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Marburg Alle stehen hinter Carola Carius
Marburg Alle stehen hinter Carola Carius
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21:48 02.03.2022
Mit hochgereckten Daumen signalisiert Carola Carius, für den Wahlkampf bereit zu sein. Die Sprecherin des Kreisvorstandes der Grünen Sabine Matzen (links) und Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn sind zuversichtlich, die künftige Landrätin vor sich zu haben.
Mit hochgereckten Daumen signalisiert Carola Carius, für den Wahlkampf bereit zu sein. Die Sprecherin des Kreisvorstandes der Grünen Sabine Matzen (links) und Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn sind zuversichtlich, die künftige Landrätin vor sich zu haben. Quelle: Gianfranco Fain
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Wetter

Seit Dienstagabend (1. März) steht es fest: Die Wahlberechtigten im Landkreis haben bei der Wahl für das Amt des Landrates am 15. Mai die Auswahl unter sechs Kandidaten – und wie es den Grünen gefällt, schufen sie mit dem Nominieren von Carola Carius eine Geschlechterparität unter den Bewerbern.

Sabine Matzen vom Kreisvorstand beschrieb die 57-jährige Diplomingenieurin als geeignete Kandidatin. Sie sei in Cölbe und dessen Ortsteil Schönstadt sehr bekannt, war Ortsvorsteherin, zählte zu den Gründern von zwei Genossenschaften, habe im Regierungspräsidium Gießen gearbeitet und sei derzeit im Hessischen Wirtschaftsministerium für erneuerbare Energien und somit für die Energiewende mit zuständig. Nicht nur diese Expertise war für den Kreisvorstand ausschlaggebend, nach der Zusage der erwählten Kandidatin diese einstimmig den Mitgliedern des Kreisverbandes als Bewerberin für die Nachfolge der verstorbenen Kirsten Fründt vorzuschlagen.

Steckbrief

Die 57-jährige Carola Carius ist Diplom-Ingenieurin und arbeitet seit 2014 im Hessischen Wirtschaftsministerium in Wiesbaden im Referat für „Energiepolitik, Erneuerbare Energien und innovative Energietechnologie“ mit einem Arbeitsschwerpunkt Geothermie. Zuvor war sie beim Regierungspräsidium Gießen in der Stabsstelle „Entwicklung Ländlicher Raum“ tätig. In der Kommunalpolitik war Carola Carius Mitglied der Cölber Gemeindevertretung sowie als Ortsvorsteherin in Schönstadt tätig, wo sie an den Nahwärme- und Dorfladenprojekten beteiligt war.

Carola Carius lebt mit ihrer Familie im Cölber Ortsteil und trat im Oktober 2018 als unabhängige Kandidatin bei der Bürgermeisterwahl der Gemeinde an.

Nach befürwortenden Reden von Jörg Glock, Karsten McGovern und Angela Dorn – Hessens Wissenschaftsministerin bescheinigte Carius, Ehrlichkeit und Haltung, eine Mischung aus Erfahrung und Erdung sowie politische Leidenschaft zu besitzen – ließen die 30 stimmberechtigten Mitglieder der Grünen in der Stadthalle Wetter mit ihrem einstimmigen Votum keinen Zweifel daran, wer ihre Kandidatin für die Landratswahl ist. Der Beifall fiel ebenso lang anhaltend aus wie zuvor nach der Bewerbungsrede der Schönstädterin. Carola Carius will im Wissen um ihre Stärken erfolgreich weiterentwickeln und zu mehr Miteinander führen und sich für die Teilhabe von Bildung, Einkommen und Status von Frauen stark machen.

Die Schwerpunkte ihrer Arbeit wären, dass man in der Stadt und auch auf dem Land gut gemeinsam lebt. „Raus aus der Corona-Melancholie, rein in das wundervolle Leben“ soll es gehen, und als Landrätin möchte sie sich nicht nur dafür einsetzen, dass Erwerbsarbeit auf dem Land durch eine funktionierende Infrastruktur möglich ist, sondern auch „das traditionelle gesellschaftliche Leben in Städten und Gemeinden wieder aufblühen“ lassen und auch mit neuen und jungen Ideen bereichern.

Mehr Windräder, Fotovoltaik, Wärmepumpen

Ein weiterer Schwerpunkt wäre, Benachteiligten „faire Chancen zu ermöglichen“, durch Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche ebenso wie für Senioren und Familien. Und schließlich will Carola Carius als Landrätin durch das Fördern der Energiewende die Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas und somit auch die derzeit zutage tretende Erpressbarkeit überwinden.

Was der Landkreis zu 100 Prozent erneuerbare Energien benötigt, zählte die Landratskandidatin auf: den Ausbau von Windkraft- und Fotovoltaikanlagen, Wärmepumpen zum Gewinnen von Raum- und Prozesswärme, das Herstellen von Wasserstoff auf eigenen Flächen. „Mit ganzer Kraft“ will sie das Entwickeln des Landkreises zu einer Technologie- und Handwerksregion für Projekte und Innovationen in erneuerbaren Energien anstreben. Auch will sie den Radwegebau intensivieren und den ÖPNV stärken sowie die Zentren der Wohnorte vom Verkehr entlasten. Um dies alles zu erreichen, sicherte ihr die Versammlung ihre Unterstützung im Wahlkampf zu. Ebenso einstimmig wie das Nominieren der Landratskandidatin stimmten die Teilnehmer an der Kreisversammlung auch einem Beschluss „Wir stehen an der Seite der Menschen in der Ukraine“ des Landesparteitags zu, mit dem die russische Aggression und der Krieg gegen die Ukraine verurteilt wird. Zudem fordern die Kreis-Grünen die Gemeinden und Städte auf, geflüchteten Ukrainern eine angemessene Unterkunft zukommen zu lassen sowie Organisationen und Initiativen vor Ort zu unterstützen, die humanitäre Unterstützung in der Ukraine und für Geflüchtete leisten.

Von Gianfranco Fain