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Marburg Landestheater meldet sich zurück
Marburg Landestheater meldet sich zurück
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18:00 03.09.2021
Das Team des Hessischen Landestheaters wurde gestern zur Spielzeit 2021/22 begrüßt.
Das Team des Hessischen Landestheaters wurde gestern zur Spielzeit 2021/22 begrüßt. Quelle: Uwe Badouin
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Marburg

Die Theaterferien sind vorbei: Bei strahlendem Sonnenschein wurde gestern Morgen das Team des Hessischen Landestheaters Marburg (HLTM) auf dem Platz vor dem Theater am Schwanhof von den beiden Intendantinnen Eva Lange und Carola Unser zur Spielzeit 2021/22 begrüßt. Es ist die vierte Spielzeit der beiden Intendantinnen in Marburg.

Die Intendantinnen, das Ensemble und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinter den Kulissen hoffen, dass es eine einigermaßen normale Spielzeit mit Publikum wird. Die letzten beiden Spielzeiten waren durch die Corona-Pandemie massiv beeinträchtigt worden. Die kommende Saison sei „der vierte gemeinsame Akt in einem klassischen Drama, das wir diese Spielzeit gar nicht machen werden“, sagte Eva Lange in Anspielung auf das Programm, das unter dem Motto „Polyphonie – Gerechtigkeit“ 14 Premieren vorsieht – darunter sind gleich sieben Uraufführungen, aber eben keine Klassiker.

Eröffnet wird die Spielzeit am Freitag, 17. September, mit „Amsterdam“ von Maya Arad Yasur im Erwin-Piscator-Haus. Mit Gegenwartsdramatik und politischen Stücken will das Theater in den kommenden Monaten Fragen der Gerechtigkeit ausloten.

Das Team will „Zukunft ausprobieren“, erklärte Carola Unser. Der Sommer habe gezeigt, „dass diese Welt keine gerechte ist“. Das HLTM wolle an Gerechtigkeit arbeiten, „mitbauen an einer anderen Zukunft“.

Das HLTM fängt dafür bei sich selbst an. „Wir wollen uns auf den Weg begeben, rassismusfrei zu werden“, sagte Unser und betonte: „Uns ist das sehr, sehr wichtig.“ Geplant sind gemeinsame Fortbildungen, die von externen Fachkräften begleitet werden sollen. Los gehen soll es am 24. September mit einer für alle verpflichtenden Betriebsvollversammlung.

Noch unklar ist für das HLTM – wie für viele andere Kulturanbieter auch –, wie viele Besucherinnen und Besucher zu den Vorstellungen zugelassen werden können. Offen sei, ob künftig die 2G-Regel (geimpft und genesen) oder die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) gelte. Ein großer Teil des Teams sei inzwischen gegen Corona geimpft. Zudem soll im Theaterbetrieb weiter regelmäßig auf Corona getestet werden, auch um sogenannte Impfdurchbrüche zu verhindern.

Für die Proben gelte derzeit: Wenn eine Gruppe, die gemeinsam an einem Stück arbeitet, komplett geimpft sei, könne bei den Proben auf Masken verzichtet werden. Eva Lange sagte, im Moment treffe Corona die Ungeimpften und die Kinder und Jugendlichen.

Sie appellierte an alle, weiterhin achtsam zu sein, „damit Kinder und Jugendliche unbeschadet durch den Herbst kommen“.

Am HLTM gibt es vor dem Start in die neue Spielzeit eine Reihe von Änderungen. Das Theater geht aus der Kurzarbeit raus. Neu im Ensemble sind Mia Wiederstein, die im vergangenen Jahr mit dem Schauspielstudio aus Graz zu Gast war, sowie Eike Mathis Hackmann und Thorsten Danner. Als Gäste werden zu sehen sein Marie Wolf und Robert Maximilian Rausch. Zudem wird ein neues Schauspielstudio aus Graz erwartet. Auch hinter den Kulissen hat sich einiges getan: Volker Klass, am HLTM ausgebildet, ist fest eingestiegen in die Tontechnik, Julia Skrabs ist neu in der Requisite, Sonja Marfutov neu in der Maske und Jonathan Hees ist der neue Theatermaler am Landestheater.

Auch technisch soll sich einiges tun – das HLTM will die digitale Steinzeit verlassen. Im September oder Oktober werde ein neuer Glasfaseranschluss erwartet, sagte Carola Unser. Einige neue Computer seien bereits da, weitere würden erwartet.

Von Uwe Badouin