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Marburg So sollten Sie Arzneien entsorgen
Marburg So sollten Sie Arzneien entsorgen
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15:59 31.08.2019
Lahnzulauf am Klärwerk Cappel: An dieser Stelle sind multiresistente Keime gefunden worden. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Altmedikamente lassen sich laut Magistrat prinzipiell in Restmüll entsorgen. Die Gefahr einer Verunreinigung des Grundwassers und der Umwelt bestehe nicht, da die Kommunen den Hausmüll in Müllverbrennungsanlagen verbrennen, bevor mögliche Reste auf Deponien gelagert werden.

Jedoch: Bei der Entsorgung im ­Restabfall müsse unbedingt darauf geachtet werden, „dass die Medikamentenreste nicht lose, sondern möglichst in einem geschlossenen Beutel zusammen mit anderen Restabfällen in die Mitte der Rest­abfallbehälter gegeben werden.“

Das diene dem Schutz von Kindern und könne auch dazu beitragen, die missbräuchliche Verwendung von Arzneimitteln zu unterbinden.

Rücknahme in Apotheken war freiwillig

„Die Tabletten sollten im Blister und Tropfen in der Flasche bleiben, wenn sie im Restmüll entsorgt werden“, heißt es von Apothekern auf OP-Anfrage.

Die Zeit, in denen Apotheken Alt-Medikamente zurücknehmen, ist jedenfalls vorüber: Der Magistrat wies schon vor rund zwei Jahren auf OP-Anfrage­ ­darauf hin, dass die Rücknahme der Altmedikamente ein freiwilliges Angebot der heimischen Apotheken war und viele diesen Service eingestellt hätten.

Grund: Eine Recyclingfirma hat 2009 ihren flächendeckenden Service eingestellt, bei dem Apotheker kostenlos Säcke mit Arzneimittelmüll abholen lassen konnten. Seitdem müssen Apotheken Medikamentenmüll auf ­eigene Kosten entsorgen. Doch die Abgabe sei nach wie vor prinzipiell möglich.

DBM sammelt Sondermüll

Sollten die Apotheken die Annahme von Altmedikamenten verweigern, rät der Magistrat den Bürgern, die Medikamente bei der Sondermüllabgabe beim DBM abzugeben. Auch möglich: Arzneimittel-­Abgabe am Sonderabfall-Mobil, das einmal monatlich in Cappel, auf dem Parkplatz des Landratsamts steht (nächste Termine: 7. September und 5. Oktober jeweils von 10 bis 12 Uhr).

Der Leiter des Cappeler Klärwerks hatte jüngst gesagt, dass im Klo heruntergespülte Medikamente, die Wirkstoff-Rückstände – sogenannte Spurenstoffe – das „größte Problem“ bei der Abwasser-Reinigung sind.

Um die Situation zu verbessern, sind bereits eine vierte und fünfte Reinigungsstufe, die Spurenstoffe maximal herausfiltern, entwickelt worden. Damit ausgestattet worden sind bislang aber nur vereinzelte Kläranlagen, vor allem in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

von Björn Wisker

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