancen. Wir Unternehmen in der Region brauchen top qualifizierte und motivierte Mitarbeitende.“ Lather richtete seinen Dank an die Ausbildungsbetriebe. „Ohne die Kompetenz, die Sorgfalt und das Engagement der Ausbilder und der Ausbildungsverantwortlichen in den Betrieben würde Ausbildung nicht funktionieren und könnte es Spitzenleistungen in der Ausbildung nicht geben.“

Oskar Edelmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel-Marburg war insgesamt mit der Ausbildungsleistung mehr als zufrieden: „Von den 23 Top-Azubis im Altkreis Marburg sind sieben Landesbeste geworden – und von denen dann zwei Bundesbeste. Das ist eine hervorragende Leistung und eine tolle Quote, wir sind wirklich gut aufgestellt.“

Und auch für Dr. Christoph Grafe, Geschäftsführer unter anderem von Felden, Kaiser & Roth, steht fest: „Wir bilden bereits seit Jahrzehnten im Obi-Markt aus – aber eine solch hervorragende Leistung einer Auszubildenden hatten wir noch nie, das ist auch für uns ein Novum.“

Die Bestenehrung der IHK

Folgende Absolventen wurden von der IHK Kassel-Marburg für ihre besonderen Leistungen ausgezeichnet:

Laura Theresa Junk (Verkäuferin, Obi Marburg); Nikos Lezinos (Produktionsfachkraft Chemie), Pauletta Luzius (Biologielaborantin, beide CSL Behring); Katharina Mattheis (Kauffrau für Büromanagement, Heilpädagogische Gemeinschaft Kirchhain); Alex Remich (Elektroniker für Betriebstechnik, Fritz Winter Eisengießerei); Maria Roos (Biologielaborantin, CSL Behring); Alisa Rösser (Verkäuferin, Deichmann); Ian Kemeth (Produktionsfachkraft Chemie, kein Unternehmen); Steffen Köhler (Biologielaborant, Siemens Healthcare Diagnostics Products); Sven Rösser (Informatikkaufmann, GEDAT); Alexander Webb (Kaufmann im Einzelhandel, Game it Spielwaren); Melina Günther (Kauffrau für Büromanagement, Studentenwerk Marburg); Kevin Luca Haffer (Biologielaborant, CSL Behring); Felicitas Keller (Hotelfachfrau, Hotel und Residenz Rosenpark); Lea-Sophie Pompl (Verkäuferin, Deichmann); Jannik Schneider (Fachkraft für Lagerlogistik, GSK Vaccines); Jasmin Elisa Goldfuß (Kauffrau im Einzelhandel, Tegut); Ersin Koca (Industrieelektriker Fachrichtung Betriebstechnik, Fritz Winter Eisengießerei); Maximilian Kraft (Technischer Systemplaner Fachrichtung Elektrotechnische Systeme, Elektroplan Schneider); Leon Link (Biologielaborant, CSL Behring); Felix Lordieck (Fachinformatiker Fachrichtung Anwendungsentwicklung, IAD); Nadine Martin (Kauffrau im Gesundheitswesen, Deutsche Rentenversicherung Hessen) und Philipp Eduard Ueberholz (Kaufmann im Einzelhandel, Tegut).

Von Andreas Schmidt

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