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Marburg Landrätin Kirsten Fründt tritt erneut an
Marburg Landrätin Kirsten Fründt tritt erneut an
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18:30 07.04.2019
Landrätin Kirsten Fründt tritt erneut für die SPD zur Landratswahl an. Quelle: Michael Hoffsteter
Marburg

Dass Besucher im Cineplex im Stehen applaudieren, ist eher selten. Es war aber kein oscarreifer Film, der am Samstagnachmittag nach knapp zwei Stunden begeistert beklatscht wurde, sondern die mit 98,3 Prozent der von den SPD-Mitgliedern abgegebenen Stimmen erneut zur Landratskandidatin gewählte Amtsinhaberin Kirsten Fründt. „Das ist ein tolles Ergebnis, über das ich mich sehr freue“, rief die strahlende Kandidatin den etwa 140 Menschen im Kinosaal zu und betonte, den Wahlkampf sachorientiert statt personalisiert und emotional führen zu wollen, wie es sich bei einigen politischen Mitbewerbern andeute.

Wahrscheinlich hätte es gar nicht so vieler engagierter Fürsprachen bedurft, um die einzige Bewerberin der SPD um das Amt so überzeugend zu nominieren. Der Unterbezirksvorstand der heimischen SPD hatte im Januar einstimmig beschlossen, Landrätin Kirsten Fründt für eine zweite Amtsperiode für die anstehende Landratswahl vorzuschlagen. Es war aber wohl doch schön und motivierend für sie, viel Lob für ­ihre bisher geleistete Arbeit zu hören.

Umso mehr, als sie, wie Unterbezirksvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Sören Bartol eingangs erinnerte, 2013 kurzfristig für den der SPD abhanden gekommenen Kandidaten einsprang und nur vier Monate bis zum Wahltermin Zeit hatte, sich den Bürgern im Kreis bekannt zu machen. „Innerhalb kurzer Zeit stellte sich bei vielen das gute Gefühl ein: Wenn es eine schaffen kann, dann sie“, sagte Bartol. Und dass sie, wie der damalige Wahlspruch ­lautete, „genau die richtige“ sei, ­habe sie in den vergangenen fünf Jahren gezeigt. Schon ein Jahr nach dem Amtsantritt, im Sommer 2015, kam die Herausforderung, in kürzester Zeit hunderte Flüchtlinge unterzubringen.

Sören Bartol: „Wir brauchen Frauen wie dich“

„Es gab Zweifel, ob du das kannst, aber du hast es allen ­gezeigt“, betonte Bartol und erklärte, Fründt habe mit der Bewältigung der Flüchtlingsunterbringung sowie in Bereichen wie Bürgerbeteiligung, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, der Öffnung der Verwaltung für die Bürger, Ausbau der Kinderbetreuung und Elektromobilität den Landkreis zu einem bundesweiten Vorbild gemacht. „Du bist genau die richtige, die beste Landrätin für den Kreis, die wir uns wünschen können. Wir brauchen Frauen wie dich in Zeiten, in denen es darum geht, das Land und Europa nicht den Populisten zu überlassen. Jetzt werden wichtige Weichen gestellt“, unterstrich Bartol.

Auch von der SPD-Nachwuchsorganisation kam Unterstützung. Die Juso-Unterbezirksvorsitzende Anna-Lena Stenzel bezeichnete Fründt als „sehr coole und frische Frau“, die sie auch dadurch beeindruckt habe, dass sie zur Weiberfastnacht ein Rad auf der Bühne schlug. „Schlage noch viele Räder, dann folgen wir dir überall hin.“ Alexandra Klusmann, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemo­kratischer Frauen Marburg, hob hervor: „Mut zur Entscheidung und zur Gestaltung zeichnen dich aus, du genießt Anerkennung über Parteigrenzen hinweg bis Wiesbaden. Es gibt in Hessen nur zwei Landrätinnen, wir brauchen mehr weibliche Vorbilder wie Kirsten.“

Spies: Fründt habe stets alle im Blick

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies sagte, er sei schon vor sechs Jahren vom ersten Moment an überzeugt gewesen, dass Kirsten eine gute Kandidatin sei. Als Landrätin habe sie stets alle im Blick, wie es Kern sozialdemokratischen Denkens sei. Der Marburger SPD-Vorsitzende Thorsten Büchner erklärte: „Du hast als gelernte Gärtnerin gezeigt, wie man einen Landkreis zum Blühen bringt!“

In ihrer Bewerbungsrede hatte Fründt zuvor Bilanz ihrer bisherigen Amtszeit gezogen. „Gestalten, nicht nur verwalten, war immer unser Anspruch. Marburg-Biedenkopf ist unter meiner Führung hessenweit zu einem der innovativsten Landkreise geworden, gehört wirtschaftlich und finanziell zur sehr kleinen Spitzengruppe. Wir haben im Prinzip Vollbeschäftigung, eine der höchsten Industriedichten Europas und viele innovative Unternehmen. Marburg-Biedenkopf ist somit ein Landkreis der Arbeit, da ist es gut, dass er sozialdemokratisch geführt wird. Und das soll auch so bleiben“, formulierte sie selbstbewusst.

Weiter wies sie auf die Schuldenreduzierung des Kreises um 120 Millionen Euro und ihre stets ausgeglichenen Haushalte mit teils deutlichen Überschüssen bei gleichzeitiger Zukunftsausrichtung hin. Weitere Verbesserungen bei Mobilität und ÖPNV, Kulturförderung sowie der anstehende Landkreis-Dialog, bei dem Bürger Themen einbringen können, sollen in ihre Agenda für die nächsten ­Jahre einfließen.

von Manfred Schubert