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Marburg Kreis erwägt Luftfilter in Schulen
Marburg Kreis erwägt Luftfilter in Schulen
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11:48 24.06.2021
Ein Luftfiltergerät steht in einem Fachraum eines Gymnasiums, möglicherweise auch bald in Schulen im Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Ein Luftfiltergerät steht in einem Fachraum eines Gymnasiums, möglicherweise auch bald in Schulen im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Quelle: Symbolfoto: Hauke-Christian Dittrich
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Marburg

Noch ist unklar, wie der Schulbetrieb nach den Sommerferien weitergehen wird. Ist der Normalbetrieb möglich? Oder droht wegen weiterer Corona-Mutationen und einer „vierten Welle“ der erneute Übergang in den Wechselbetrieb?

Die Bundesregierung hat entschieden, Vorsorge zu ermöglichen und Schulen sowie Kindertagesstätten beim Einbau von Luftfiltern zu unterstützen. In welchem Umfang das im Landkreis Marburg-Biedenkopf geschehen wird, ist derzeit noch nicht absehbar, wie Kreispressesprecher Stephan Schienbein auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte.

Das Förderprogramm läuft bereits seit vergangener Woche. Einrichtungen können seitdem beim Bund finanzielle Förderung beantragen, um ihre Gebäude mit Luftfilteranlagen auszustatten. Ziel ist, die Ausbreitung von Aerosolen in den Klassenräumen und damit das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus zu reduzieren. Anträge nimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) entgegen. Pro Schule oder Kita gibt es maximal 500 000 Euro.

Knapp 100 Schulen in Marburg-Biedenkopf

Für den „Neueinbau stationärer Frischluft-Klimaanlagen“ gelten allerdings allerlei Begrenzungen. Das Ministerium übernimmt maximal 80 Prozent der Kosten. Darüber hinaus gilt das Förderangebot nur für Schulen, an denen ausschließlich oder auch Kinder unter zwölf Jahren unterrichtet werden. Denn für ältere Kinder besteht ja – so die Logik der Regierung – die Möglichkeit, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Schienbein weist auf einen weiteren Faktor hin, der das Förderangebot begrenzt.

„Wichtig ist, dass es sich bei dieser Förderung nicht um mobile Luftfilteranlagen oder sogenannte Luftreiniger handelt, sondern ausschließlich um stationäre Anlagen zur Luftreinigung (dezentrale Lüftungsanlagen)“, unterstreicht er. Das bedeutet: Um solche Anlagen einbauen zu können, müssen bestimmte bauliche Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört, neben Raumhöhe und Raumvolumen, eine Elektroverteilung, die für solche Anlagen ausgelegt ist.

Die Bestandserhebung läuft

„Der Landkreis ist derzeit in der Bestandserhebung, wo und in welchem Maße solche Anlagen bis zum Jahresende 2021 realistisch neu installiert werden können“, teilt der Pressesprecher mit. Erst danach werde man die notwendigen Anträge stellen.

Wie viele und welche der knapp 100 Schulen im Landkreis Marburg-Biedenkopf von dem Förderprogramm profitieren könnten, kann er daher derzeit nach eigenen Worten noch nicht beantworten.

Was andere Vorkehrungen an den Bildungseinrichtungen betrifft, um einer eventuellen „vierten Welle“ im Herbst zu begegnen, hält sich der Kreis bedeckt. Das sei „auch abhängig von den Empfehlungen und Vorgaben des Robert Koch-Instituts und des Landes“, antwortet Stephan Schienbein auf eine entsprechende Frage.

Weitere Förderungen

Was sicher ist: In anderen Liegenschaften des Kreises ist derzeit nicht geplant, stationäre Luftfilteranlagen einzubauen. Das Förderprogramm des Bundes, so der Kreis, gelte nur für Einrichtungen für Kinder unter zwölf Jahren.

Derweil fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) die Verbesserung und Instandsetzung bestehender stationärer Anlagen zur Luftreinigung. Das Bundeskabinett hat nun ergänzend beschlossen, dass diese Förderrichtlinie um den Neueinbau von stationären Raumluft-Anlagen in Einrichtungen für Kinder unter zwölf Jahren erweitert wird.

Einrichtungen für Kinder unter zwölf Jahren umfassen dabei Kindertageseinrichtungen, Horte, Kindertagespflegestellen und staatlich anerkannte allgemeinbildende Schulen in öffentlicher oder freier Trägerschaft mit Ausnahme von Schulen der Erwachsenenbildung.

Von Hartmut Bünger

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