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Marburg Schloss: Dachsanierung rückt näher
Marburg Schloss: Dachsanierung rückt näher
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11:55 13.01.2020
Die Dächer des Schloss-Bauwerks sollen saniert werden. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Hoch thront es über der Stadt: Das Marburger Landgrafenschloss ist ein schon von Weitem her sichtbares Wahrzeichen der Stadt. Besonders in den Abend- und Nachtstunden überstrahlt es ganz Marburg aufgrund der auffälligen Beleuchtung auch im wortwörtlichen Sinne. Doch das historische Gebäude ist in die Jahre angekommen und ist dringend sanierungsbedürftig – zumal die letzte Schloss-Sanierung zwischen 1980 und 2000 stattfand.

Doch selbst in der bislang letzten Sanierungsrunde wurden die Dächer des aus mehreren miteinander verbundenen Einzelgebäuden bestehenden Schlosskomplexes ausgespart, woran die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause im Gespräch mit der OP erinnert. Sie ist gewissermaßen die Schlossherrin, weil das im Landesbesitz befindliche Schloss von der Universität verwaltet wird. „Die Dächer müssen dringend saniert werden“, sagt die Präsidentin. Die Vorplanungen laufen schon länger als ein Jahr. Beauftragt damit ist die Landesbehörde LBIH, das frühere Staatsbauamt.

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Ein Drohnenflug habe spektakuläre Bilder der Schlossbedachung ergeben, erläutert Krause. Mit Hilfe von Spezialsoftware war es auch möglich, in Detailaufnahmen der einzelnen Dachbereiche und -strukturen hineinzuzoomen. So sei es auch ermöglicht worden, die Verfassung des Mauerwerks zu analysieren. 

Das Fazit ist aus Sicht der Marburger Uni-Präsidentin klar: „Die Dächer sind überfällig. Es hat auch teilweise schon reingeregnet“. Das bedeutet im Klartext, dass sie eher heute als morgen von Grund auf saniert werden müssten.

Nicht ganz klar wird aus den Unterlagen der Uni-Bauverwaltung übrigens, wann die bislang letzte Dachsanierung am Schloss stattgefunden hat – ob nun vor oder nach dem ­Ende des Zweiten Weltkriegs. Klar ist nach Darstellung aber auf jeden Fall, dass die Dächer bei der Anfang der 80er-Jahre gestarteten letzten Schloss-­Sanierungsrunde nicht dran waren.

Sowohl die Dachhaut als auch der Eiserne Dachstuhl müssen dringend saniert werden, erläutert die Präsidentin. Das ist einerseits eine herausfordernde­ Aufgabe, weil die Dachfläche zusammengenommen sehr groß ist. Zudem besteht sie zu großen Teilen aus Schiefereindeckung, was akribische Handarbeit notwendig macht. Außerdem seien­ die Dächer auch extrem steil, was potenzielle Sanierungsarbeiten nicht unbedingt einfacher macht. Nicht unkompliziert könnte auch die Frage der Aufstellung von Gerüsten für die Dachsanierung sein.

Auf jeden Fall plant die Präsidentin, für die Dachsanierung des Landgrafenschlosses schon für den Landeshaushalt 2021 eine Finanzierung zu beauftragen. Insgesamt handelt es sich bei dem Finanzvolumen wohl auf jeden Fall um mehr als 10 Millionen Euro. Klar ist auch, dass sich eine solche Sanierung auf einen Zeitraum von mehreren Jahren erstrecken würde.

Zudem ist auch das Schloss-Innere aus Sicht der Präsidentin wieder sanierungsbedürftig. Das gelte besonders für den zur Stadt hinweisenden Schlossflügel mit Turm und Schlosskapelle. Für eine Wiederaufnahme der um das Jahr 2000 beendeten letzten Schloss-Sanierung benötige man aber erst einmal einen breiten Konsens, dass ­diese Gesamtsanierung notwendig sei, weiß die Präsidentin. Sie will sich auf jeden Fall bei allen ­zuständigen Gremien dafür einsetzen.

von Manfred Hitzeroth