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Marburg Ein Paradies für Nasen
Marburg Ein Paradies für Nasen
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20:57 06.06.2020
Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich informierte sich bei den RP-Beschäftigten (von links) Marlene Höfner, Bernd Flick und Anika May über das Projekt „Gisselberger Spannweite“. Quelle: RP Gießen
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Gisselberg

Die Nase – der Fisch des Jahres 2020 – braucht kiesigen Gewässergrund zum Ablaichen. Die kleine Kreuzkröte bevorzugt hierzu besonnte, kleine Tümpel.

Beide Arten profitieren an der sogenannten Gisselberger Spannweite jetzt ebenso wie der Eisvogel von den neuen Strukturen in und an der Lahn. Das Projekt auf einer Länge von eineinhalb Kilometern hat insgesamt 1,8 Millionen Euro gekostet.

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„Dieser renaturierte Abschnitt ist ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz, der die Artenvielfalt in unserer mittelhessischen Region fördert“, lobt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich das Kooperationsprojekt zwischen dem RP Gießen und der Stadt Marburg.

Zwischen Cappel und Ronhausen wurden rund 100.000 Kubikmeter Boden bewegt. „Der Flussschlauch ist verzweigt und aufgeweitet worden, wir haben Kiesdepots angelegt und Totholz eingebaut“, berichtet Anika May von der Oberen Wasserbehörde des Regierungspräsidiums. Konkret heißt das: Die Lahn ist jetzt auf dieser Strecke drei Mal so breit wie zuvor, dafür aber auch weniger tief.

Europäische Union fördert das Projekt

Als Teil des EU-LIFE-Projektes „Living Lahn – ein Fluss, viele Ansprüche“ hat das Projekt unter anderem das Ziel, die EU-Wasserrahmenrichtlinie zur ökologischen Verbesserung der Lahn und ihrer Aue umzusetzen. In den Uferbereichen sollen sich vor allem Tierarten ansiedeln, deren Lebensraum durch geänderte klimatische Verhältnisse bedroht ist.

Dazu gehören etwa gefährdete Amphibien wie die Kreuzkröte, Watvogelarten wie Bekassine, Kiebitz oder Flussregenpfeifer und verschiedene Fledermausarten, wie die Kleine Bartfledermaus oder der Große Abendsegler. Die Gestaltung von Ufer- und Auenbereichen wie auch die Anlage von Flachwasserzonen und Kleingewässern sollen zum Erhalt dieser Klimaverlierer beitragen.

Von unseren Redakteuren

06.06.2020
06.06.2020
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